Kategorie: Cambridge

Cambridge – Tag 6 (25.09.2015)

Weekend!

Als ich am Morgen das Haus verliess, sah es sehr nach Regen aus. Ich war etwas spät dran und musste mich beeilen um noch rechtzeitig auf den Bus zu kommen.

Heute kam der Bus merklich schneller vorwärts und wir kamen noch rechtzeitig um 9.00 Uhr in der Schule an. Da Freitag war, hatten wir am Nachmittag frei und heute darum nur bei Jo Schule. Der Unterricht war ziemlich ereignislos, weshalb ich darauf nicht allzu genau eingehe.

Als wir um 12.30 Uhr die Schule aus hatten, fuhren wir wieder in das Einkaufszenter in dem wir schon am Dienstag gewesen waren. Zuerst assen wir in einem nahen Park etwas zu Mittag und freuten uns über die Sonne, die nun doch noch zu scheinen begonnen hatte.

Danach schlenderten wir durch die Fussgängerzone und genossen unseren freien Nachmittag. Als wir irgendwann nicht mehr herumlaufen mochten, beschlossen wir nach Hause zu fahren und uns später wieder zu treffen um gemeinsam Abendessen zu gehen. Dies stellte sich dann jedoch als schwierig heraus, denn Tabea und Céline konnten sich nicht vorstellen in dem japanischen Restaurant essen zu gehen, in dem Jana und ich gerne gegessen hätten. Schlussendlich assen Jana und ich in diesem Restaurant, während die anderen beiden in einem thailändischen Restaurant, genau neben unserem.

Das Essen war sehr gut und wir hatten schon volle Bäuche, bevor das bestellte Dessert serviert wurde. Und die süssen Reisbällchen mit rote Bohnen Füllung waren so klebrig und süss, dass wir schleunigst noch etwas zu trinken brauchten. Deshalb gingen wir alle gemeinsam noch in eine Baar und genehmigten uns einen Drink.

Übrigens fühle ich mich langsam wirklich von deutschsprachigen Leuten verfolgt. Überall trifft man sie. Im Bus, im Einkaufszenter, unterwegs auf der Strasse und selbst im Restaurant sass neben uns ein Mann, der ein deutsches Buch las.

Anyway. Im Pub war es sehr laut und voll und wir hatten bald genug davon. Da wir ausserdem recht müde waren, beschlossen wir schon um 10.00 Uhr nach Hause zu gehen.

Cambridge – Tag 5 (24.09.2015)

Von Schule, Universitys und Rugby

Als ich erwachte hörte ich draussen das Heulen des Windes und Regentropfen prasselten gegen das Fenster. Wenig begeistert, quälte ich mich aus dem behaglich warmen Bett. Nach dem Frühstück trat ich nach draussen und musste überrascht feststellen, dass das Wetter gar nicht so schlecht war, wie es sich vom Bett aus angehört hatte. Zwar war der Himmel wolkenverhangen, doch immerhin regnete es nicht. Auch war der Bus heute pünktlich und der morgendliche Verkehr hielt sich in Grenzen, sodass wir heute pünktlich bei der Schule ankamen.

Am Morgen übten wir weiter für die First Prüfung. Wir nahmen die Textart „Reviews“ durch. Jo zeigte uns einige Beispiele an Reviews über Cafés und Bars in Cambridge. Mittagessen, gab es in einem nahen chinesischen Takeaway Restaurant, doch der Service war mies, auch wenn die bestellten Frühlingsrollen gut schmeckten. Nachdem wir ca. 40 Minuten auf insgesamt 16 Frühlingsrollen warten mussten, blieben uns nur noch zehn Minuten zum Essen. Dieses Restaurant werden wir künftig sicher nicht in unsere Planung miteinbeziehen.

Am Nachmittag hatte Gary einen neuen Spitznamen für mich: „Witchy“ Ich glaube er zieht mich gerne damit auf! Doch immerhin gab er uns heute keine Hausaufgaben.

Nach der Schule wussten wir nicht so genau, was wir noch machen sollten, bevor wir zum Abendessen nach Hause gehen würden. Schliesslich beschlossen wir in der Stadt in ein Café zu gehen. Schliesslich bestellten wir uns in einem mexikanischen Restaurant Nachos. Danach ging Tabea mit einigen anderen aus unserer Klasse nach Hause, während Jana, Céline und ich noch etwas durch die Stadt liefen. Nicht weit hinter der Market Street stiessen wir auf Teile der Cambridge Universität. Wir hatten jedoch beschlossen, diese am Wochenende genauer ansehen zu gehen, weshalb wir die riesigen Gebäude nur von aussen bewunderten. Nicht weit davon entfernt fanden wir einen Buchladen, der ausschliesslich Bücher für das Studium an der Cambridge University verkaufte. Als wir uns gerade darüber unterhielten, wie das Schulsystem in England funktionierte (naja wir diskutierten eher lautstark), sprach uns ein Mann an, der, wie sich herausstellte, aus Basel war. Wir redeten eine Weile mit ihm, was wir hier tun und wo wir her waren, bevor wir wieder getrennte Wege gingen.

Um 17.00 Uhr nahmen wir den Bus Richtung Cherry Hinton und fuhren nach Hause. Zuhause gab es eine Art Zürigeschnetzeltes, welches in England natürlich nicht so heisst, aber sehr gut schmeckte. Zum Dessert gab es dann noch Schokoladeneis mit „salted caramel“ mampf! John, Larry und Leon schauten einen Rugby-Match New Zealand vs. Namibia. Die drei sind ganz angefressen von Rugby. Leon spielt in insgesamt drei verschiedenen Teams und hat viermal die Woche Training und am Wochenende stehen Spiele an. Larry spielt in der offiziellen Cambridge-Mannschaft, während John selbst Coach eines kleinen Rugby Clubs ist, in dem auch Leon spielt. Selbst Ciara und Darcy haben das Spiel gespannt verfolgt. Man merkt, dass Rugby hier ein Nationalsport ist.

Cambridge – Tag 4 (23.09.2015)

Verspätungen

Als ich heute Morgen nach draussen kam, schien zum ersten Mal seit ich hier war so richtig die Sonne. Der Himmel war blau und es waren keine Wolken zu sehen. Fröhlich lief ich die kurze Strecke bis zum Bus. Ich war noch etwas früh dran, doch das störte mich nicht.

Zusammen mit Tabea und Jana wartete ich auf den Bus, der schliesslich erst mit 5 Minuten Verspätung ankam. Nur allzu bald wussten wir auch wieso. Im Vergleich zum Vortag hatte es noch mehr Verkehr und das Chaos war noch grösser. Der Bus stand sich Meter um Meter weiter Richtung Stadt und nach einer halben Stunde im Bus, in der wir noch nicht einmal die Hälfte der Strecke zurückgelegt hatten, war klar, dass wir nicht rechtzeitig in der Schule sein würden. Schlussendlich erreichten wir die Schule um 9.20 Uhr und waren somit zwanzig Minuten zu spät. Glücklicherweise waren nicht nur alle Schüler sondern auch fast alle Lehrer zu spät, sodass wir noch nicht einmal die Letzten waren.

Um ca. 9.30 Uhr konnten wir dann mit dem Unterricht starten. Der Morgen verlief danach ganz normal und ich denke die meisten in unserer Klasse freuten sich auf Gary. Denn es war zwar immer noch Schule, doch immerhin hatten wir dort viel zu lachen. Heute viel mir etwas Neues auf. Gary tendiert dazu, die letzte Nummer einer Aufgabe zu vergessen. Wenn eine Aufgabe alle Teilaufgaben von a – h hat, dann korrigiert er Teilaufgabe h einfach nicht mehr. Corinne, eine Mitschülerin aus unserer Klasse sagt dann immer: „Gary we haven’t looked at h“ und Gary antwortet: „Ohh… yes you are right, but who is the teacher?“ Ausserdem haben Jérôme und Tabea ihm weiss gemacht, dass sie ein Paar seien und Gary neigt dazu die beiden deswegen aufzuziehen, als Tabea ihm dann aber auch noch mitteilte, dass Céline „manchmal“ ebenfalls mit Jérôme zusammen sei, runzelte er verwirrt die Stirn und schien die Welt nicht mehr zu verstehen. Da alle Personen im Raum (Gary ausgeschlossen) wussten, dass weder Tabea noch Céline mit Jérôme zusammen war, war das Gelächter ab Garys Gesichtsausdruck nur umso lauter.

Als die Schule um 15.00 Uhr zu Ende war, fuhren wir mit dem Bus bis zu einem anderen Einkaufszenter in der Stadtmitte. Doch das stellte sich als sehr teures Shoppingzenter heraus und so schauten wir uns nur ein bisschen um und fuhren anschliessend nach Hause.

Wir hatten ausserdem beschlossen heute nicht mehr wegzugehen, denn niemand hatte richtig Lust dazu und wir waren alle recht müde, weshalb wir den Abend mit der Gastfamilie verbrachten.

Cambridge – Tag 3 (22.09.2015)

Die Sache mit den Bussen

Auch heute Morgen sah es stark nach Regen aus, als ich mich auf den Weg zur Schule machte. Deshalb beschloss ich kurzerhand die Regenjacke mitzunehmen. Vergeblich wie sich im Lauf des Tages zeigen sollte.

Heute fuhr ich das erste Mal mit dem Bus zur Schule und ich kann nur sagen, es ist keines Falls besser als mit dem Auto. Im Gegenteil. Die meisten Busse in Cambridge sind Doppelstöcker und da die Strassen in dieser Stadt alle recht eng sind, sieht es schon gefährlich aus, wenn von beiden Seiten gleichzeitig ein Bus kommt. Als sei das noch nicht genug, haben die Engländer (oder zumindest die Leute in Cambridge) keine Ahnung wie man anständig Auto fährt. So kommt es vor, dass auf einem Kreisverkehr mit drei Spuren und Lichtsignalen nicht nur die Autos, sondern auch Busse, Velofahrer und Taxis kreuz und quer durcheinander stehen. Oder, dass ein Bus einen an einer Haltestelle stehenden anderen Bus überholt und währenddessen selbst von einem dritten Bus überholt wird. Ich denke dies macht deutlich, wie chaotisch der Verkehr in Cambridge ist. Dies ist auch der Grund, wieso wir uns nach einigem hin und her dagegen entschieden haben Velos zu mieten. Denn wenn man sich die seltsamen Verkehrsregeln in Cambridge nicht gewohnt ist, hat man wohl keine Chance irgendwann ans Ziel zu kommen.

Nach schlappen 50 Minuten Fahrt erreichten wir schliesslich die Schule und schafften es gerade noch rechtzeitig in unsere Klassen. Der Morgen verlief mehr oder weniger ereignislos. Jo gab sich Mühe den Unterricht abwechslungsreich zu gestalten, doch nach einer Weile wurde Past Perfect und Past Continious eben doch langweilig.

Das Mittagessen nahmen wir in der Schulkantine ein, was sich als schlechte Idee herausstellte. Der Lammburger, den ich bestellte, bestand aus zwei unaufgebackenen Brothälften und einem Stück Lammfleisch. Dazu gab es „Pommes“ die mehr wie Kartoffelschnitze aussahen und sehr trocken waren. Bald verliessen wir die Kantine wieder und vertrieben uns die Zeit bis zum Nachmittagsunterricht draussen.

Am Nachmittag hatten wir wieder Gary und erneut war es sehr lustig mit ihm. Gary sagt uns immer: „If you speak German, I’m gonna to punish you! You have to dance to original Swiss-Music!“ Wirklich tanzen musste noch nie jemand, doch lustig ist es trotzdem. Ausserdem fragt er uns immer, was wir am Vortag nach der Schule gemacht hätten und was wir ihm gekauft haben und jedes Mal wenn die Antwort „Nichts“ ist, ist er ausserordentlich enttäuscht. Ich glaube irgendwann muss ich ihm etwas mitbringen.

Nach der Schule fuhren wir ins Grafton Shopping Center und machten den Primarkt unsicher. Leider hatten wir nicht so viel Zeit, denn wir mussten alle zum Abendessen zu Hause sein, doch wir beschlossen am Freitag zurückzukehren und das Shopping Center und die angrenzende Fussgängerzone auszukundschaften.

Irgendwann am Nachmittag war die Wolkendecke aufgerissen und die Sonne war hervorgekommen, so konnten wir auf dem Nachhauseweg die Sonne geniessen. Nicht weit von unserer Schule befindet sich ein Leisure Center, in welchem es auch ein Kino gibt. Spontan beschlossen wir, nach dem Abendessen den Film Maze Runner 2 schauen zu gehen.

Als ich nach Hause kam, war erst Darcy zu Hause. Ich sagte ihr, dass ich später noch einmal weg wollte und sie sagte, dass wir uns dann eine Pizza machen könnten, da der Rest der Familie erst später nach Hause käme. Nachdem die Pizza im Ofen war, kam dann doch noch Leon nach Hause und so teilten wir uns die Pizza zu dritt. Kurz nachdem wir fertig waren mit Essen, kam Ciara nach Hause und hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen, dass ich nur so wenig Pizza erhalten habe. Sofort begann sie für mich zu kochen, obwohl ich ihr mehrmals versicherte, dass das nicht nötig sei.

Während sie dann doch noch Ravioli gekocht hat, haben wir uns lange über alles Mögliche unterhalten. Sie erzählte mir von anderen Gastleuten, die sie schon gehabt haben und von ihren Erfahrungen. Dann fragte sie mich, ob ich heute noch weggehen würde und ich erzählte ihr von unserem Kinoplan. Nach dem Essen schickte sie mich aus der Küche und rief stattdessen Leon und Darcy zu sich. Kurze Zeit später sollte ich wieder in die Küche kommen und da stand auf dem Tisch ein Kuchen mit Kerzchen und die drei haben für mich gesungen.

Ich fand das total süss von ihnen, dass sie meinen Geburtstag vom Sonntag nachfeiern wollten und so hatten wir auch noch ein feines Dessert. Nun war es an mir ein schlechtes Gewissen zu haben, denn kurz nachdem Larry und John heimgekommen waren, musste ich auch schon wieder gehen, damit ich den Bus nicht verpasste.

Der Film war sehr spannend, doch auch ein bisschen unheimlich, denn es kamen darin eine Art Zombies vor, die uns allen nicht so geheuer war. Da wir von der Bushaltestelle aus alle in verschiedene Richtungen laufen mussten, waren wir alle froh, als wir wieder zu Hause waren.

Cambridge – Tag 2 (21.09.2015)

Cambridge Studio

Als ich heute um 7.30 Uhr aufstand, war der Himmel wolkenverhangen und es sah nach Regen aus. Ciara und Leon waren schon auf und machten sich bereit für Schule und Arbeit. Ciara drückte mir noch schnell einen Hausschlüssel in die Hand, bevor sie zu ihrem Taxi eilte, das sie zur Arbeit bringen würde.

Auch ich bereitete mich auf den Tag vor. John hatte am Vorabend noch versprochen mich am ersten Schultag in die Schule zu fahren und er meinte, dass wir um ca. 8.15 Uhr losfahren sollten. Ich frühstückte in der Küche und vertrieb mir die Zeit, in der ich auf John wartete damit, dass ich Conall streichelte. Langsam schien der junge Hund sich an mich zu gewöhnen, denn er legte sich auf den Rücken und wollte am Bauch gestreichelt werden.

Nachdem John Darcy und Larry noch zugerufen hatte, sie sollten sich beeilen, machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Zu dieser Fahrt kann ich nur sagen: Solltet ihr jemals auf die hirnrissige Idee kommen morgens in die Stadt Cambridge hineinfahren zu wollen… Dann lasst es! Unzählige Autos, Velofahrer und noch schlimmer Busse, wollen in der morgendlichen Rush-Hour in die Stadt hinein. Dasselbe gilt übrigens für den Abend, dann nämlich, wenn alle wieder heraus wollen.

John und ich standen uns Meter um Meter weiter in die Stadt hinein und ich begann ernsthaft daran zu zweifeln, ob wir jemals beim Cambridge Studio ankommen würden. Doch John wohnt schon so lange in Cambridge, dass er inzwischen alle guten Schleichwege kennt und so kamen wir (nachdem wir mindestens 5 selbstmörderischen Velofahrern ausgewichen waren) doch noch rechtzeitig bei der Schule an. Beim Aussteigen rief John mir noch zu, dass es um 18.30 Uhr Abendessen gäbe und dann stürzte er sich wieder ins Getümmel.
Ich gesellte mich zu unserer Klasse, die vor dem Studio auf Herr und Frau Fricker warteten. Es gab natürlich nur ein Thema: Die Gastfamilie. Viele waren zufrieden mit ihrer Familie, doch es gab auch Leute, die es weniger gut getroffen hatten. So auch Céline. Offenbar war bei ihr zu Hause alles sehr schmutzig und unaufgeräumt. Sie konnte sich nicht vorstellen dort zwei Wochen zu wohnen. Da Herr Fricker uns schon im Vorfeld gesagt hat, dass wir uns bei Problemen mit der Gastfamilie sofort melden sollten, tat sie dies dann auch und Herr Fricker versprach sich sofort darum zu kümmern.

Dann ging es zuerst einmal in die zugeteilte Klasse. Insgesamt gab es aus unseren beiden HKV Klassen drei Klassen. Ich war in der Middle-Leveld eingeteilt. Zusammen mit Céline, Tabea, Jérôme und ein paar KV Leuten.

Am Morgen hatten wir Unterricht bei einer Lehrerin namens Jo. Jo war recht freundlich und auch der Unterricht war interessant. Was etwas schade war, dass sie so schnell vorwärts machte. In einem irren Tempo raste sie durch die Aufgaben und man hatte praktisch keine Zeit das zu verinnerlichen.

Um 12.30 Uhr hatten wir eine Stunde Mittag. Essen gab es im nahen Subway, wo wir uns alle mit Sandwiches eindeckten. Am Nachmittag ging der Unterricht weiter. Diesmal bei Gary. Gary ist ein sehr lustiger Typ. Bei ihm gibt es nur drei Regeln:

  1. Kein Handy im Unterricht
  2. Keine deutschen Gespräche
  3. Wenn man ihm Schokolade oder Geld bringen will, ist das in Ordnung.

Das mit „Keine Gespräche auf Deutsch“ versuchte er auch so weit durchzusetzen, als wir jedoch zur Auflockerung ein kleines Spiel spielten, brachte er uns alle, mit seinen mehr oder weniger vergeblichen Versuchen auf Schweizerdeutsch zu zählen, zum Lachen. Besonders das „ü“ machte ihm zu schaffen und seine Versuche „drü“ richtig auszusprechen, sorgte für allseitiges Gelächter.

Auch sonst ist Gary ein super Typ. Er wollte zum Beispiel als Erstes, dass wir unsere Namensschilder wegräumen, denn er sagt, er sei gut im Namen merken. So macht er sich stattdessen einfach zu jeder Person eine Eselsbrücke. Seine Eselsbrücke sich meinen Namen zu merken: „Sabrina the witch“. Na vielen Dank auch… Immerhin durfte ich mir aussuchen, ob ich eine gute oder böse Hexe sein wollte.

Nachdem wir um 15.00 Uhr die Schule aus hatten, warteten wir noch mit Céline zusammen, um zu sehen ob sie noch heute in eine neue Gastfamilie umziehen könnte. Nach einer Weile vor dem Sekretariat herumwarten, war dann klar, dass sie zu einer neuen Familie umziehen würde. Eine Mutter mit ihrem 16 jährigen Sohn.

Céline ging also zurück zu ihrer alten Familie um ihre Sachen zu packen und darauf zu warten, dass sie abgeholt werden würde.

Tabea, Jana und ich machten uns auf um die Innenstadt unsicher zu machen. Irgendwann am Nachmittag hatte es zu regnen begonnen, doch wir wollten uns von ein bisschen Nass nicht abhalten lassen und machten uns dennoch auf den Weg. Wir gingen in die Market Street, um ein bisschen zu bummeln. Wir sahen viele interessante Läden. Darunter einen Bücherladen und einen Süssigkeiten-Laden in den wir einfach hineingehen mussten, nur um drin gewesen zu sein.

Irgendwann wurden wir müde und wir setzten uns in den Bus, der uns nach Cherry Hinton bringen würden, das Quartier, in welchem wir alle wohnten. Durch den Abendverkehr kamen wir erst um ca. 18.00 Uhr bei der richtigen Bushaltestelle an.

Beim nach Hause laufen, musste ich feststellen, dass mein Weg mich an einem alten Friedhof vorbeiführt, was mir ein bisschen unheimlich ist. Zu Hause angekommen lernte ich dann auch noch Larry den ältesten Sohn kennen und kurz darauf gab es Abendessen.

Nach dem Essen um ca. 8 Uhr beschlossen wir noch in einen nahen Pub zu gehen, wo wir auch den Rest unserer Klasse treffen würden. Bevor ich aufbrach, gab mir John noch seine Handynummer und sagte mir, dass ich ihn jederzeit anrufen sollte, falls es irgendwelche Probleme gäbe. Ausserdem schlug er mir noch viele gute Pubs in Cambridge vor, in die wir gehen könnten.

Der Pub in dem wir uns trafen hiess Robin Hood und war nur ca. 15 Minuten mit dem Bus entfernt. Es war ein ruhiger Pub und so wurde es ein sehr gemütlicher Abend.

Cambridge – Tag 1 (20.09.2015)

Die Ankunft

Heute ist es endlich soweit nachdem wir solange auf unseren Sprachaufenthalt gewartet haben und auf alles hingefiebert haben, begann heute endlich unser Aufenthalt in Cambridge.

Zufälligerweise war der Tag unserer Abreise auch zugleich mein 20. Geburtstag. Als ich um ca. 9.30 Uhr aufwachte, wurde ich mit einer tollen Oreo-Pancake-Torte überrascht, die Mami für mich (uns) gemacht hat. Nachdem wir diese genossen haben, durfte ich noch ein paar Päckli auspacken.

Danach war es schon bald Zeit den Koffer fertig zu packen und sich von meiner Familie zu verabschieden. Mami brachte mich noch bis auf Lenzburg, wo ich mich mit Jana und Céline traf um zum Zürich Flughafen zu fahren. In Zürich am Bahnhof mussten wir umsteigen und nachdem der Zug nach 5 Minuten immer noch nicht abgefahren war, kam dann die Durchsage, dass der Zug wegen einer Notbremsung nicht würde fahren können. Ein Ersatzzug fuhr 2 Minuten später, sodass wir auch gleich einmal mit Sack und Pack quer durch den Bahnhof rennen durften. Den Zug haben wir dann glücklicherweise noch erwischt und wir kamen doch noch rechtzeitig am Flughafen an. Nachdem wir unser Gepäck eingecheckt hatten, vertrieben wir uns die Zeit damit die Leute am Flughafen zu beobachten und ein wenig über drei unserer Schulkollegen zu schmunzeln, die direkt vom Oktoberfest in München kamen und deshalb völlig zerstört waren.

Unser Flug startete mit ca. 20 Minuten Verspätung und verlief relativ ereignislos. Hier lernten wir auch das erste Mal unsere Klassenkameraden aus der KV Klasse kennen, die den Sprachaufenthalt zusammen mit uns in Cambridge verbringen würden.

In London angekommen stellte ich überrascht fest, dass das Wetter gar nicht so schlecht war, wie ich es erwartet hätte. Es regnete nicht und man sah sogar manchmal die Sonne durchscheinen. Wir wurden von einer Mitarbeiterin der Cambridge Studio School empfangen und zu unserem Car gebracht, der uns nach Cambridge fahren würde.

Langsam merkte man, dass die Leute nervös wurden. Vermehrt kamen Diskussionen über die Gastfamilie auf und wie man dort wohl empfangen würde.

Als wir um ca. 19.30 Uhr bei der Sprachschule ankamen war es bereits dunkel. Wir mussten noch kurz auf die Taxis warten, die uns zu unseren Gastfamilien bringen sollten. Ich war zusammen mit Tabea und Patric in einem Taxi.

Als erstes lieferten wir Tabea ab und fuhren anschliessend weiter zu Patrics Gastfamilie. Ich war sehr froh, dass der Taxifahrer einen nicht nur auslud und dann wegfuhr, sondern auch noch wartete um zu sehen, ob wir auch wirklich am richtigen Ort waren. Als wir bei meiner Gastfamilie in der ankamen, war im Haus alles dunkel. Nur in der Küche brannte ein Licht. Der Taxifahrer sagte mir, dass er schauen gehen wolle, ob das die richtige Adresse sei.

Leider hatte er nicht damit gerechnet, dass meine Gastfamilie einen Hund hatte. Als Ciara (meine Gastmutter) die Küchentür öffnete, sprang Conall, ein junger Goldenretriever artiger Hund heraus und begrüsste mich und den Taxifahrer mit freudigem Gebell. Der arme Taxifahrer mochte Hunde offenbar überhaupt nicht. Jedenfalls erschreckte er sich so sehr, dass er sich schreiend hinter mir zu verstecken versuchte. „Is this Nr. 1?“, brachte er gerade noch heraus und als Ciara nickte, rannte er zurück in sein Taxi und fuhr davon. Soviel dazu. Ciara und ich blickten uns an und mussten beide herzlich lachen. Somit war die erste Hürde erstmals überwunden und wir gingen immer noch lachend nach drinnen.

Dort lernte ich dann auch gleich Leon kennen, das mittlere Kind der Familie. Die jüngere Schwester Darcy und Vater John waren noch beim Schwimmen und Larry, der Älteste war bei Freunden.

Doch auch Darcy und John kamen kurze Zeit später nach Hause und dann gab es auch schon Abendessen. Rostbeef, Potatetos und Vegetables. Mal abgesehen davon, dass das Rostbeef ein bisschen trocken war, war das Essen in Ordnung. Ciara zeigte mir dann auch noch mein Zimmer und mein persönliches Bad. Der Raum in dem ich die nächsten zwei Wochen wohnen werde, ist nicht sehr gross, ausser einem Doppelbett und einer Kommode mit Spiegel hat nicht sehr viel Platz darin, doch es ist gemütlich hier. Allerdings ein bisschen kühl. Somit bewahrheitete sich die Voraussage unseres Englischlehrers, der uns warnte, dass es in den englischen Häusern im Vergleich zu Schweizerhäusern immer recht kalt ist. Nun bin ich froh, dass ich so viele warme Pullis mitgenommen habe.

So ging mein erster Abend bei meiner Gastfamilie zu Ende. Ich bin wirklich froh, dass ich es so gut getroffen habe und bin schon gespannt auf den restlichen Aufenthalt.

 

Cambridge – Vorbereitung

Morgen ist es soweit, dann fliege ich endlich zusammen mit meiner Klasse in den Sprachaufenthalt nach Cambridge. Zwei volle Wochen lang.

Nun ist der Koffer endlich gepackt und ich habe (hoffentlich) alles erledigt, was ich vor meiner Abreise noch erledigen musste.
Nachdem am Dienstag endlich die letzen Prüfungen vor den Herbstferien durch waren, musste ich doch noch jede Menge vorbereiten, bevor ich am Sonntag endlich abfliegen konnte.

Zunächst sah es aus, als hätte ich genügend Zeit um alles zu erledigen, doch bald musste ich feststellen, dass die vier Tage schneller vorbeigingen als im Voraus gedacht.

Nun bin ich aber bereit, es ist alles erledigt und ich freue mich schon sehr auf meinen Aufenthalt in Cambridge!