Kategorie: Trips

Irland – Samstag 25.7.2015

Der heutige Tag ist grundsätzlich schnell erzählt. Für uns hiess es „adjeu Rhododendron Inn“, „Hallo Hazel Cottage“. Heute zogen wir vom Norden in den Süden der Insel. Bessergesagt in die Nähe des kleinen Dörfchens Ballyhahill im County Limerick.

Um 9.00 Uhr waren wir alle abmarschbereit. Alles war gepackt und ins Auto verladen. In einem Café in Laghey gab es noch Frühstück, bevor wir uns auf den Weg in unser neues zu Hause machten. Wir waren alle sehr gespannt, wie die neue Bleibe sein würde, denn laut der Beschreibung wirkte das zweite Haus etwas luxuriöser als dieses relativ einfach Haus im Norden.

Von Donegal fuhren wir nach Sligo und von dort über Charleston auf Galway. Von dort aus ging es weiter nach Limerick. Dann dem Meerarm entlang, bis wir schliesslich in Loghill waren, von wo aus die Strasse nach Ballyhahill führte.

 

Obwohl die Fahrt insgesamt ca. 5 Stunden gedauert hatte, waren wir etwas zu früh. Deswegen fuhren wir noch kurz nach Newcastle West, um ein Abendessen zu kaufen. Wieder zurück in Ballyhahill riefen wir die Vermieterin an, damit sie uns das Haus zeigen konnte. Erwartungsvoll kamen wir schliesslich beim Haus an.

Mary hat uns sehr freundlich empfangen.

Als wir beim Hazel Cottage ankamen, hat sie uns sofort alles gezeigt. Wir betraten das Haus und als wir alle im Wohnbereich standen, hat es und allen die Sprache verschlagen…

 

Das ganze Haus war im Landstilhaus eingerichtet und im Esszimmer hatte Mary den Tisch schön gedeckt und extra für uns Scones gebacken. Im angrenzenden Wohnimmer hatte es zwei bequem aussehende Sofas mit Fernseher und Kamin und die Küche war sehr hell und freundlich.

Danach zeigte Mary uns die Schlafzimmer. Insgesamt gab es drei davon und alle waren in verschiedenen Farben gestaltet und sehr geschmackvoll eingerichtet.

Mary erklärte uns auch die Sauna, den Worlpool und die Dusche mit den vielen Brausen und Regenfunktion und vielem mehr.

 

Als die Hausführung beendet was, wünschte Mary uns einen „Lovely“-Aufenthalt und fuhr zu der nahen Farm, die sie bewohnte.

Wir holten erst einmal das Gepäck aus dem Auto und richteten uns ein bisschen ein.

Später assen wir die Scones, sie waren köstlich. Da Fabian sich lautstark beklagte, Scones könne man nicht zum Apéro essen, gab es im Anschluss dann einen richtigen Apéro und später gabs auch noch Abendessen.

Müde von der langen Fahrt, schauten wir noch einen Film, bevor wir um Mitternacht zu Bett gingen.

Irland – Freitag 24.7.2015

Heute haben wir den Morgen zu Hause verbracht. Nicht, dass wir das wirklich so beabsichtigt hätten, nein, wir hatten alle einfach keine grosse Lust weg zu gehen. Es regnete immer wieder stark und alle gingen ihren eigenen Beschäftigungen nach.

Es war nach 12.00 Uhr, als wir beschlossen noch an einen nahen Strand zu gehen. Ins Auge gefasst hatten wir einen Strand in der Nähe von Partnoo, der sehr schön sein sollte. Also fuhren wir über Donegal nach Ardara und von dort auf eine Strasse die uns der Küste nach nach Portnoo führen würde.

Ich habe den Fahrstil der Iren schon einmal beschrieben, an dieser Stelle nun jedoch noch eine kleine Ergänzung. Wie schon gesagt, die allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung liegt meistens bei 80 oder 100 Stundenkilometer. Nun kommt aber das Verwirrende an dem Ganzen. Manchmal stehen wichtige Informationen zu den Verkehrsregeln auf der Fahrbahn. So wird man zum Beispiel öfter mit einem „Slow“ darauf hingewiesen, dass man hier vorsichtig fahren soll. Oft steht dann einige Meter darauf ein „Slower“, um den Hinweis zu verdeutlichen.
Das rhetorische an der Sache ist, dass kaum 10 Meter nach dieser Warnung dann meistens ein Schild kommt, dass man max. 100 h/km fahren darf. Sind 100 h/km etwa slow`?

Nach einer kleinen Rundfahrt kamen wir schliesslich zu besagtem Strand. Dieser Strand war im  Vergleich zum etwas mickrigen Strand am Vortag wirklich fantastisch. Riesengross und mit wenigen anderen Leuten.

 

Wir spazierten lange am Strand entlang, badeten unsere Füsse im erstaunlich warmen Meer, sammelten Muscheln und genossen einfach das Sein.

Zudem war das Wetter beinahe perfekt, nur einige wenige Wolken waren am Himmel zu sehen und vom Regen vom Vormittag war weit und breit nichts mehr zu sehen.

Nachdem wir wieder zurück beim Auto waren, kehrten wir in einem Bistro in Strandnähe ein. Da es schon gegen den Abend zuging und dies unser letzter Abend im Norden war, wollten wir gerne noch in einem Restaurant in Donegal essen gehen.

Wir hatten das Restaurant im Laufe der Woche entdeckt und nun wollten wir schauen, ob „The Harbour“ so gut war, wie die Kritiken sagten. Und man kann glaube ich wirklich sagen, dass es ein Volltreffer war.

Glücklich und zufrieden fuhren wir zum Rhododendron Inn zurück. Dort angekommen packten wir schon mal unsere Koffer, damit wir am nächsten Morgen früh los konnten.

Irland – Donnerstag 23.07.2015

Heute wollten wir etwas weiter in den Süden fahren. Zwar hatten wir kein richtiges Ziel vor Augen, doch wir hatten uns die Region unterhalb von Sligo ausgesucht.

Am Morgen hatte es einige Male heftig geregnet, doch als wir um ca. 11.30 Uhr endlich von zu Hause aufbrachen, konnte man durch die Wolken schon den blauen Himmel erkennen.

Zuerst fuhren wir nach Sligo und von dort aus ging es weiter nach Westport. Das war ein kleines Städtchen, das obwohl es recht auf Touristen ausgerichtet ist, sehr hübsch aussah. Die bunten Häuser und vielen Cafés luden zum Verweilen ein. Zuerst wollten wir parkieren und die Stadt zu Fuss erkunden, dieses Vorhaben scheiterte jedoch in Ermangelung eines Parkplatzes.

Deshalb fuhren wir hinunter zum „Hafen“. Dort gab es aber keine Schiffe und Menschen waren dort auch fast keine zu sehen. Wir liefen die Strasse zwar einmal auf der einen Seite hinab und auf der anderen Seite wieder zurück, doch es gab nicht viel Interessantes zu sehen, weshalb wir recht bald weiterfuhren.

Wir hatten Glück mit dem Wetter. Es schien doch tatsächlich mal die Sonne und ausnahmsweise sah man mal mehr blauen Himmel als Wolken.

Das mit dem Wetter ist in Island sowieso so eine Sache. Man könnte meinen hier herrsche Dauer-April-Wetter. Im einen Moment scheint die Sonne und im Nächsten schüttet es, wie aus Eimern. Dazu weht meist ein recht kalter Wind, was die angenehmen Temperaturen um die 20 °C etwas kühl erscheinen lassen. Alles in allem hatten wir bisher aber recht gutes Wetter. Es regnete zwar mindestens einmal am Tag, doch mit der richtigen Ausrüstung ist das alles kein Problem.

Inzwischen war es schon 16.00 Uhr, wir hatten für die Fahrt bis nach Westport ca. 4 Stunden gebraucht und es war damit zu rechnen, dass wir für die Rückfahrt mindestens genauso lange benötigen würden.

Nach einer kurzen Beratschlagung was wir noch tun wollten, beschlossen wir, noch an einen nahen Strand zu fahren.

Ich hatte das Gefühl, noch irgendetwas unternehmen zu müssen, denn ich wollte nicht umsonst so weit gefahren sein. Und ich denke den anderen ist es wohl ähnlich gegangen. Wir suchten auf der Karte den nächstliegenden Strand und fuhren los.

Am Strand hatte es einige Familien, die sich zum Teil wagemutig in die Fluten stürzten. Uns jedoch war das Wasser entschieden zu kalt und so spazierten wir nur am Strand entlang und zeichneten Linien in den Sand. Nach einer Weile hatten wir genug vom Herumlaufen und gingen zurück zum Auto.

Die Rückfahrt zog sich in die Länge, sodass wir erst um 20.00 Uhr zu Hause ankamen. Die Sonne schien auch hier noch und wir setzten uns für einen Apéro nach draussen, wo wir einen tollen Sonnenuntergang geniessen durften.

Irland – Mittwoch 22.7.2015

Schon beim Aufwachen wusste ich, dass irgendetwas anders war. Das Licht im Zimmer war zu hell und obwohl ich durch den Vorhang nicht nach draussen sehen konnte, wusste ich, dass die Sonne schien. Und tatsächlich,  ich konnte nur wenige Wolken sehen und dafür schien die Sonne vom blauen Himmel herab.

 

Es war schon relativ spät, wir alle hatten heute etwas länger geschlafen, deshalb beschlossen wir heute nicht allzu grosse Sprünge zu machen und endlich zu unserem hauseigenen See zu gehen und das Boot auszuprobieren, welches in der Hausbeschreibung angepriesen wurde.

Aus dem Schuppen holten wir zwei Paddel und überwanden uns schliesslich auch die etwas miefigen Gummistiefel anzuziehen, die uns der Vermieter zur Verfügung gestellt hatte. Ein Glück, wie sich bald herausstellen sollte.

 

Laut Beschreibung mussten wir um zum See zu kommen vom Haus aus rechts am Schuppen vorbei und durch das Tor. Danach immer geradeaus dem Trampelpfad nach, bis zur Moorlandschaft von wo aus man den See schon sehen könne.

Naja schon die ersten Schritte hinter dem Zaun zeigten, dass wir uns nun auf der Pferdeweide befanden. Tiefe Hufabdrücke und Pferdekot säumten en Pfad, der eigentlich mehr ein Schlammbad war als ein richtiger Weg. Nachdem wir den Trampelpfad auf der Weide wiedergefunden hatten (vom „ruhigen Pferd fehlte jede Spur“) folgten wir dem Matsch zwischen Rhododendron hindurch bis zu besagter Moorlandschaft. Nun zeigte sich schon überdeutlich, dass Gummistiefel wirklich unabdingbar waren, mit normalen Schuhen, hätten wir das nämlich nicht geschafft. Immer wieder versank man im Morast und man musste aufpassen, dass die Stiefel beim Herausziehen nicht stecken blieben.

Schliesslich hatten wir es aber geschafft und fanden uns im Moor wieder. Von hier aus konnten wir den See wirklich schon sehen und so gingen wir munter weiter.

 

Fabian, der schon etwas vorausgegangen war, lotste uns zum Ruderboot, welches von Gebüsch völlig verdeckt am Ufer lag. Als wir es schliesslich gefunden hatten, stellte sich uns die Frage, ob dieses Boot vier erwachsene Personen tatsächlich tragen würde. Und noch viel wichtiger, war das Boot wassertauglich. Die Antwort ist, ja es hält vier Personen aus und ja es ist wasserdicht. Auch wenn es nicht unbedingt einen vertrauenserweckenden Eindruck machte, brachte uns das Boot schliesslich sicher zum Strand hinüber. Um ehrlich zu sein, ganz geheuer war mir die Sache nicht, doch als wir dann in etwas tieferem Gewässer immer noch auf und nicht unter dem Wasser waren, war es dann doch ganz lustig.

Als wir wieder sicheren Boden unter den Füssen hatten, genossen wir unseren persönlichen Sandstrand. Naja, Strand ist etwas viel gesagt, vielmehr war es eher ein Sandfleck. Doch die Sonne schien und die Wellen schwappten über unsere Gummistiefel und wir waren rundum zufrieden. Irgendeinmal beschlossen wir zurückzugehen und Fabian und ich paddelten zurück zur Anlegestelle während Mami und Papi den See zu Fuss umrundeten.

 

Beim Zurücklaufen durch das Moor blieb Fabian plötzlich stehen und deutete nach vorne. Wir hatten an diversen Stellen schon Pferdedung gesehen, doch niemand hatte damit gerechnet, dass das Pferd uns bis hierhin folgen würde. Doch dort zwischen einigen Büschen stand es und graste. Leider stand es genau neben dem Trampelpfad und da wir das Pferd nur von der Beschreibung her kannten, wollten wir ihm nicht zu nahe kommen.

Als das Pferd keine Anstalten machte sich von dort wegzubewegen, gingen wir vorsichtig an ihm vorbei. Es schaute uns nur aufmerksam nach, doch als wir ca. 50 Meter weit gelaufen waren, kam es uns nach. Das Pferd überholte uns und platzierte sich mitten auf dem Weg vor uns, wo es beharrlich stehen blieb. Eine Weile versuchten wir es durch gutes Zureden dazu zu bringen den Weg freizugeben, doch es klappte nicht.

Schliesslich näherte ich mich ihm vorsichtig und es gelang mir es zu streicheln und es mit etwas Zucker so aus dem Weg zu locken, dass die anderen vorbeigehen konnten. Als wir schliesslich zurück zum Haus gingen, folgte das Pferd uns.

 

Meine Vermutung, dass es nur nach Gesellschaft suchte, bestätigte sich, als es sich direkt vor den Ausgang stellte, durch den wir die Weide verlassen wollten.

Irgendwann verlor das Pferd jedoch glücklicherweise das Interesse und es galoppierte über die Weide davon. Mir tat es ein bisschen Leid, den ganzen Tag ist das Pferd alleine auf der Weder. Ich habe noch nie einen Menschen in seiner Nähe gesehen. Bestimmt ist es einfach nur einsam.

 

Nachdem wir wieder beim Haus waren und unsere schmutzigen Kleider in die Waschmaschine gesteckt hatten, beschlossen wir noch nach Letterkenny zum Einkaufen zu fahren.

Nach dem Abendessen im Kentucky Fried Chicken fuhren wir nach Hause zurück und verbrachten die Zeit mit lesen.

Irland – Dienstag 21.7.2015

Heute ging es ab in den Norden, Unser Ziel: Der nördlichste Punkt von Irland. Eigentlich wollten wir um 9.00 Uhr starten, doch wie es so ist mit den guten Vorsätzen… meistens hält man sie dann doch nicht ein. So machten wir uns erst um ca. 10.30 Uhr auf den Weg nach „Malin Head“.

Unser Weg führte uns auf der N13 über Letterkenny nach Fahan, wo wir einen ersten kurzen Stopp einlegten um einen alten Friedhof zu besichtigen. Dort befand sich das Grab von Agnes Elizabeth Jones. Sie war Krankenschwester im 19. Jahrhundert und wurde für ihre gute Arbeit geehrt. Ausserdem befand sich auf dem Friedhof des alten Klosters auch noch eine alte Kreuzplatte die mit kunstvollem Flechtwerk überzogen ist. Nachdem wir den Friedhof besichtigt hatten, ging es weiter Richtung Norden. Wir verliessen die grösseren Strassen und fuhren der Küste entlang. Um zum nördlichsten Punkt zu kommen, mussten wir „The Gap of Mamore“ überqueren. Dies ist ein Pass mit einer sehr steilen Passstrasse (bis 30% Steigung). Eine schnurgerade Strasse führt den Hang hinauf und wenn man den höchsten Punkt erreicht hat, kann man auf der anderen Seite plötzlich den Ozean sehen. Ein Blick zurück erlaubt einem die Aussicht auf einen grossen Windpark, wie man sie hier in Irland oft antrifft.

Die Abfahrt auf der anderen Seite des Passes ist mindestens genauso steil wie der Anstieg. Dabei konnten wir einen tollen Ausblick auf die Umgebung und das Meer geniessen.

 

Nun fuhren wir ohne Halt bis zum „Malin Head“ dem absolut nördlichsten Punkt Irlands. Zusammen mit einigen anderen Touristen standen wir uns die Strasse zum alten Aussichtsturm hoch. Mit Müh und Not ergatterten wir noch einen Parkplatz und konnten nun endlich die grossartige Aussicht geniessen.

Zwar hatte es viele Leute am nördlichsten Punkt, doch das war zu erwarten gewesen und es störte uns nicht weiter.

Zu Fuss liefen wir noch ca. 1 km weiter nach Westen, denn dort sollte sich laut Wegweiser ein Ort namens „Hells Hole“ befinden. Der Höhlenschlund ist eine sehr enge und sehr tiefe Felsenschlucht, in der man unten die Wellen gegen die Felsen schlagen sehen kann. Wirklich ein sehr beeindruckender Anblick.

 

Nachdem wir nun schon solange unterwegs waren, kehrten wir in einem kleinen Café ein, in dem wir nicht nur etwas zu Trinken, sondern auch fantastisch Club-Sandwiches bekamen. Wir beschlossen auf der Heimfahrt die andere Seite der Halbinsel hinunterzufahren. Gesagt getan und so fuhren wir bis nach Moville und von dort aus auf der R238 zurück Richtung Letterkenny.

 

In Burt machten wir noch einmal eine Pause und besichtigten den „Grianán of Aileach“.  Das ist ein restauriertes Steinfort, welches ein historisches Zentrum von Kultur und Politik in der Zeit der frühirischen Herrscher (800 v. Chr.) war. Das Fort ist ein rundes Gebilde, das Innen wie ein Amphitheater mit mehreren Sitzebenen aufgebaut ist. Flache Stufen erlauben es einem die obersten Ränge zu erklimmen und von dort oben den fantastischen Blick auf das umliegende Land zu geniessen.

 

Es war nun schon etwas spät und wir waren müde von der langen Fahrt. Wir fuhren deshalb mit nur einem kurzen Stopp in Letterkenny, wo wir unser Abendessen einkauften, nach Hause.

Irland – Montag 20.7.2015

Müde von dem tollen Vortag schliefen wir heute etwas länger aus. Erst um ca. 11.30 Uhr machten wir uns auf den Weg. Nach der langen Fahrt am Sonntag beschlossen wir, heute etwas in der Gegend zu bleiben, zumal es den ganzen Tag über immer Mal wieder regnete. Unser Weg führte uns nach Sligo, der grössten Stadt im Norden Irlands.

 

Unterwegs machten wir noch einen kurzen Abstecher nach Mullaghmore, wo wir auf den Atlantik hinausschauten und den Wind genossen.

Danach ging es weiter nach Sligo, wo wir die Stadt unsicher machten. Im Pennys erstand ich einige T-Shirts und im Tesco machten wir unsere Lebensmitteleinkäufe. Nachdem wir vom Einkaufen genug hatten, machten wir uns mit je einem Areo-Glacé auf den Rückweg.

Wenn man in Irland übers Land fährt, hat an manchmal das Gefühl, man wäre in der Schweiz. Die Landschaft ist oft sehr ähnlich wie wir es von uns kennen. Es hat nur deutlich mehr Weiden mit Schafen oder Kühen. Ausserdem gibt es in Irland relativ viel Moorgebiet. Rund 5% von Irland ist mit Moor bedeckt. Dort wachsen dann ganz andere Pflanzen und die Landschaft sieht anders aus.

Ein grosser Unterschied zur Schweiz sind zum Beispiel auch die Häuser. In Irland gibt es zwei Arten von Anwesen. Die grossen, gut gepflegten Villen und die kleinen, oft etwas heruntergekommenen Häusschen auf dem Land. Häuser in der Schweiz haben meist weisse Fassaden. In Irland jedoch sind die Häuser oft in dunklen Farben gehalten oder mit groben Steinen „geziert“. Das ist doch ein sehr grosser Unterschied, denn zusammen mit dem feuchten Wetter wirken Dörfer voll solcher Häuser oft etwas düster.

 

Schliesslich kamen wir wieder im Rhododendron Inn an und machten uns vor dem Abendessen noch einen Apéro. Danach schauten wir noch den Film zu Ende, den wir am ersten Tag begonnen hatten, bevor wir schliesslich zu Bett gingen.

 

Irland – Sonntag 19.7.2015

Als ich erwachte, regnete es. Allerdings war das nicht nur ein kleiner Schauer, wie man vielleicht erwartet hätte, nein! ES goss wie aus Kübeln. Das sah nach einem recht trüben Tag aus. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

 

Nachdem wir schlussendlich alle wach waren, zogen wir ohne Frühstück los, denn wir wollten das Mega-Spar-Restaurant in der Nähe testen. Unterwegs kamen uns extrem viele Autos entgegen. Das könnte man nun natürlich der Tatsache zuschieben, dass es Sonntag war, allerdings hatten wir das seltsame Gefühl, dass da noch etwas anderes dahinterstecken musste. Diese Vermutung bestätigte sich beim Frühstück. Es hatte relativ viele Leute in dem Restaurant und praktisch alle trugen ein grün-gelbes Fan-Trikot. Während wir so frühstückten fuhren sogar zwei  Busse vor, die Ladungen von Fans, alle in leicht bis stark angetrunkenem Zustand, ausluden.

Jetzt wollten wir endlich wissen, für welche Sportart sich die Iren so dermassen interessierten, denn ganz offensichtlich fand heute dieser legendäre Match statt, auf den sie schon seit langem hinfieberten.  Wie könnte man so etwas leichter herausfinden, als im Internet… und siehe da. Heute spielten die Footballmannschaft von Donegal gegen die aus Monaghan um den „Ulster Senior Football Title“ und offenbar war heute das ganze County Donegal unterwegs nach Clones, o dar Match stattfand.

 

Froh machten wir uns deshalb auf in den Norden, denn wenn die ganzen Leute mit Football beschäftigt waren, wären die Strassen sicher menschenleer, hofften wir.

Von Donegal aus fuhren wir nach Derry und von dort nahmen wir die Causeway Coastal Route. Schon auf Höhe Derry stellten wir fest, dass es wohl noch schönes Wetter geben würde und als wir auf die Küstenstrasse bogen schien tatsächlich die Sonne. Die Route ist eine Strasse ganz im Norden von Nordirland, an der viele alte Burgen und Schlösser, aber auch andere beeindruckende Naturphänomene liegen. Den ersten Stopp legten wir beim Downhill Demesne und dem Moussenden Temple ein. Das war eine grüne Parkanlage, wo man nach einem kurzen Spaziergang links auf dem Hügel ein altes Mausoleum stehen sehen konnte. Wir bogen jedoch rechts ab und erklommen einen Hügel auf dem das beeindruckende Downhill House stand. Heute liegt das 1774 erbaute Haus in Tümmern, doch die riesige Ruine und der Blick aufs Meer ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Etwas näher am Meer vorne liegt der Mussenden Tempel. Der Tempel wurde direkt an der Klippe erbaut und unten erstreckt sich das tiefblaue Meer. Ein Anblick, der einem wirklich die Sprache verschlägt. Übrigens, für alle Game of Thrones Begeisterten, der Strand unten am Meer, mit dem Tempel als Kulisse war Schauplatz der Götterverbrennung, die Lady Melisandre zu Ehren ihres Gottes R’holar vollführte.

In Wirklichkeit wurde der Tempel früher als Bibliothek verwendet, doch heute ist der einzelne Raum leer. Wir hatten Glück, denn genau heute spielte im Tempel ein Mann Gitarre und sang dazu alte irische Lieder. Ihm zuzuhören, in diesem einzigartigen Raum, mit Blick aufs Meer, erzeugte eine sehr tolle Stimmung.

 

Nachdem wir den Tempel besichtigt hatten, fuhren wir weiter auf der Causway Coastal Route. Das mit dem Autofahren in Irland ist aber so eine Sache. Die Iren fahren zwar sehr gerne und sehr schnell Auto, doch von Verkehrsregeln haben viele von ihnen wohl noch nie etwas gehört. Wenn jemand ihnen zu langsam fährt, dann überholen sie ihn, egal wie übersichtlich ein Weg gerad ist. Der Blinker ist bei den meisten Iren entweder kaputt oder sie halten ihn einfach für so überflüssig, dass sie ihn schlichtweg einfach ignorieren.

Andererseits sind da die Geschwindigkeitsbegrenzungen. In der Schweiz fährt man, wenn es eine Ansammlung von Häusern hat meistens etwas langsamer. Hier in Irland ist so 80 h/km nicht unüblich. Ganz allgemein beträgt die normale Geschwindigkeit hier 100 h/km und das auf engen Strassen mit vielen Kurven. Für uns Schweizer ist das am Anfang nicht leicht, zumal wir uns auch noch Rechtsverkehr gewohnt sind und in Irland links gefahren wird.

 

Irgendwann kamen wir dann aber doch zur nächsten Attraktion, die wir, und anscheinend auch alle anderen Touristen in Irland, anschauen wollten: den Giant’s Causeway. Als wir nämlich auf den Parkplatz fuhren, trauten wir unseren Augen kaum. Ein riesiges Touristenzentrum markierte den Eingang zum Giant’s Causeway. Man musste Eintritt zahlen und bekam einen elektronischen Führer in die Hand, der einem interessante Details  über diese speziellen Steinformationen erzählte. Mehrere Busse chauffierten die Touristen für 1.30£ zum Causeway und wieder zurück. Wer wollte, konnte natürlich auch hinunterlaufen. Wir bewältigten den ca. 15 minütigen Weg selbstverständlich zu Fuss und hörten uns unterwegs an, was der Guide zu sagen hatte.

Der Legendenach wollte der irische Riese Finn McCool ein Kräftemessen mit einem schottischen Riesen veranstalten. Deshalb erbaute er den Giant’s Causeway der Irland mit Schottland verband. Als er jedoch seinen schottischen Gegner am Horizont auftauchen sah, flüchtete er aus Angst vor dessen Grösse nach Hause zu seiner Frau. Diese verkleidete ihn kurzerhand als Baby und steckte ihn ins Bett. Als der schottische Riese schliesslich an ihre Türe klopfte sagte sie ihr Mann Finn sei gerade ausser Haus und präsentierte ihm stattdessen das „Baby“. Der schottische Riese erschrak fürchterlich ab dem Riesenbaby und rannte zurück nach Schottland aus Furcht davor, wie gross denn der Vater sein möge, wenn das Baby schon so gross sei. Den Giant’s Causeway riss er hinter sich nieder, damit Finn McCool nie zu ihm kommen konnte.

In Wirklichkeit entstanden diese 5- bis 7-eckigen Steinformationen aber durch langsam erkaltendes Lava tief im Erdinneren und ist sowohl an der Küste von Irland, als auch an der schottischen Küste zu finden.

Nachdem wir den Giant’s Causeway mit allen anderen gebührend bewundert hatten, machten wir uns auf den Rückweg zum Auto. Für mich persönlich war der Ort etwas enttäuschend. Nicht die Steine an sich, die waren wirklich sehr beeindruckend, vielmehr empfand ich die ganze Anlage und die vielen Touristen als störend. Ausserdem sehe ich das Besucherzentrum und die ganze Aufmachung des Causeways als Geldmacherei und somit unnötig. Wer mal in Nordirland ist, sollte aber auf jeden Fall dort vorbeischauen, vielleicht aber nicht an einem Sonntag sondern unter der Woche, wenn es eventuell weniger Touristen hat.

 

Vom  Giant’s Causeway her fuhren wir ins Landesinnere, zu einer ganz speziellen Allee. Der „Dark Hedges Allee“. Diese wundersame Alle aus Buchenbäumen wurde im 18. Jahrhundert gepflanzt und ist heute einer der aussergewöhnlichsten und am Meisten fotografierten Orte in ganz Nordirland. Im Gegensatz zum Giant’s Causeway sind hier nicht ganz so viele Leute unterwegs, vermutlich lohnt es sich aber auch hier unter der Woche oder am frühen Morgen zu kommen, wenn man ein menschenfreies Foto schiessen möchte.

Auch der Giant’s Causeway und die Dark Hedges Allee sind Kulissen die in Game of Thrones vorkommen. Letztere stellt den Königsweg dar und wir oft von Räubern und Dieben belagert.

 

Nachdem wir auch noch dieses letzte Naturphänomen bewundert hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Erst um ca. 11 Uhr kamen wir schliesslich zu Hause an und machten uns noch etwas Kleines zu Essen, bevor wir müde von dem langen Tag in unsere Betten kippten.