Autor: Sabrina

Irland – Dienstag 28.7.15

Heute sind wir verhältnissmässig früh los. Ca. um 10.00 Uhr waren wir Abmarsch bereit. So stiegen wir also ins Auto und los gings.

Von Ballyhahill aus fuhren wir zuerst über mehrere Feldwege nach Newcastle West. Von dort aus nahmen wir die R522 die uns nach Buttevant führte. Bisher waren die Strassen recht schmal und holprig gewesen, weshalb wir nun froh waren, dass wir den REst der Strecke bis Cork auf angenehmeren Strassen hinter uns bringen konnten. NAchdem wir in Cork endlich einen Parkplatz gefunden hatten (die Suche gestaltete sich schwieriger, als man meinen könnte), machten wir uns zu einer Stadtbesichtigung auf.

Zuerst besichtigten wir den „English Market“. Dieser Markt besteht aus vielen Ständen mit Händlern, die verschiedenste Lebensmittel anbieten. Das interessante daran ist, dass sich der Makrt in einem grossen Gebäude befinden und auf allen Seiten des Marktes führten Gassen nach draussen in die Strassen von Cork.

Auf dem English Market ist sehr viel los. Es herrscht ein reges Gedränge, Touristen machten Fotos von dem Ganzen, während Einheimische mit den Händlern plaudern. Verkauft werden praktisch nur Lebensmittel. Von Fleisch über Fisch, bis hin zu Brot, Süssgebäck und Gemüse. Im ersten Stock gibt es ein Café, dessen Tische so platziert sind, dass man in die Mitte des Marktes hinabsehen kann. Dort sitzen dann Leute an winzig kleinen Tischen und beobachten das Treiben auf dem Markt.

Nachdem wir durch den English Market geschlendert waren, verliessen wir ihn wieder und bummelten durch die Strassen der Altstadt. Als wir irgendwann Hunger bekamen, kehrten wir in einem von drei Subways ein, die wir beim durch die Gassen spazieren entdeckt hatten.

Gegen halb vier hatten wir genug von den vielen Menschen in der Stadt und beschlossen noch zum südlichsten Punkt von Irland zu fahren. Von Cork aus war das noch einmal eine shcöne Strecke zu fahren. Doch das störte uns nicht weiter, wir freuten uns über die Sonne, die schon den ganzen TAg schien und wollten das tolle Wetter noch nutzen und nicht shcon wieder nach Hause fahren.

Die Sonne schien auch noch, als wir der „Mizen Head“, wie der südlichste Punkt der Insel heisst, erreichten. Leider waren wir etwas zu spät, denn das Visitor Zentrum hatte schon geschlossen, weshalb wir nicht mehr bis ganz nach vorne zu den Klippen gehen konnten. Dennoch war es dort beim Mizen Head sehr schon und ich habe es sehr genossen.

Nachdem wir einigen Campern dabei zugesehen haben, wie sie ihren Campingwagen für die Nacht vorbereiteten, verspürten wir plötzlich Sehnsucht nach Zuhause, und so machten wir uns auf den Rückweg.

Leider dauerte der schlussendlich relativ lange und das obwohl wir nach einem letzten Halt in Goleen praktisch durchfuhren.

Den einzigen Zwischenstopp legten wir beim Ladies View beim Ring of Kerry ein. So spät waren wir fast die Einzigen, die noch dort waren, und so hatten wir das Glück, eine Art Reh aus nächster Nähe beobachten zu können. Das Tier graste keine zwei Meter von uns entfernt und zeigte keinerleis Scheu vor Menschen.

Nachdem wir von einem Schwarm fruchtfliegenartiger Insekten, die stechen wie Mücken, davongejagdt wurden, fuhren wir schliesslich heim.

Irland – Montag 27.7.15

Als ich aufwachte, regnete es. Als wir losfuhren, regnete es. Wobei Regen eigentlich zu viel gesagt ist. Vielmehr nieselte es, was die Sache in gewisser Weise nur noch schlimmer machte. Man wurde nicht richtig nass, nein. Aber die Feuchtigkeit drang in die Kleider und machte alles ganz klamm. Dazu wehte ein kalter, starker Wind vom Meer herein. Doch dies war noch nichts im Vergleich zu den Sturmböen, die wir heute noch zu spüren bekommen sollten.

 

Wir hatten beschlossen heute, trotz des scheusslichen Wetters, die Cliffs of Moher besichtigen zu gehen. Um dorthin zu gelangen, mussten wir zuerst den Shannon überqueren. Von Tarbert her fährt eine Autofähre über die Meerenge. Auf der Fähre war es recht kalt und da es zusätzlich zum Wind auch noch regnete, verbrachte ich die ca. 20 minütige Fahrt grösstenteils im Auto.

In Killimer angekommen fuhren wir direkt zur Küste. Dort folgten wir einer kleinen Küstenstrasse und konnten einen tollen Ausblick geniessen. Das Meer war heute sehr wild. Wilder als wir es bis jetzt erlebt hatten. Die starken Böen trieben die Wellen mit einer ungeheuren Kraft gegen die Felsen und das Wasser schäumte.

Hin und wieder konnten wir weisse Flocken von den Klippen heraufwinden sehen. Schaumflocken der Gischt, die im Wind tanzten. Es sah beinahe aus, als würde es schneien.

 

Bei einem kleinen Parkplatz hielten wir schliesslich an, um diese Naturgewalt draussen zu geniessen. Wir packten uns fest in unsere Windjacken ein und wagten uns nach draussen. Zwar hatte es inzwischen aufgehört zu regnen, doch der Wind liess das Wasser bis zu uns hinaufspritzen. Es windete so heftig, dass wir Mühe hatten gerade zu stehen. Als wir unsere Gehirne genug durchgelüftet hatten, stiegen wir wieder ins Auto und fuhren weiter.

Wir folgten mehr oder weniger der Küstenstrasse nach oben, vorbei an Kilmurry, dem Spanish Point und Rinneen. (Manchmal wundere ich mich ab diesen spezielen Ortsnamen schon ein bisschen!) In Lahinch machten wir dann nochmals einen kurzen Stop und besichtigten die Liscannor Bay.

Auch dort windete es heftig und der Wind hatte die Wolken beiseite geweht, sodass nun die Sonne zu sehen war.

 

Als wir genug vom Strand hatten, fuhren wir noch das letzte Stück bis zu den Cliffs of Moher. Wenn man etwas über die Cliffs liesst, steht da immer, dass die Cliffs bei Touristen sehr beliebt seien. Doch es mag daran gelegen haben, dass Montag war, oder dass es schon ca. 15.00 Uhr war oder dass es schon wieder WOlken am Himmel hatte, oder auch durch ein Zusammenspiel dieser Faktoren, auf jeden Fall hatte es bei den Cliffs of Moher viel weniger Leute als ich erwartet hätte.

Nachdem wir den Eintritt bezahlt hatten, machten wir uns auf den Weg zu den Klippen. Es war ein kurzer Fussmarsch bis zum höchsten Punkt, eigentlich nicht besonders schwierig zu bewältigen, doch wir hatten die Rechnung ohne den Wind gemacht. Es windete so heftig, dass wir aufpassen mussten, nicht rückwärts wieder die Treppe hinuntergeweht zu werden.

Oben war der Wind sogar noch heftiger. MAn konnte richtiggehend in den Wind liegen. Viele Leute kämpften sich zur windigsten Stelle vor und sprangen in die Luft, was einem das Gefühl verlieh, man würde fliegen. Ich bin mir ziemlich sicher, hätte ich Flügel gehabt, ich wäre davongeflogen.

Die Klippen an sich waren sehr eindrucksvoll. Zwar sind die Cliffs of Moher nicht die höchsten Klippen Irlands, doch hier sieht man die Höhe viel besser als zum Beispiel bei den Slieve Leagues, denn die Felsen fallen hier beinahe senkrecht ab.

Nachdem wir genug vom Wind und der tollen Aussicht hatten, gingen wir wieder nach unten und statteten dem Souvenir-Shop einen Besuch ab. Als wir schlussendlich wieder im Auto sassen, dachte ich wehmütig an das unbeschreibliche Gefühl der Freiheit zurück, das ich auf den Klipppen oben, vom Wind fast davongeweht, verspürt hatte.

 

Die Heimfahrt verlief ziemlich ereignislos. In Shannon hielten wir kurz beim McDonalds und assen etwas. Danach fuhren wir ohne Halt nach Hause. Irgendwie bin ich froh, dass wir an einem Tag bei den Cliffs waren, der nicht super tolles Wetter versprach, denn sonst hätte es vielleicht nicht so fest gewindet, dass man das Gefühl hatte fliegen zu können.

Irland – Sonntag 26.7.15

Als ich heute Morgen aufwachte, regnete es. Mal wieder. Und wie schon öfters hier in Irland, war es, als wir endlich aufbruchbereit waren schon so spät, dass wir beschlossen unseren Besuch bei den Cliffs of Moher auf einen anderen Tag zu verschieben.

Irgendwann drückte die Sonne durch die graue Wolkendecke und wir nutzten die Gelegenheit um aufzubrechen. Vor dem Haus entdeckten Papi und Fabian einen Go-Kart und wir trampten einige zeitlang über den Platz, bevor wir endgültig losfuhren.

Unser Ziel war ein Nationalpark in der Nähe von Killarney. Um dorthin zu gelangen, fuhren wir auf der N69 Richtung Südwesten. In einer kleinen Stadt namens Tralee machten wir eine erste Pause, um im LIDL etwas einkaufen zu gehen. Das spezielle an den Lebensmittelläden in Irland ist, dass sie meistens 7 Tage die Woche offen haben. So hat der LIDL an Sonntag beispielsweise bis um 21.00 Uhr offen.

 

Von Tralee aus fuhren wir weiter nach Killarney und dort wagten wir einen Versuch das Muckhouse und Garden anzuschauen. Allerdings hatte es dort so viele Touristen, dass wir ohne anzuhalten weiterfuhren.

Wir fuhren nun auf der Strasse des Ring of Kerrys. Dort sollte es sehr schon sein, doch im Moment war es vor allem sehr nass. Irgendwo im Nationalpark hielten wir schliesslich an, um uns mal umzusehen. Wir stiegen ein bisschen über die Felsen am See und setzten uns schliesslich, um das mitgebrachte Sandwich zu essen.

Zwar regnete es zu dieser Zeit gerade nicht, doch in der Ferne konnten wir eine Regenwand auf uns zukommen sehen.

Wir beschlossen, dass es nur bedingt Sinn machte, jetzt den Ring of Kerry noch in Angriff zu nehmen, da dies viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Deshalb nahmen wir den gleichen Weg zurück, wie wir gekommen waren.

Anschliessend fuhren wir noch zum „Gap of Dunloe“. Zu diesem Gap kann man nur zu Fuss oder mit der Kutsche gelangen. Leider regnete es noch immer recht stark und für die Wanderung benötigte man sicher 1.5 Stunden. Deshalb kehrten wir nur in einem nahen Café (the Heather) ein, um zu beratschlagen, was zu tun sei.

Da es schon 16.30 Uhr war, beschlossen wir nach Hause zu fahren. Unterwegs gingen wir noch das Abendessen einkaufen. Den Abend verbrachten wir glücklich und zufrieden zu Hause vor dem Kamin.

Irland – Samstag 25.7.2015

Der heutige Tag ist grundsätzlich schnell erzählt. Für uns hiess es „adjeu Rhododendron Inn“, „Hallo Hazel Cottage“. Heute zogen wir vom Norden in den Süden der Insel. Bessergesagt in die Nähe des kleinen Dörfchens Ballyhahill im County Limerick.

Um 9.00 Uhr waren wir alle abmarschbereit. Alles war gepackt und ins Auto verladen. In einem Café in Laghey gab es noch Frühstück, bevor wir uns auf den Weg in unser neues zu Hause machten. Wir waren alle sehr gespannt, wie die neue Bleibe sein würde, denn laut der Beschreibung wirkte das zweite Haus etwas luxuriöser als dieses relativ einfach Haus im Norden.

Von Donegal fuhren wir nach Sligo und von dort über Charleston auf Galway. Von dort aus ging es weiter nach Limerick. Dann dem Meerarm entlang, bis wir schliesslich in Loghill waren, von wo aus die Strasse nach Ballyhahill führte.

 

Obwohl die Fahrt insgesamt ca. 5 Stunden gedauert hatte, waren wir etwas zu früh. Deswegen fuhren wir noch kurz nach Newcastle West, um ein Abendessen zu kaufen. Wieder zurück in Ballyhahill riefen wir die Vermieterin an, damit sie uns das Haus zeigen konnte. Erwartungsvoll kamen wir schliesslich beim Haus an.

Mary hat uns sehr freundlich empfangen.

Als wir beim Hazel Cottage ankamen, hat sie uns sofort alles gezeigt. Wir betraten das Haus und als wir alle im Wohnbereich standen, hat es und allen die Sprache verschlagen…

 

Das ganze Haus war im Landstilhaus eingerichtet und im Esszimmer hatte Mary den Tisch schön gedeckt und extra für uns Scones gebacken. Im angrenzenden Wohnimmer hatte es zwei bequem aussehende Sofas mit Fernseher und Kamin und die Küche war sehr hell und freundlich.

Danach zeigte Mary uns die Schlafzimmer. Insgesamt gab es drei davon und alle waren in verschiedenen Farben gestaltet und sehr geschmackvoll eingerichtet.

Mary erklärte uns auch die Sauna, den Worlpool und die Dusche mit den vielen Brausen und Regenfunktion und vielem mehr.

 

Als die Hausführung beendet was, wünschte Mary uns einen „Lovely“-Aufenthalt und fuhr zu der nahen Farm, die sie bewohnte.

Wir holten erst einmal das Gepäck aus dem Auto und richteten uns ein bisschen ein.

Später assen wir die Scones, sie waren köstlich. Da Fabian sich lautstark beklagte, Scones könne man nicht zum Apéro essen, gab es im Anschluss dann einen richtigen Apéro und später gabs auch noch Abendessen.

Müde von der langen Fahrt, schauten wir noch einen Film, bevor wir um Mitternacht zu Bett gingen.

Irland – Freitag 24.7.2015

Heute haben wir den Morgen zu Hause verbracht. Nicht, dass wir das wirklich so beabsichtigt hätten, nein, wir hatten alle einfach keine grosse Lust weg zu gehen. Es regnete immer wieder stark und alle gingen ihren eigenen Beschäftigungen nach.

Es war nach 12.00 Uhr, als wir beschlossen noch an einen nahen Strand zu gehen. Ins Auge gefasst hatten wir einen Strand in der Nähe von Partnoo, der sehr schön sein sollte. Also fuhren wir über Donegal nach Ardara und von dort auf eine Strasse die uns der Küste nach nach Portnoo führen würde.

Ich habe den Fahrstil der Iren schon einmal beschrieben, an dieser Stelle nun jedoch noch eine kleine Ergänzung. Wie schon gesagt, die allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung liegt meistens bei 80 oder 100 Stundenkilometer. Nun kommt aber das Verwirrende an dem Ganzen. Manchmal stehen wichtige Informationen zu den Verkehrsregeln auf der Fahrbahn. So wird man zum Beispiel öfter mit einem „Slow“ darauf hingewiesen, dass man hier vorsichtig fahren soll. Oft steht dann einige Meter darauf ein „Slower“, um den Hinweis zu verdeutlichen.
Das rhetorische an der Sache ist, dass kaum 10 Meter nach dieser Warnung dann meistens ein Schild kommt, dass man max. 100 h/km fahren darf. Sind 100 h/km etwa slow`?

Nach einer kleinen Rundfahrt kamen wir schliesslich zu besagtem Strand. Dieser Strand war im  Vergleich zum etwas mickrigen Strand am Vortag wirklich fantastisch. Riesengross und mit wenigen anderen Leuten.

 

Wir spazierten lange am Strand entlang, badeten unsere Füsse im erstaunlich warmen Meer, sammelten Muscheln und genossen einfach das Sein.

Zudem war das Wetter beinahe perfekt, nur einige wenige Wolken waren am Himmel zu sehen und vom Regen vom Vormittag war weit und breit nichts mehr zu sehen.

Nachdem wir wieder zurück beim Auto waren, kehrten wir in einem Bistro in Strandnähe ein. Da es schon gegen den Abend zuging und dies unser letzter Abend im Norden war, wollten wir gerne noch in einem Restaurant in Donegal essen gehen.

Wir hatten das Restaurant im Laufe der Woche entdeckt und nun wollten wir schauen, ob „The Harbour“ so gut war, wie die Kritiken sagten. Und man kann glaube ich wirklich sagen, dass es ein Volltreffer war.

Glücklich und zufrieden fuhren wir zum Rhododendron Inn zurück. Dort angekommen packten wir schon mal unsere Koffer, damit wir am nächsten Morgen früh los konnten.

Irland – Donnerstag 23.07.2015

Heute wollten wir etwas weiter in den Süden fahren. Zwar hatten wir kein richtiges Ziel vor Augen, doch wir hatten uns die Region unterhalb von Sligo ausgesucht.

Am Morgen hatte es einige Male heftig geregnet, doch als wir um ca. 11.30 Uhr endlich von zu Hause aufbrachen, konnte man durch die Wolken schon den blauen Himmel erkennen.

Zuerst fuhren wir nach Sligo und von dort aus ging es weiter nach Westport. Das war ein kleines Städtchen, das obwohl es recht auf Touristen ausgerichtet ist, sehr hübsch aussah. Die bunten Häuser und vielen Cafés luden zum Verweilen ein. Zuerst wollten wir parkieren und die Stadt zu Fuss erkunden, dieses Vorhaben scheiterte jedoch in Ermangelung eines Parkplatzes.

Deshalb fuhren wir hinunter zum „Hafen“. Dort gab es aber keine Schiffe und Menschen waren dort auch fast keine zu sehen. Wir liefen die Strasse zwar einmal auf der einen Seite hinab und auf der anderen Seite wieder zurück, doch es gab nicht viel Interessantes zu sehen, weshalb wir recht bald weiterfuhren.

Wir hatten Glück mit dem Wetter. Es schien doch tatsächlich mal die Sonne und ausnahmsweise sah man mal mehr blauen Himmel als Wolken.

Das mit dem Wetter ist in Island sowieso so eine Sache. Man könnte meinen hier herrsche Dauer-April-Wetter. Im einen Moment scheint die Sonne und im Nächsten schüttet es, wie aus Eimern. Dazu weht meist ein recht kalter Wind, was die angenehmen Temperaturen um die 20 °C etwas kühl erscheinen lassen. Alles in allem hatten wir bisher aber recht gutes Wetter. Es regnete zwar mindestens einmal am Tag, doch mit der richtigen Ausrüstung ist das alles kein Problem.

Inzwischen war es schon 16.00 Uhr, wir hatten für die Fahrt bis nach Westport ca. 4 Stunden gebraucht und es war damit zu rechnen, dass wir für die Rückfahrt mindestens genauso lange benötigen würden.

Nach einer kurzen Beratschlagung was wir noch tun wollten, beschlossen wir, noch an einen nahen Strand zu fahren.

Ich hatte das Gefühl, noch irgendetwas unternehmen zu müssen, denn ich wollte nicht umsonst so weit gefahren sein. Und ich denke den anderen ist es wohl ähnlich gegangen. Wir suchten auf der Karte den nächstliegenden Strand und fuhren los.

Am Strand hatte es einige Familien, die sich zum Teil wagemutig in die Fluten stürzten. Uns jedoch war das Wasser entschieden zu kalt und so spazierten wir nur am Strand entlang und zeichneten Linien in den Sand. Nach einer Weile hatten wir genug vom Herumlaufen und gingen zurück zum Auto.

Die Rückfahrt zog sich in die Länge, sodass wir erst um 20.00 Uhr zu Hause ankamen. Die Sonne schien auch hier noch und wir setzten uns für einen Apéro nach draussen, wo wir einen tollen Sonnenuntergang geniessen durften.

Irland – Mittwoch 22.7.2015

Schon beim Aufwachen wusste ich, dass irgendetwas anders war. Das Licht im Zimmer war zu hell und obwohl ich durch den Vorhang nicht nach draussen sehen konnte, wusste ich, dass die Sonne schien. Und tatsächlich,  ich konnte nur wenige Wolken sehen und dafür schien die Sonne vom blauen Himmel herab.

 

Es war schon relativ spät, wir alle hatten heute etwas länger geschlafen, deshalb beschlossen wir heute nicht allzu grosse Sprünge zu machen und endlich zu unserem hauseigenen See zu gehen und das Boot auszuprobieren, welches in der Hausbeschreibung angepriesen wurde.

Aus dem Schuppen holten wir zwei Paddel und überwanden uns schliesslich auch die etwas miefigen Gummistiefel anzuziehen, die uns der Vermieter zur Verfügung gestellt hatte. Ein Glück, wie sich bald herausstellen sollte.

 

Laut Beschreibung mussten wir um zum See zu kommen vom Haus aus rechts am Schuppen vorbei und durch das Tor. Danach immer geradeaus dem Trampelpfad nach, bis zur Moorlandschaft von wo aus man den See schon sehen könne.

Naja schon die ersten Schritte hinter dem Zaun zeigten, dass wir uns nun auf der Pferdeweide befanden. Tiefe Hufabdrücke und Pferdekot säumten en Pfad, der eigentlich mehr ein Schlammbad war als ein richtiger Weg. Nachdem wir den Trampelpfad auf der Weide wiedergefunden hatten (vom „ruhigen Pferd fehlte jede Spur“) folgten wir dem Matsch zwischen Rhododendron hindurch bis zu besagter Moorlandschaft. Nun zeigte sich schon überdeutlich, dass Gummistiefel wirklich unabdingbar waren, mit normalen Schuhen, hätten wir das nämlich nicht geschafft. Immer wieder versank man im Morast und man musste aufpassen, dass die Stiefel beim Herausziehen nicht stecken blieben.

Schliesslich hatten wir es aber geschafft und fanden uns im Moor wieder. Von hier aus konnten wir den See wirklich schon sehen und so gingen wir munter weiter.

 

Fabian, der schon etwas vorausgegangen war, lotste uns zum Ruderboot, welches von Gebüsch völlig verdeckt am Ufer lag. Als wir es schliesslich gefunden hatten, stellte sich uns die Frage, ob dieses Boot vier erwachsene Personen tatsächlich tragen würde. Und noch viel wichtiger, war das Boot wassertauglich. Die Antwort ist, ja es hält vier Personen aus und ja es ist wasserdicht. Auch wenn es nicht unbedingt einen vertrauenserweckenden Eindruck machte, brachte uns das Boot schliesslich sicher zum Strand hinüber. Um ehrlich zu sein, ganz geheuer war mir die Sache nicht, doch als wir dann in etwas tieferem Gewässer immer noch auf und nicht unter dem Wasser waren, war es dann doch ganz lustig.

Als wir wieder sicheren Boden unter den Füssen hatten, genossen wir unseren persönlichen Sandstrand. Naja, Strand ist etwas viel gesagt, vielmehr war es eher ein Sandfleck. Doch die Sonne schien und die Wellen schwappten über unsere Gummistiefel und wir waren rundum zufrieden. Irgendeinmal beschlossen wir zurückzugehen und Fabian und ich paddelten zurück zur Anlegestelle während Mami und Papi den See zu Fuss umrundeten.

 

Beim Zurücklaufen durch das Moor blieb Fabian plötzlich stehen und deutete nach vorne. Wir hatten an diversen Stellen schon Pferdedung gesehen, doch niemand hatte damit gerechnet, dass das Pferd uns bis hierhin folgen würde. Doch dort zwischen einigen Büschen stand es und graste. Leider stand es genau neben dem Trampelpfad und da wir das Pferd nur von der Beschreibung her kannten, wollten wir ihm nicht zu nahe kommen.

Als das Pferd keine Anstalten machte sich von dort wegzubewegen, gingen wir vorsichtig an ihm vorbei. Es schaute uns nur aufmerksam nach, doch als wir ca. 50 Meter weit gelaufen waren, kam es uns nach. Das Pferd überholte uns und platzierte sich mitten auf dem Weg vor uns, wo es beharrlich stehen blieb. Eine Weile versuchten wir es durch gutes Zureden dazu zu bringen den Weg freizugeben, doch es klappte nicht.

Schliesslich näherte ich mich ihm vorsichtig und es gelang mir es zu streicheln und es mit etwas Zucker so aus dem Weg zu locken, dass die anderen vorbeigehen konnten. Als wir schliesslich zurück zum Haus gingen, folgte das Pferd uns.

 

Meine Vermutung, dass es nur nach Gesellschaft suchte, bestätigte sich, als es sich direkt vor den Ausgang stellte, durch den wir die Weide verlassen wollten.

Irgendwann verlor das Pferd jedoch glücklicherweise das Interesse und es galoppierte über die Weide davon. Mir tat es ein bisschen Leid, den ganzen Tag ist das Pferd alleine auf der Weder. Ich habe noch nie einen Menschen in seiner Nähe gesehen. Bestimmt ist es einfach nur einsam.

 

Nachdem wir wieder beim Haus waren und unsere schmutzigen Kleider in die Waschmaschine gesteckt hatten, beschlossen wir noch nach Letterkenny zum Einkaufen zu fahren.

Nach dem Abendessen im Kentucky Fried Chicken fuhren wir nach Hause zurück und verbrachten die Zeit mit lesen.