Autor: Sabrina

Cambridge – Tag 2 (21.09.2015)

Cambridge Studio

Als ich heute um 7.30 Uhr aufstand, war der Himmel wolkenverhangen und es sah nach Regen aus. Ciara und Leon waren schon auf und machten sich bereit für Schule und Arbeit. Ciara drückte mir noch schnell einen Hausschlüssel in die Hand, bevor sie zu ihrem Taxi eilte, das sie zur Arbeit bringen würde.

Auch ich bereitete mich auf den Tag vor. John hatte am Vorabend noch versprochen mich am ersten Schultag in die Schule zu fahren und er meinte, dass wir um ca. 8.15 Uhr losfahren sollten. Ich frühstückte in der Küche und vertrieb mir die Zeit, in der ich auf John wartete damit, dass ich Conall streichelte. Langsam schien der junge Hund sich an mich zu gewöhnen, denn er legte sich auf den Rücken und wollte am Bauch gestreichelt werden.

Nachdem John Darcy und Larry noch zugerufen hatte, sie sollten sich beeilen, machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Zu dieser Fahrt kann ich nur sagen: Solltet ihr jemals auf die hirnrissige Idee kommen morgens in die Stadt Cambridge hineinfahren zu wollen… Dann lasst es! Unzählige Autos, Velofahrer und noch schlimmer Busse, wollen in der morgendlichen Rush-Hour in die Stadt hinein. Dasselbe gilt übrigens für den Abend, dann nämlich, wenn alle wieder heraus wollen.

John und ich standen uns Meter um Meter weiter in die Stadt hinein und ich begann ernsthaft daran zu zweifeln, ob wir jemals beim Cambridge Studio ankommen würden. Doch John wohnt schon so lange in Cambridge, dass er inzwischen alle guten Schleichwege kennt und so kamen wir (nachdem wir mindestens 5 selbstmörderischen Velofahrern ausgewichen waren) doch noch rechtzeitig bei der Schule an. Beim Aussteigen rief John mir noch zu, dass es um 18.30 Uhr Abendessen gäbe und dann stürzte er sich wieder ins Getümmel.
Ich gesellte mich zu unserer Klasse, die vor dem Studio auf Herr und Frau Fricker warteten. Es gab natürlich nur ein Thema: Die Gastfamilie. Viele waren zufrieden mit ihrer Familie, doch es gab auch Leute, die es weniger gut getroffen hatten. So auch Céline. Offenbar war bei ihr zu Hause alles sehr schmutzig und unaufgeräumt. Sie konnte sich nicht vorstellen dort zwei Wochen zu wohnen. Da Herr Fricker uns schon im Vorfeld gesagt hat, dass wir uns bei Problemen mit der Gastfamilie sofort melden sollten, tat sie dies dann auch und Herr Fricker versprach sich sofort darum zu kümmern.

Dann ging es zuerst einmal in die zugeteilte Klasse. Insgesamt gab es aus unseren beiden HKV Klassen drei Klassen. Ich war in der Middle-Leveld eingeteilt. Zusammen mit Céline, Tabea, Jérôme und ein paar KV Leuten.

Am Morgen hatten wir Unterricht bei einer Lehrerin namens Jo. Jo war recht freundlich und auch der Unterricht war interessant. Was etwas schade war, dass sie so schnell vorwärts machte. In einem irren Tempo raste sie durch die Aufgaben und man hatte praktisch keine Zeit das zu verinnerlichen.

Um 12.30 Uhr hatten wir eine Stunde Mittag. Essen gab es im nahen Subway, wo wir uns alle mit Sandwiches eindeckten. Am Nachmittag ging der Unterricht weiter. Diesmal bei Gary. Gary ist ein sehr lustiger Typ. Bei ihm gibt es nur drei Regeln:

  1. Kein Handy im Unterricht
  2. Keine deutschen Gespräche
  3. Wenn man ihm Schokolade oder Geld bringen will, ist das in Ordnung.

Das mit „Keine Gespräche auf Deutsch“ versuchte er auch so weit durchzusetzen, als wir jedoch zur Auflockerung ein kleines Spiel spielten, brachte er uns alle, mit seinen mehr oder weniger vergeblichen Versuchen auf Schweizerdeutsch zu zählen, zum Lachen. Besonders das „ü“ machte ihm zu schaffen und seine Versuche „drü“ richtig auszusprechen, sorgte für allseitiges Gelächter.

Auch sonst ist Gary ein super Typ. Er wollte zum Beispiel als Erstes, dass wir unsere Namensschilder wegräumen, denn er sagt, er sei gut im Namen merken. So macht er sich stattdessen einfach zu jeder Person eine Eselsbrücke. Seine Eselsbrücke sich meinen Namen zu merken: „Sabrina the witch“. Na vielen Dank auch… Immerhin durfte ich mir aussuchen, ob ich eine gute oder böse Hexe sein wollte.

Nachdem wir um 15.00 Uhr die Schule aus hatten, warteten wir noch mit Céline zusammen, um zu sehen ob sie noch heute in eine neue Gastfamilie umziehen könnte. Nach einer Weile vor dem Sekretariat herumwarten, war dann klar, dass sie zu einer neuen Familie umziehen würde. Eine Mutter mit ihrem 16 jährigen Sohn.

Céline ging also zurück zu ihrer alten Familie um ihre Sachen zu packen und darauf zu warten, dass sie abgeholt werden würde.

Tabea, Jana und ich machten uns auf um die Innenstadt unsicher zu machen. Irgendwann am Nachmittag hatte es zu regnen begonnen, doch wir wollten uns von ein bisschen Nass nicht abhalten lassen und machten uns dennoch auf den Weg. Wir gingen in die Market Street, um ein bisschen zu bummeln. Wir sahen viele interessante Läden. Darunter einen Bücherladen und einen Süssigkeiten-Laden in den wir einfach hineingehen mussten, nur um drin gewesen zu sein.

Irgendwann wurden wir müde und wir setzten uns in den Bus, der uns nach Cherry Hinton bringen würden, das Quartier, in welchem wir alle wohnten. Durch den Abendverkehr kamen wir erst um ca. 18.00 Uhr bei der richtigen Bushaltestelle an.

Beim nach Hause laufen, musste ich feststellen, dass mein Weg mich an einem alten Friedhof vorbeiführt, was mir ein bisschen unheimlich ist. Zu Hause angekommen lernte ich dann auch noch Larry den ältesten Sohn kennen und kurz darauf gab es Abendessen.

Nach dem Essen um ca. 8 Uhr beschlossen wir noch in einen nahen Pub zu gehen, wo wir auch den Rest unserer Klasse treffen würden. Bevor ich aufbrach, gab mir John noch seine Handynummer und sagte mir, dass ich ihn jederzeit anrufen sollte, falls es irgendwelche Probleme gäbe. Ausserdem schlug er mir noch viele gute Pubs in Cambridge vor, in die wir gehen könnten.

Der Pub in dem wir uns trafen hiess Robin Hood und war nur ca. 15 Minuten mit dem Bus entfernt. Es war ein ruhiger Pub und so wurde es ein sehr gemütlicher Abend.

Cambridge – Tag 1 (20.09.2015)

Die Ankunft

Heute ist es endlich soweit nachdem wir solange auf unseren Sprachaufenthalt gewartet haben und auf alles hingefiebert haben, begann heute endlich unser Aufenthalt in Cambridge.

Zufälligerweise war der Tag unserer Abreise auch zugleich mein 20. Geburtstag. Als ich um ca. 9.30 Uhr aufwachte, wurde ich mit einer tollen Oreo-Pancake-Torte überrascht, die Mami für mich (uns) gemacht hat. Nachdem wir diese genossen haben, durfte ich noch ein paar Päckli auspacken.

Danach war es schon bald Zeit den Koffer fertig zu packen und sich von meiner Familie zu verabschieden. Mami brachte mich noch bis auf Lenzburg, wo ich mich mit Jana und Céline traf um zum Zürich Flughafen zu fahren. In Zürich am Bahnhof mussten wir umsteigen und nachdem der Zug nach 5 Minuten immer noch nicht abgefahren war, kam dann die Durchsage, dass der Zug wegen einer Notbremsung nicht würde fahren können. Ein Ersatzzug fuhr 2 Minuten später, sodass wir auch gleich einmal mit Sack und Pack quer durch den Bahnhof rennen durften. Den Zug haben wir dann glücklicherweise noch erwischt und wir kamen doch noch rechtzeitig am Flughafen an. Nachdem wir unser Gepäck eingecheckt hatten, vertrieben wir uns die Zeit damit die Leute am Flughafen zu beobachten und ein wenig über drei unserer Schulkollegen zu schmunzeln, die direkt vom Oktoberfest in München kamen und deshalb völlig zerstört waren.

Unser Flug startete mit ca. 20 Minuten Verspätung und verlief relativ ereignislos. Hier lernten wir auch das erste Mal unsere Klassenkameraden aus der KV Klasse kennen, die den Sprachaufenthalt zusammen mit uns in Cambridge verbringen würden.

In London angekommen stellte ich überrascht fest, dass das Wetter gar nicht so schlecht war, wie ich es erwartet hätte. Es regnete nicht und man sah sogar manchmal die Sonne durchscheinen. Wir wurden von einer Mitarbeiterin der Cambridge Studio School empfangen und zu unserem Car gebracht, der uns nach Cambridge fahren würde.

Langsam merkte man, dass die Leute nervös wurden. Vermehrt kamen Diskussionen über die Gastfamilie auf und wie man dort wohl empfangen würde.

Als wir um ca. 19.30 Uhr bei der Sprachschule ankamen war es bereits dunkel. Wir mussten noch kurz auf die Taxis warten, die uns zu unseren Gastfamilien bringen sollten. Ich war zusammen mit Tabea und Patric in einem Taxi.

Als erstes lieferten wir Tabea ab und fuhren anschliessend weiter zu Patrics Gastfamilie. Ich war sehr froh, dass der Taxifahrer einen nicht nur auslud und dann wegfuhr, sondern auch noch wartete um zu sehen, ob wir auch wirklich am richtigen Ort waren. Als wir bei meiner Gastfamilie in der ankamen, war im Haus alles dunkel. Nur in der Küche brannte ein Licht. Der Taxifahrer sagte mir, dass er schauen gehen wolle, ob das die richtige Adresse sei.

Leider hatte er nicht damit gerechnet, dass meine Gastfamilie einen Hund hatte. Als Ciara (meine Gastmutter) die Küchentür öffnete, sprang Conall, ein junger Goldenretriever artiger Hund heraus und begrüsste mich und den Taxifahrer mit freudigem Gebell. Der arme Taxifahrer mochte Hunde offenbar überhaupt nicht. Jedenfalls erschreckte er sich so sehr, dass er sich schreiend hinter mir zu verstecken versuchte. „Is this Nr. 1?“, brachte er gerade noch heraus und als Ciara nickte, rannte er zurück in sein Taxi und fuhr davon. Soviel dazu. Ciara und ich blickten uns an und mussten beide herzlich lachen. Somit war die erste Hürde erstmals überwunden und wir gingen immer noch lachend nach drinnen.

Dort lernte ich dann auch gleich Leon kennen, das mittlere Kind der Familie. Die jüngere Schwester Darcy und Vater John waren noch beim Schwimmen und Larry, der Älteste war bei Freunden.

Doch auch Darcy und John kamen kurze Zeit später nach Hause und dann gab es auch schon Abendessen. Rostbeef, Potatetos und Vegetables. Mal abgesehen davon, dass das Rostbeef ein bisschen trocken war, war das Essen in Ordnung. Ciara zeigte mir dann auch noch mein Zimmer und mein persönliches Bad. Der Raum in dem ich die nächsten zwei Wochen wohnen werde, ist nicht sehr gross, ausser einem Doppelbett und einer Kommode mit Spiegel hat nicht sehr viel Platz darin, doch es ist gemütlich hier. Allerdings ein bisschen kühl. Somit bewahrheitete sich die Voraussage unseres Englischlehrers, der uns warnte, dass es in den englischen Häusern im Vergleich zu Schweizerhäusern immer recht kalt ist. Nun bin ich froh, dass ich so viele warme Pullis mitgenommen habe.

So ging mein erster Abend bei meiner Gastfamilie zu Ende. Ich bin wirklich froh, dass ich es so gut getroffen habe und bin schon gespannt auf den restlichen Aufenthalt.

 

Cambridge – Vorbereitung

Morgen ist es soweit, dann fliege ich endlich zusammen mit meiner Klasse in den Sprachaufenthalt nach Cambridge. Zwei volle Wochen lang.

Nun ist der Koffer endlich gepackt und ich habe (hoffentlich) alles erledigt, was ich vor meiner Abreise noch erledigen musste.
Nachdem am Dienstag endlich die letzen Prüfungen vor den Herbstferien durch waren, musste ich doch noch jede Menge vorbereiten, bevor ich am Sonntag endlich abfliegen konnte.

Zunächst sah es aus, als hätte ich genügend Zeit um alles zu erledigen, doch bald musste ich feststellen, dass die vier Tage schneller vorbeigingen als im Voraus gedacht.

Nun bin ich aber bereit, es ist alles erledigt und ich freue mich schon sehr auf meinen Aufenthalt in Cambridge!

Irland – Rückblick

Ich bin jetzt schon seit knapp einem Monat wieder zu Hause. Der Alltag hat mich schon wieder fest im Griff. Doch die Erinnerungen sind immernoch klar und deutlich. Der Giant’s Causeway, die Dark Hedges Allee und die Cliffs of Moher waren nur einige meiner persönichen Höhepunkte auf unserer Reise.

Doch nebst diesen gigantischen Eindrücken ist auch noch etwas anderes geblieben, nämlich die Lebensfreude der Iren, die mich sehr fasziniert hat. Ich glaube, die Iren haben es nicht immer leicht. Ich habe viele heruntergekommene Häuser gesehen und ich weiss, dass das Leben in Irland alles andere als einfach ist und trotzdem sind die Iren ein fröhliches Volk. Manchmal wenn ich hier in der Schweiz im Zug fahre, und jeder ist nur mit seinem Smartphone beschäftigt und kümmert sich nicht um die anderen, dann kommt mir die Vermieterin des zweiten Hauses in den Sinn, die sich einfach gefreut hat, dass wir da sind und die uns Ausflugstipps gegeben hat und dabei so überschwänglich war, dass ich glaube, sie wäre am liebsten selbst mitgekommen. Die uns zum Abschied Käse ihrer eigenen Farm geschenkt hat.

Oder auch die Strassenmusikanten in Dublin, die einfach Freude am Musizieren hatten und damit wiederum vielen Menschen eine Freude bereitet haben. Ich finde so etwas fehlt hier in der Schweiz, die Menschlichkeit, hier ist es allzu oft stressig und es bleibt keine Zeit für die Mitmenschen.

Andererseits auch die unglaubliche Natur. Der wilde Ozean am nördlichsten Punkt Irlands und der orkanmässige Wind an den Klippen. In Irland hat man noch viel mehr Natur als in der Schweiz und es gibt auch Orte, an denen man einfach alleine ist. Irgendwo im Nirgendwo nur in Gesellschaft einiger Schafe. Wo bitteschön hat man bei uns heute so etwas?

Irland – Freitag 31.7.15

Für meinen Geschmack viel zu früh, klingelte am nächsten Morgen der Wecker. Unser Flug ging zwar erst um 11.15 Uhr, doch wir mussten auch noch das Auto zurückbringen und wollten auf keinen Fall zu spät kommen.

So verliessen wir rasch das Hotel und fuhren zur Autovermietung. Die Abgabe verlief problemlos und wir konnten auch sogleich in ein Shuttle steigen, welches uns zum Flughafen brachte. Dort mussten wir noch kurze Zeit warten, bevor wir einchecken konnten.

Da wir wirklich noch früh genug dran waren, assen wir noch ein Gipfeli in einem kleinen Bistro, bevor wir den Sicherheits-Check-In hinter uns brachten.

Anschliessend schauten wir uns noch die verschiedenen Läden im Flughafen an, bevor wir schliesslich beim Gate auf das Boarding warteten. In einem der Dutyfree-Shops entdeckten Papi und Fabian Toblerone-Schokolade (12 Euro für 3 Stück) und so kam es, dass wir in Irland, Schokolade aus der Schweiz kauften nur um sie wieder in die Schweiz zu importieren.

Der Flug startete mit nur ca. 10 Minuten Verspätung, doch entweder hatten wir Rückenwind, oder der Pilot flog extra schnell, auf jeden Fall kamen wir sogar etwas früher als geplant in Zürich an.

Als wir unser Gepäck hatten und auf den Zug warteten, traf ich per Zufall zwei Leute aus meiner alten Shcule und das lustige am ganzen war, dass sie gerade von einer dreiwöchigen Irlandreise zurückkamen und im gleichen Flugzeug waren wie wir.

So nahmen unsere Ferien auch schon wieder ein Ende. Es war eine tolle Zeit in Irland!

Irland – Donnerstag 30.7.15

Heute mussten wir relativ früh aufstehen, denn heute ging es zurück nach Dublin, wo wir den letzten Tag vor dem Heimflug verbringen wollten. Und wie es in vielen Filmen immer ist, so war es auch bei uns. Nach vielen Anstrengungen, nach neuen Begegnungen und Abenteuer. Dann, wenn man am Ende der Reise angelangt ist und es Zeit wird sich zu verabschieden, macht es einem auch das Wetter alles andere als leicht.

Nach so vielen Tagen an denen wir mit wolkenverhangenem Himmel, oder gar mit Regen aufgestanden sind, schien heute die Sonne vom strahlend blauen Himmel und begrüsste zusammen mit den Vögeln den neuen Tag.

Nachdem wir alles zusammengepackt hatten, machten wir uns gegen neun Uhr schweren Herzens auf den Weg. Von Limerick aus fuhren wir alles auf der M7 Richtung Dublin. Irgendwo hielten wir mal an einer Raststätte und Mami und Papi tranken einen sehr heissen und nicht sonderlich guten Kaffee. Dann ging es weiter.

In Dublin angekommen, verfuhren wir uns, in dem verzweifelten Versuch, eine kostenpflichtige Zubringerstrasse zu umfahren ersteinmal ein bisschen. Nachdem wir das Clayton Hotel (wir haben den Zubringer schlussendlich doch benutzt) endlich gefunden hatten, checkten wir ein und brachten unser Gepäck aufs Zimmer. Anschliessend ging es sogleich los in die Stadt.

Wir flanierten die Temple Bar hinunter. Eine Fussgängerzone mit vielen Pubs und bunten Fahnen. Hier war sehr viel los und es wimmelte nur so von Touristen. Aus den Pubs drang Gesang von lokalen Sängern und beinahe an jeder Ecke stand ein Künstler, Sänger oder Musikant und trug den Zuschauern etwas vor. Eine Band ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben. Es waren vielleicht sechs Männer um die 25 – 30 Jahre alt, die teils bekannte, aber auch typisch irische Lieder spielten. Die Gruppe ist mir nicht deshalb so in Erinnerung geblieben, weil sie besonders gut waren. Nein. Den Sänger konnte man zum Teil über die laute Musik der Instrumente hinweg fast nicht hören und der Saxophonist hat nicht immer alle Töne getroffen, aber was mich wirklich fasziniert hat, war die Leidenschaft, mit der die Gruppe gespielt hat. Der Trommler, der im Rhythmus der Trommel wild mit dem Kopf genickt hat, der Mann mit der Trompete, der auf einem Bein im Kreis gehüpft ist und sogar bis ins Publikum hüpfte, während des Spielens. Und die Freude und Motivation in den Augen aller, wenn das Lied endete und sie den teils doch recht spärlichen Applaus entgegennehmen. Das hat wahrlich Eindruck gemacht, denn diese Leute haben einfach Freude am gemeinsamen Spielen und die Freude überträgt sich automatisch auch auf die Zuschauer. So etwas habe ich in der Schweiz nur selten gesehen.

Irgendwann liessen wir das Mini-Konzert hinter uns und gingen weiter. Wir verbrachten eine Weile in einem grossen Souvenirladen, bevor wir über eine der zahlreichen Brücken auf die andere Seite des Flusses gingen. Dort befindet sich eine grosse Shopping-Mall, wo Mami und ich uns von Papi und Fabi trennten und beide ein bisschen lädelen gingen.

Nachdem wir uns wieder getroffen hatten, liefen wir langsam zurück zum Auto. Bevor wir jedoch zurück ins Hotel fuhren, schauten wir uns noch die berühmte Statue der Molly Malone, das Wahrzeichen Dublins, an.

Zurück im Hotel assen wir noch eine Kleinigkeit, bevor wir auf unser Zimmer gingen.

 

Irland – Mittwoch 29.7.15

Als ich heute Morgen wach wurde, war es schon nach 10.00 Uhr. Fabian schlief noch und Mami und Papi machten sich gerade auf ins Dorf um Frühstück einzukaufen. Ich las mein Buch zu Ende und ging anschliessend duschen. Um ca. 12.00 Uhr gab es dann ein spätes Frühstück und anschliessend spielten wir ein paar Runden Billiard. Da weder Fabian noch ich gross Lust hatten heute wegzugehen, gingen Mami und Papi am Nachmittag alleine auf unterwegs.

Da es über den heutigen Tag nicht viel mehr zu berichten gibt, möchte ich euch noch einige andere Dinge über Irland erzählen. Zum Einen ist da mal das Wetter. In Irland hat es während unseren Ferien jeden Tag mindestens einmal geregnet. Und manchmal kam es uns so vor, als ob die Iren gar nicht mehr wissen, was Sonnenschein wirklich heisst. So hat die Vermieterin unseres zweiten Hauses nach einem sehr verregneten Tag, als es gerade mal kurz aufhörte zu regen, zum Beispiel gesagt: „Ach schaut, nun schein ja wieder die Sonne.“ Dabei hat die Sonne keineswegs geschienen. Es hat lediglich aufgehört zu regnen, doch war der Himmel noch immer voller Wolken.

Zudem haben wir am zweiten oder dritten Tag festgestellt, dass bei uns unter dem Dach eine ganze Fledermaus-Kolonie wohnt. Über 100 Fledermäuse haben Mami und Papi gezählt, sie kommen aus einem kaum sichtbaren Spalt im Dach und machen sich in der Dämmerung zur Jagd auf. Wenn man gut hinhört, kann man sie auch hören. Und tagsüber zeugt der im wahrsten Sinne des Wortes „verschiessene Boden“ von ihrer Anwesenheit.

Mit fliegenden Tieren ist das so eine Sche. Gegen die Fledermäuse habe ich ja nichts, umso mehr habe ich gegen die winzig kleinen, fruchtfliegenähnlichen Viehcher, die es hier gibt. Das gemeine an ihnen ist, dass sie stechen, wie Mücken. Wegen ihrer Grösse hält man sie zuerst für ungefährlich, doch wenn man von einer ganzen Wolke von ihnen eingehüllt wird, ist es ratsam den Kopf einzuziehen und abzuhauen.

Über die Strassen in Irland und die Fahrweise der Iren, habe ich wahrlich schon genug erzählt. Es gibt jedoch noch andere Störefriede auf den Strassen Irlands. WEnn man so übers Land fährt, sieht man links und rechts oft Schafe, die friedlich auf ihren Weiden grasen. Normalerweise sind sie durch einen Zaun von der Strasse getrennt, doch kümmert es die Schafe nicht, im geringsten, ob sie sich auf der richtigen oder der falschen Seite des Zauns befinden.

So kann es durchaus passieren, dass man eines oder mehrere Schafe direkt am Strassenrand oder gar auf der Strasse antrifft. Deshalb ist es stets ratsam, gut aufzupassen, wenn man übers Land fährt in Irland. Denn leider haben die Schafe noch nicht gelernt, dass Autos nicht wegrennen, wenn man sie an-„määht“.