Kategorie: Australia

Schnorcheln am Great Barrier Reef

Jeder, der es schon mal gesehen hat, schwärmt davon – das, was man auf seiner Australien Reise unbedingt machen müsse – ohne Zweifel eines der schönsten Dinge, die man je erleben werde: Schnorcheln am Great Barrier Reef. Ganz klar also, dass auch wir das machen mussten.

Doch das Angebot von verschiedenen Organisatoren und Touren ist imens. Verschiedenste Anbieter bieten Halbtages- oder Ganztagesausflüge zu verschiedensten Teilen des Great Barrier Reefs an und alle umfassen etwa das Gleiche und unterscheiden sich auch im Preis nicht sonderlich von einander. Wie also, soll man sich für eine Tour entscheiden. Wie stellt man sicher, dass man nicht mit 100 anderen Touristen abgefertigt wird und wo sieht man am Meisten? Diese Fragen haben auch wir uns gestellt und wir haben nicht wirklich eine abschliessende Antwort gefunden. Nachdem wir alle Touren ausgiebig im Internet verglichen hatten, haben wir uns am zweiten Tag dann auf nach Port Douglas gemacht, um uns im Touristenbüro über die verschiedenen Optionen zu informieren. In meinem Reiseführer hatte ich schon gelesen, dass das Wasser am Outer Reef, also am äussersten Rand der australischen Kontinentalplatte, am klarsten sei. Dies bestätigte auch die nette Dame, die uns im Touristenbüro beriet. Da wir aber schon am nächsten Tag, also dem Sonntag, auf die Tour gehen wollten, wurde uns die Entscheidung, welchen Anbieter wir nehmen sollten, abgenommen, da alle ausser einer Tour, die laut Touristenbüro-Dame sowieso super sei, schon ausgebucht waren.

 

Am Sonntagmorgen in aller Frühe fanden wir uns dann am Hafen von Port Douglas ein. Wir verabschiedeten uns von unseren Camper, der leider nach wie vor namenlos war und machten uns auf die Suche nach dem Anmeldebüro von unserem Tour-Organisator. Wir freuten uns beide riesig auf den Trip und konnten es kaum abwarten endlich an Board unseres Schiffes, der Poseidon, gehen zu können.

Nach einer ca. eineinhalbstündigen Fahrt, bei strahlend schönem Wetter und mit viel Wind in den Haaren, erreichten wir schliesslich das erste Reef. Auf der Hinfahrt hatten wir vom Schiff aus immer wieder verschiedene Riffe gesehen und konnten es deshalb kaum mehr abwarten, die Unterwasserwelt des Great Barrier Reefs endlich selbst zu entdecken. Mit Schwimmflossen, Taucherbrille und Schnorchel ausgestattet, stürzten wir uns in die Fluten und waren sofort hin und weg.

 

Das „Phil’s Reef“ bot super klares Wasser und viele verschiedene Fisch- und Korallenarten, die es zu entdecken galt. Beim Sicherheitsbreefing hatten die Guides uns erklärt, dass wir uns einen Schnorchel-Buddy suchen sollten, mit dem wir zusammen auf unterwegs gehen konnten, sodass wir einander helfen konnten, wenn jemand in Schwierigkeiten geriet. Klar, dass Silencio und ich Schnorchel-Buddys waren. Es stellte sich aber schon bald heraus, dass es gar nicht so einfach war beieinander zu bleiben, bei all den farbigen Fisch, Fischli und Fischlilis. Hatte man seinen Schnorchel-Buddy hingegen ersteinmal verloren, war es noch viel schwieriger, sich wiederzufinden, denn dank den geliehenen Lycra Schwimmanzügen und den sehr ähnlich aussehenden Flossen und Brillen, sahen alle fast gleich aus. Ich verlor Silencio nur einmal kurz aus dem Blick und suchte danach über zehn Minuten nach ihm, da das einzige, was ich wusste war, dass er blaue Flossen und eine gelbe Taucherbrille anhatte, wie gefühlt jeder dem ich über den Weg schwamm und es passierte mir mindestens zweimal, dass ich einem Wildfremden folgte und ihm aufgeregt verschiedene Fische und Korallen zeigte.

Nach dem Mittagessen, ging es weiter zum zweiten Riff, den „Three Sisters“ und ein bisschen später zum dritten und letzten Stop des Tages, dem „The Point“ Reef. Dieses Riff war ganz besonders interessant, denn es lag genau am Rand der Kontinentalplatte und man konnte vom Schiff aus sehen, wo der Bruch war und es 2000 Meter in die Tiefe ging. Dabei überraschte mich besonders, dass sich an diesem unterirdischen Abgrund die Wellen brachen und man so in beide Richtungen bis in weiter Ferne diese tektonische Grenze bewundern konnte.

 

Gegen vier Uhr machten wir uns auf die Rückfahrt nach Port Douglas und wir waren, obgleich todmüde, super glücklich. Die drei Riffe, die wir besucht hatten, waren alle wunderschön. Jedes Reef wartete mit neuen Fisch- und Korallenarten auf und überall gab es Neues zu entdecken. Ein bisschen traurig waren wir zwar, dass wir keine Schildkröte gesehen hatten, doch die Tatsache, dass wir wenigstens eine kleine Nemo-Familie und viele andere Schönheiten entdeckt haben, tröstete uns ein bisschen darüber hinweg.

So ging ein weiterer toller Tag in Down Under zu Ende und wir sind gespannt, was für neue Abenteuer uns noch erwarten werden.

A new chapter

„Welcome to Sydney“ begrüsste mich ein Schild grosses Schild in der Eingangshalle des Syneyer Flughafens. Nach viereinhalb Stunden Flugzeit erreichte ich endlich mein neues Ziel der Reise: Australien.

 

Dabei hatte das Abenteuer schon zwei Tage vorher angefangen nämlich beim Rucksack packen. Hatte ich neun Monate zuvor gedacht, es sei schwierig einen 65 Liter Rucksack mit maximal 23 kg für ein Jahr zu packen, so stand ich nun vor der richtigen Challenge, für zwei Monate Australien konnte ich maximal 15 kg in meinem ehemals „Handgepäcks-Rucksack“ mit 32 Liter mitnehmen. Dies aufgrund einer Vorgabe der Reiseorganisatoren einer neuntägigen Reise von Broome nach Darwin, die ich gebucht hatte. Nach mehrmaligem ausprobieren, fluchen, umpacken und aussortieren, ist es mir am Schluss dann doch gelungen (mit nur wenig über 12 kg) – und um ganz ehrlich zu sein, weniger Gepäck macht Reisen so viel einfacher.

 

Jetzt sitze ich in Sydney am Flughafen und hab noch ganze fünfeinhalb Stunden rumzuschlagen, da mein Reisegefährte, für die nächsten vier Wochen erst um 18.00 Uhr ankommt, während mein Flug schon um 10.30 ankam.

Der Sydneyer Flughafen ist zwar recht gross, aber in den zwei Stunden in denen ich schon hier bin, hab ich trotzdem schon alles auskundschaftet.

 

Fast forward: 18.00 Uhr! Das warten hat endlich ein Ende! Ich stelle mich mit den gefühlt 500 anderen Wartenden in die Eingangshalle des Flughafens und wartete. Zwar landete das Flugzeug mehr oder weniger pünktlich, doch als ich eine Stunde später immer noch da stand, begann ich mich zu fragen, wie langsam die australischen Behörden arbeiteten. Kurze Zeit später war es dann jedoch soweit und wir haben uns nach neun Monaten endlich wiedergesehen.

 

Nach einer gleichermassen erholsamen, wie kurzen Nacht im Hostel (wir waren schlussendlich erst recht spät dort angekommen), fanden wir uns am nächsten Morgen schon um 6.00 Uhr am Flughafen wieder. Nach dem dreistündigen Flug nach Cairns, holten wir unseren Camper bei Apollo ab. Eine nette Mitarbeiterin von Apollo zeigte uns wir über unser neues Heim auf vier Rädern alles wissen mussten und kurz darauf starteten wir offiziell in unseren Roadtrip nach Süden. Da wir aber gehört hatten, dass es nördlich von Cairns auch ganz schön sein solle, machten wir uns zuerst auf den Weg in diese Richtung.

 

Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg zum Daintree Rainforest, einem der ältesten Regenwälder der Welt. Um dorthin zu gelangen, mussten wir jedoch mit der Fähre den Daintree River überqueren, das einzige Problem: ca. 100 andere Leute hatten die gleiche Idee. So standen wir ca. eine Stunde lang in der Warteschlange um mit unserem Campervan – von dem wir übrigens schon ziemlich sicher sind, dass sie weiblich ist, auch wenn wir noch keinen Namen gefunden haben – auf die Fähre zu fahren. Als wir dann endlich an der Reihe waren und langsam über den Fluss gefahren wurden, spähten wir hoffnungsvoll aus dem Fenster, um vielleicht das eine oder andere Salzwasser Kroki zu sehen, doch vergebens.

Auf der anderen Seite tauchten wir in den australischen Urwald ein. Wir merkten schnell, dass man im Daintree National Park sehr viel unternehmen konnte, und uns der eine Tag den wir zur Verfügung hatten, wohl kaum ausreichen würde. Als erstes unternahmen wir einen kurzen Boardwalk durch den Regenwald um die neuen Gefilde erst einmal auf uns wirken zu lassen. Ähnlich wie neuseeländischer Bush ist auch der australische Regenwald ziemlich wild und ungezähmt. Tiere sahen wir nicht viele, obwohl wir verschiedenste Vogelarten hörten darunter einen „Hueschti-Vogel“ wie wir den ungesehenen Vogel tauften, da seine Laute mehr wie Husten als wie etwas anderes klangen. Beim Lunch unterhielten wir uns über die Ameisen die auf dem Tisch Patroullie schoben und fragten uns, ob die uns wohl umbringen könnten, denn wie die Neuseeländer mir immer und immer wieder versichert hatten: „Nichts in Neuseeland bringt dich um, alles was dich umbringt ist in Australien“ und so waren wir nun verunsichert, ob das schon bei „harmlosen“ Ameisen anfing. Nach dem Mittagessen besuchten wir das Discovery Center, wo wir vieles über die typischen Tiere des australischen Regenwaldes und ihren Lebensraum näher kennenlernten. Einen „Hueschti-Vogel“ gab es nicht.

 

Es war schon Mitte Nachmittag, als wir uns nach einem kurzen Abstecher am Cows Bay Beach auf den Weg nach Norden zum Cape Tribulation machten. Die Strassen im Nationalpark waren schmal und kurvig, doch wir kamen relativ gut voran. Ich hatte Silencio schon den ganzen Tag damit genervt, dass ich unbedingt einen Kasuari sehen wolle, doch die waren, wie wir im Discovery Center gelernt hatten, recht selten. Umso grösser war meine Freude, als der Tourbus vor uns plötzlich stehen blieb und tatsächlich eine Kasuarin mit Jungem über die Strasse lief.

 

Weiter gings dann zum Cape Tribulation, die Sonne stand schon tief über den Bäumen und so verweilten wir nicht lange dort. Einen Vorteil hatte die späte Uhrzeit jedoch, denn die Mehrheit der anderen 100 Leute hatten sich schon früher auf den Rückweg gemacht und so hatten wir den Strand fast schon für uns alleine. Da es schon langsam dunkel wurde, machten wir uns auf den Weg zurück nach Port Douglas.