Autor: Sabrina

Irland – Dienstag 21.7.2015

Heute ging es ab in den Norden, Unser Ziel: Der nördlichste Punkt von Irland. Eigentlich wollten wir um 9.00 Uhr starten, doch wie es so ist mit den guten Vorsätzen… meistens hält man sie dann doch nicht ein. So machten wir uns erst um ca. 10.30 Uhr auf den Weg nach „Malin Head“.

Unser Weg führte uns auf der N13 über Letterkenny nach Fahan, wo wir einen ersten kurzen Stopp einlegten um einen alten Friedhof zu besichtigen. Dort befand sich das Grab von Agnes Elizabeth Jones. Sie war Krankenschwester im 19. Jahrhundert und wurde für ihre gute Arbeit geehrt. Ausserdem befand sich auf dem Friedhof des alten Klosters auch noch eine alte Kreuzplatte die mit kunstvollem Flechtwerk überzogen ist. Nachdem wir den Friedhof besichtigt hatten, ging es weiter Richtung Norden. Wir verliessen die grösseren Strassen und fuhren der Küste entlang. Um zum nördlichsten Punkt zu kommen, mussten wir „The Gap of Mamore“ überqueren. Dies ist ein Pass mit einer sehr steilen Passstrasse (bis 30% Steigung). Eine schnurgerade Strasse führt den Hang hinauf und wenn man den höchsten Punkt erreicht hat, kann man auf der anderen Seite plötzlich den Ozean sehen. Ein Blick zurück erlaubt einem die Aussicht auf einen grossen Windpark, wie man sie hier in Irland oft antrifft.

Die Abfahrt auf der anderen Seite des Passes ist mindestens genauso steil wie der Anstieg. Dabei konnten wir einen tollen Ausblick auf die Umgebung und das Meer geniessen.

 

Nun fuhren wir ohne Halt bis zum „Malin Head“ dem absolut nördlichsten Punkt Irlands. Zusammen mit einigen anderen Touristen standen wir uns die Strasse zum alten Aussichtsturm hoch. Mit Müh und Not ergatterten wir noch einen Parkplatz und konnten nun endlich die grossartige Aussicht geniessen.

Zwar hatte es viele Leute am nördlichsten Punkt, doch das war zu erwarten gewesen und es störte uns nicht weiter.

Zu Fuss liefen wir noch ca. 1 km weiter nach Westen, denn dort sollte sich laut Wegweiser ein Ort namens „Hells Hole“ befinden. Der Höhlenschlund ist eine sehr enge und sehr tiefe Felsenschlucht, in der man unten die Wellen gegen die Felsen schlagen sehen kann. Wirklich ein sehr beeindruckender Anblick.

 

Nachdem wir nun schon solange unterwegs waren, kehrten wir in einem kleinen Café ein, in dem wir nicht nur etwas zu Trinken, sondern auch fantastisch Club-Sandwiches bekamen. Wir beschlossen auf der Heimfahrt die andere Seite der Halbinsel hinunterzufahren. Gesagt getan und so fuhren wir bis nach Moville und von dort aus auf der R238 zurück Richtung Letterkenny.

 

In Burt machten wir noch einmal eine Pause und besichtigten den „Grianán of Aileach“.  Das ist ein restauriertes Steinfort, welches ein historisches Zentrum von Kultur und Politik in der Zeit der frühirischen Herrscher (800 v. Chr.) war. Das Fort ist ein rundes Gebilde, das Innen wie ein Amphitheater mit mehreren Sitzebenen aufgebaut ist. Flache Stufen erlauben es einem die obersten Ränge zu erklimmen und von dort oben den fantastischen Blick auf das umliegende Land zu geniessen.

 

Es war nun schon etwas spät und wir waren müde von der langen Fahrt. Wir fuhren deshalb mit nur einem kurzen Stopp in Letterkenny, wo wir unser Abendessen einkauften, nach Hause.

Irland – Montag 20.7.2015

Müde von dem tollen Vortag schliefen wir heute etwas länger aus. Erst um ca. 11.30 Uhr machten wir uns auf den Weg. Nach der langen Fahrt am Sonntag beschlossen wir, heute etwas in der Gegend zu bleiben, zumal es den ganzen Tag über immer Mal wieder regnete. Unser Weg führte uns nach Sligo, der grössten Stadt im Norden Irlands.

 

Unterwegs machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Mullaghmore, wo wir auf den Atlantik hinausschauten und den Wind genossen.

Danach ging es weiter nach Sligo, wo wir die Stadt unsicher machten. Im Pennys erstand ich einige T-Shirts und im Tesco machten wir unsere Lebensmitteleinkäufe. Nachdem wir vom Einkaufen genug hatten, machten wir uns mit je einem Areo-Glacé auf den Rückweg.

Wenn man in Irland übers Land fährt, hat an manchmal das Gefühl, man wäre in der Schweiz. Die Landschaft ist oft sehr ähnlich wie wir es von uns kennen. Es hat nur deutlich mehr Weiden mit Schafen oder Kühen. Ausserdem gibt es in Irland relativ viel Moorgebiet. Rund 5% von Irland ist mit Moor bedeckt. Dort wachsen dann ganz andere Pflanzen und die Landschaft sieht anders aus.

Ein grosser Unterschied zur Schweiz sind zum Beispiel auch die Häuser. In Irland gibt es zwei Arten von Anwesen. Die grossen, gut gepflegten Villen und die kleinen, oft etwas heruntergekommenen Häusschen auf dem Land. Häuser in der Schweiz haben meist weisse Fassaden. In Irland jedoch sind die Häuser oft in dunklen Farben gehalten oder mit groben Steinen „geziert“. Das ist doch ein sehr grosser Unterschied, denn zusammen mit dem feuchten Wetter wirken Dörfer voll solcher Häuser oft etwas düster.

 

Schliesslich kamen wir wieder im Rhododendron Inn an und machten uns vor dem Abendessen noch einen Apéro. Danach schauten wir noch den Film zu Ende, den wir am ersten Tag begonnen hatten, bevor wir schliesslich zu Bett gingen.

 

Irland – Sonntag 19.7.2015

Als ich erwachte, regnete es. Allerdings war das nicht nur ein kleiner Schauer, wie man vielleicht erwartet hätte, nein! ES goss wie aus Kübeln. Das sah nach einem recht trüben Tag aus. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

 

Nachdem wir schlussendlich alle wach waren, zogen wir ohne Frühstück los, denn wir wollten das Mega-Spar-Restaurant in der Nähe testen. Unterwegs kamen uns extrem viele Autos entgegen. Das könnte man nun natürlich der Tatsache zuschieben, dass es Sonntag war, allerdings hatten wir das seltsame Gefühl, dass da noch etwas anderes dahinterstecken musste. Diese Vermutung bestätigte sich beim Frühstück. Es hatte relativ viele Leute in dem Restaurant und praktisch alle trugen ein grün-gelbes Fan-Trikot. Während wir so frühstückten fuhren sogar zwei  Busse vor, die Ladungen von Fans, alle in leicht bis stark angetrunkenem Zustand, ausluden.

Jetzt wollten wir endlich wissen, für welche Sportart sich die Iren so dermassen interessierten, denn ganz offensichtlich fand heute dieser legendäre Match statt, auf den sie schon seit langem hinfieberten.  Wie könnte man so etwas leichter herausfinden, als im Internet… und siehe da. Heute spielten die Footballmannschaft von Donegal gegen die aus Monaghan um den „Ulster Senior Football Title“ und offenbar war heute das ganze County Donegal unterwegs nach Clones, o dar Match stattfand.

 

Froh machten wir uns deshalb auf in den Norden, denn wenn die ganzen Leute mit Football beschäftigt waren, wären die Strassen sicher menschenleer, hofften wir.

Von Donegal aus fuhren wir nach Derry und von dort nahmen wir die Causeway Coastal Route. Schon auf Höhe Derry stellten wir fest, dass es wohl noch schönes Wetter geben würde und als wir auf die Küstenstrasse bogen schien tatsächlich die Sonne. Die Route ist eine Strasse ganz im Norden von Nordirland, an der viele alte Burgen und Schlösser, aber auch andere beeindruckende Naturphänomene liegen. Den ersten Stopp legten wir beim Downhill Demesne und dem Moussenden Temple ein. Das war eine grüne Parkanlage, wo man nach einem kurzen Spaziergang links auf dem Hügel ein altes Mausoleum stehen sehen konnte. Wir bogen jedoch rechts ab und erklommen einen Hügel auf dem das beeindruckende Downhill House stand. Heute liegt das 1774 erbaute Haus in Tümmern, doch die riesige Ruine und der Blick aufs Meer ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Etwas näher am Meer vorne liegt der Mussenden Tempel. Der Tempel wurde direkt an der Klippe erbaut und unten erstreckt sich das tiefblaue Meer. Ein Anblick, der einem wirklich die Sprache verschlägt. Übrigens, für alle Game of Thrones Begeisterten, der Strand unten am Meer, mit dem Tempel als Kulisse war Schauplatz der Götterverbrennung, die Lady Melisandre zu Ehren ihres Gottes R’holar vollführte.

In Wirklichkeit wurde der Tempel früher als Bibliothek verwendet, doch heute ist der einzelne Raum leer. Wir hatten Glück, denn genau heute spielte im Tempel ein Mann Gitarre und sang dazu alte irische Lieder. Ihm zuzuhören, in diesem einzigartigen Raum, mit Blick aufs Meer, erzeugte eine sehr tolle Stimmung.

 

Nachdem wir den Tempel besichtigt hatten, fuhren wir weiter auf der Causway Coastal Route. Das mit dem Autofahren in Irland ist aber so eine Sache. Die Iren fahren zwar sehr gerne und sehr schnell Auto, doch von Verkehrsregeln haben viele von ihnen wohl noch nie etwas gehört. Wenn jemand ihnen zu langsam fährt, dann überholen sie ihn, egal wie übersichtlich ein Weg gerad ist. Der Blinker ist bei den meisten Iren entweder kaputt oder sie halten ihn einfach für so überflüssig, dass sie ihn schlichtweg einfach ignorieren.

Andererseits sind da die Geschwindigkeitsbegrenzungen. In der Schweiz fährt man, wenn es eine Ansammlung von Häusern hat meistens etwas langsamer. Hier in Irland ist so 80 h/km nicht unüblich. Ganz allgemein beträgt die normale Geschwindigkeit hier 100 h/km und das auf engen Strassen mit vielen Kurven. Für uns Schweizer ist das am Anfang nicht leicht, zumal wir uns auch noch Rechtsverkehr gewohnt sind und in Irland links gefahren wird.

 

Irgendwann kamen wir dann aber doch zur nächsten Attraktion, die wir, und anscheinend auch alle anderen Touristen in Irland, anschauen wollten: den Giant’s Causeway. Als wir nämlich auf den Parkplatz fuhren, trauten wir unseren Augen kaum. Ein riesiges Touristenzentrum markierte den Eingang zum Giant’s Causeway. Man musste Eintritt zahlen und bekam einen elektronischen Führer in die Hand, der einem interessante Details  über diese speziellen Steinformationen erzählte. Mehrere Busse chauffierten die Touristen für 1.30£ zum Causeway und wieder zurück. Wer wollte, konnte natürlich auch hinunterlaufen. Wir bewältigten den ca. 15 minütigen Weg selbstverständlich zu Fuss und hörten uns unterwegs an, was der Guide zu sagen hatte.

Der Legendenach wollte der irische Riese Finn McCool ein Kräftemessen mit einem schottischen Riesen veranstalten. Deshalb erbaute er den Giant’s Causeway der Irland mit Schottland verband. Als er jedoch seinen schottischen Gegner am Horizont auftauchen sah, flüchtete er aus Angst vor dessen Grösse nach Hause zu seiner Frau. Diese verkleidete ihn kurzerhand als Baby und steckte ihn ins Bett. Als der schottische Riese schliesslich an ihre Türe klopfte sagte sie ihr Mann Finn sei gerade ausser Haus und präsentierte ihm stattdessen das „Baby“. Der schottische Riese erschrak fürchterlich ab dem Riesenbaby und rannte zurück nach Schottland aus Furcht davor, wie gross denn der Vater sein möge, wenn das Baby schon so gross sei. Den Giant’s Causeway riss er hinter sich nieder, damit Finn McCool nie zu ihm kommen konnte.

In Wirklichkeit entstanden diese 5- bis 7-eckigen Steinformationen aber durch langsam erkaltendes Lava tief im Erdinneren und ist sowohl an der Küste von Irland, als auch an der schottischen Küste zu finden.

Nachdem wir den Giant’s Causeway mit allen anderen gebührend bewundert hatten, machten wir uns auf den Rückweg zum Auto. Für mich persönlich war der Ort etwas enttäuschend. Nicht die Steine an sich, die waren wirklich sehr beeindruckend, vielmehr empfand ich die ganze Anlage und die vielen Touristen als störend. Ausserdem sehe ich das Besucherzentrum und die ganze Aufmachung des Causeways als Geldmacherei und somit unnötig. Wer mal in Nordirland ist, sollte aber auf jeden Fall dort vorbeischauen, vielleicht aber nicht an einem Sonntag sondern unter der Woche, wenn es eventuell weniger Touristen hat.

 

Vom  Giant’s Causeway her fuhren wir ins Landesinnere, zu einer ganz speziellen Allee. Der „Dark Hedges Allee“. Diese wundersame Alle aus Buchenbäumen wurde im 18. Jahrhundert gepflanzt und ist heute einer der aussergewöhnlichsten und am Meisten fotografierten Orte in ganz Nordirland. Im Gegensatz zum Giant’s Causeway sind hier nicht ganz so viele Leute unterwegs, vermutlich lohnt es sich aber auch hier unter der Woche oder am frühen Morgen zu kommen, wenn man ein menschenfreies Foto schiessen möchte.

Auch der Giant’s Causeway und die Dark Hedges Allee sind Kulissen die in Game of Thrones vorkommen. Letztere stellt den Königsweg dar und wir oft von Räubern und Dieben belagert.

 

Nachdem wir auch noch dieses letzte Naturphänomen bewundert hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Erst um ca. 11 Uhr kamen wir schliesslich zu Hause an und machten uns noch etwas Kleines zu Essen, bevor wir müde von dem langen Tag in unsere Betten kippten.

Irland – Samstag 18.7.2015

Warm eingekuschelt wachte ich heute Morgen gegen halb 10 Uhr auf. Die Sonne schien ins Zimmer und für einen kurzen Augenblick wunderte ich mich, wieso ich nicht schon viel früher aufgewacht war, denn normalerweise kann ich nicht gut schlafen, wenn es nicht dunkel ist.

Irgendwann beschloss ich, dass es an der Zeit war aufzustehen und ich ging hinunter. Mami und Papi machten sich gerade bereit ins Dorf zu fahren um noch etwas einzukaufen. Ich ging nach draussen und genoss en paar Sonnenstrahlen. Die letzten für diesen Tag, denn am Himmel zogen schon wieder dunkle Wolken auf. Auf der Weide neben dem Haus sah ich heute erstmals das weisse Pferd, von welchem es in der Hausbeschreibung heisst, es sei ruhig und freue sich sehr über Menschen am Haus. Naja ob das Pferd sich über unsere Anwesenheit freute ist schwierig zu sagen, jedenfalls wirkte es neugierig und ich konnte einige Fotos von ihm machen.

Wieder im Haus versuchte ich meine Haare unter Kontrolle zu bringen. Leider erwies sich die Dusche als Witz, denn die Brause berieselte meinen Kopf so schwach, dass es eine Weile dauerte, bis ich Wasser auf der Haut spürte. Nachdem dieses Problem behoben war, frühstückten wir und machten uns gegen 11 Uhr auf den Weg. Da wir schon etwas spät dran waren, beschlossen wir für heute in der näheren Umgebung zu bleiben.

 

Mit dem Auto fuhren wir zuerst nach Donegal, wo wir in einem Touristenzenter viele Prospekte sammelten, mit Ideen, was man hier noch alles so machen könnte. Anschliessend fuhren wir weiter nach Killybegs, wo wir auf die Küstenstrasse des „Wild Atlantic Ways“ fuhren. Diese Strasse führte mehr oder weniger an der Küste entlang und nach einiger Zeit führte ein Weg tatsächlich hinunter zum Strand. Das liessen wir uns natürlich nicht entgehen, sondern statteten dem Meer einen ersten Besuch ab. Am Strand hatte es auch einige andere Besucher, darunter auch ein paar waagemutige Iren, die sich in Badehose in die Fluten stürzten.

Wir waren von dieser Idee nicht ganz so begeistert und begnügten uns damit, am Strand entlang zu spazieren, Muscheln zu sammeln und Fotos zu schiessen. Nach einer Weile fuhren wir auf der Küstenstrasse weiter Richtung Westen und kamen schliesslich nach Teelin. Von dort aus kann man zu den höchsten Klippen Europas laufen. Den Slieve Leagues. Bevor wir allerdings zu diesen 595 m hohen Klippen liefen, machten wir einen Abstecher in Ti Linns Café Craft Shop. In diesem hübschen Café gab es für die eine Hälfte Kaffee und Kuchen und für die andere nur Kuchen mit etwas anderem zu Trinken.

 

Frisch gestärkt machten wir uns anschliessend an den Aufstieg zu den Klippen. Viele andere Besucher wollten ebenfalls diese beeindruckenden Steilwände sehen, weshalb wir alles andere als alleine waren. Unser Aufstieg wurde ausserdem vom „Mähen“ der zahlreichen Schafen und Ziegen begleitet, die an den grünen Hängen grasten.

Oben angekommen bewunderten wir die eindrucksvollen Klippen und amüsierten uns ein bisschen über die vielen Touristen, die ungeachtet des kalten Windes und des sonnenlosen Tages Glacé assen. Einzig und alleine aus dem einfachen Grund, weil es dort oben Glacé zu kaufen gab.

 

Irgendwann begann es zu regnen und so machten wir uns auf den Rückweg zum Auto. Es war nun etwa 6 Uhr, doch irgendwie hatte noch niemand von uns richtig Lust nach Hause zu fahren. Wir fuhren also noch etwas weiter. Diesmal nach Norden. Doch unterwegs begann es immer stärker zu regnen, weshalb wir das warme Auto nicht mehr verliessen.

Wir fuhren über Land und die einzigen Lebewesen, die wir antrafen waren noch mehr Schafe. Dazu muss man sagen, wer denkt, dass es in Schottland viele Schafe gibt, der hat mit Sicherheit Recht. Doch seit heute weiss ich, dass es auch in Irland viele Schafe gibt und auch in Irland laufen und „mähen“ die Schafe mit Vorliebe auf der Strasse. So verlief unsere Fahrt nach Ardara recht unterhaltsam, denn immer mal wieder blökten uns Schafe an, wenn wir in Schritttempo an ihnen vorbeifuhren.  Merkwürdig sind dabei vor allem die Farben der Schafe. Die Besitzer kennzeichnen ihre Herden mit Farbe. Aber nicht mit kleinen Punkten im Nacken, nein. Meistens ist der gesamte Rücken der Schafe blau, grün oder rot. Solltet ihr jemals in Irland an einem Hang blaue Punkte sehen, so wundert euch nicht, das sind ganz einfach Schafe, die in einen Farbtopf gefallen sind.

 

Nachdem wir in Ardara vergeblich nach einem guten Take Away gesucht hatten, meine Familie wollte heute unbedingt Fish & Chips essen, fuhren wir zurück nach Donegal. Dort gab es im Central Hotel endlich das lang ersehnte Fish & Chips.

Auf dem Nachhauseweg haben wir dann noch etwas herausgefunden. Wie schon erwähnt, sieht man vor fast jedem Haus eine grün-gelbe Flagge. Dies, so wissen wir nun, ist nicht etwa der übereifrige Patriotismus der Iren, sondern eine Fanbekundung. Offenbar findet in nächster Zeit ein wichtiger Match zwischen Donegal und einem anderen Club statt und die Leute in der Umgebung sind offenbar glühende Fans. Das einzige was es jetzt noch herauszufinden gilt, ist, um welche Sportart es sich dabei handelt.

 

Irland – Freitag 17.7.2015

Heute mussten wir früh aufstehen, denn nach langem Warten, Planen und Herbeisehnen ging es endlich nach Irland in die Ferien. Um 5.30 Uhr klingelte der Wecker, denn schon um 6.41 mussten wir auf dem Zug sein. Natürlich gab es, wie immer wenn man in die Ferien geht, kurz vor der Abreise noch etwas Stress. Alle mussten nochmals duschen, das Handgepäck war eben doch noch nicht ganz fertig gepackt, wo ist meine ID?, haben wir das Geld, die Schlüssel, wir müssen uns beeilen, in 10 Minuten müssen wir los.

Zum Glück hatten wir unseren grossen Koffer schon am Vortag eingecheckt, denn mit all der Bagage und den vielen Leuten im Zug hätten wir es sicher nicht mehr rechtzeitig geschafft.

 

Schlussendlich verlief die Reise dann aber problemlos und wir kamen pünktlich am Flughafen an. Da wir auch schon elektronisch von zu Hause aus eingecheckt hatten, konnten wir sogleich durch den Zoll gehen und uns danach im Marché endlich ein Gipfeli gönnen.

Der Flug verlief einigermassen ruhig und nach ca. zwei Stunden in der Luft kamen wir mit einer leichten Verspätung in Dublin an. Nachdem wir dann auch noch unser Mietauto, einen schwarzen Opel Saphira abgeholt hatten, fuhren wir los in Richtung Donegal, wo sich (in etwa) unser erstes Ferienhaus befand.

 

Fahren auf der linken Strassenseite war angesagt und Papi meisterte diese Aufgabe mit Bravur. Wir unterstützten ihn tatkräftig dabei, indem wir beim losfahren immer „links“ riefen. Schliesslich landeten wir auf der N3, die uns irgendwann nach Enniskillen in Nordirland führte. Dort machten wir einen ersten richtigen Stopp und assen in einem Kentucky Fried Chicken ein spätes Mittagessen.

Was mir in Nordirland speziell auffiel, waren die vielen Englandfahnen, die überall herumhingen. So konnte man gar nicht nicht bemerken, dass man sich nun in Nordirland befand und das obwohl es keinen echten Zoll zwischen Irland und Nordirland gibt.

Auch die Iren sind stolz darauf zu Irland zu gehören. Es gibt fast kein Haus vor dem nicht mindestens eine Flagge in den Farben Irlands hängt. Ausserdem ist in Irland immer alles zweimal angeschrieben. Einmal auf Irisch und einmal auf Englisch. Bisher ist das Irische für uns aber ziemlich unverständlich, da man keinen Bezug zu irgendeiner uns bekannten Sprache erkennen kann.

 

Irgendwann erreichten wir die Kreuzung, an der wir laut Wegbeschreibung des Vermieters links abbiegen mussten. Das führte uns auf eine schmale, ungeteerte Strasse, die zu beiden Seiten von hohen Rhododendronbüschen gesäumt war. Das Grünzeug reichte direkt bis an die Strasse und war so dicht, dass man nicht hindurchschauen konnte. Ca. einen Kilometer ging es in diesen Dschungel hinein. Unterwegs kam man an einer Ruine vorbei. Ein altes Steinhaus, das so  von Efeu und anderen Pflanzen eingewachsen war, dass man die Mauern fast nicht mehr erkennen konnte.

Endlich kamen wir zu einem Tor mit roten Mauern und kurz darauf konnten wir das rote Haus „Rhododendron Inn“ sehen. Auf die Freude darüber das Haus gefunden zu haben, folgte erstmal die grosse Enttäuschung, denn er Schlüssel, den der Vermieter uns vorgängig zugeschickt hatte, passte nicht ins Schloss.

Nach einigen vergeblichen Versuchen, rief Papi den Vermieter an, der uns die Wegbeschreibung einer gewissen Mary angab, die uns zum Glück den passenden Schlüssel geben konnte.

 

Das Haus war relativ klein, aber gemütlich. Nebst einer offenen Küche, gab es im Erdgeschoss noch ein Schlafzimmer für die Eltern, ein sehr grosses Badezimmer und einen Wohnbereich mit Esstisch und Sofas. Im oberen Stock befand sich das Schlafzimmer für die Kinder, sowie eine kleine Sitzecke.

Das grösste Problem war, dass es im Haus recht kalt war. Deshalb zogen wir uns für den Anfang warm an und drehten die Heizung voll auf. Da es inzwischen recht spät war, fuhren wir gleich noch einmal los, um etwas z essen einzukaufen. Der Eurospar in der Nähe hatte schon geschlossen, weshalb wir ins nahe Donegal fuhren und dort in einem Einkaufszenter unser Abendessen einkauften.

Den Abend verbrachten wir gemütlich in unsere Decken gekuschelt (es war immer noch recht kalt) mit Brownies vor dem Fernseher.

Was ich bisher bei meiner Erzählung völlig vergessen hatte, war das Wetter. Bei unserer Ankunft war es noch relativ freundlich und die Sonne blinzelte zwischen den Wolken hervor. Auf unserer Fahrt regnete es immer mal wieder für kurze Zeit und am Abend, als wir dann endlich richtig angekommen waren, schüttete es draussen wie aus Kübeln, was uns allerdings nicht weiter störte.

Schottland – Montag 1.8.2012

Am Morgen mussten wir früh aufstehen. Schnell packten wir unsere Sachen und checkten aus dem Hotel aus. Dann fuhren wir zum Flughafen, wo wir als erstes das Auto abgaben.

Danach standen wir noch etwas verschlafen im Flughafen und suchten nach einem Café, wo es einen Kaffee für Mami und Papi und ein Frühstück für uns alle gab. Bald wurde unser Flug aufgerufen und wir fanden uns beim Gate ein.

Wir bestiegen das Flugzeug und schauten etwas wehmütig aus den kleinen Fenstern, als Schottland unter uns immer kleiner wurde.

Nach ca. 2 Stunden landeten wir in Memmingen. Mit dem Shuttle gings zurück zu unserem Auto und dann ab nach Hause. Aber Achtung! In der Schweiz und in Deutschland fährt man auf der rechten Strassenseite.

Schottland – Sonntag 31.7.2012

Heute Morgen schliefen wir länger. Bis ca. um 9.15 Uhr. Schliesslich kamen wir etwas später zum Frühstück. Das Buffet war riesig. Sechs verschiedene Müslis, Toast, Gipfeli, Joghurt, Pancakes und vieles mehr.

Als wir mit dem Essen fertig waren, fuhren wir zum Flughafen, um zu sehen, wo wir am nächsten Tag hinmussten.

Danach fuhren wir nach Edinburgh. Erstens, um die Stadt anzusehen und zweitens um noch ein paar Souvenirs zu kaufen.

Zweiteres konnten wir, aber von der Stadt bekamen wir nicht allzu viel mit, da es sehr viele Läden gab und sehr viele Leute hatte und wir irgendwann keine Lust mehr hatten in der Stadt herumzulaufen.

Als dies der Fall war, fuhren wir aus der Stadt heraus und suchten uns ein ruhiges Plätzchen, um unsere restliche Verpflegung zu essen. Dieses fanden wir in einem kleinen Park. Anschliessend fuhren wir ins Hotel zurück.