Jahr: 2017

A journey to Middle Earth

«Do you wish me a good morning, or mean that it is a good morning whether I want it or not; or that you feel good this morning; or that it is a morning to be good on?»

Seit ich die Herr der Ringe Filme das erste Mal gesehen habe und herausfand, dass das Meiste davon in Neuseeland gedreht wurde, war für mich klar: Ich muss da hin! Die unglaublichen Landschaften musste ich einfach mit eigenen Augen sehen. Das habe ich inzwischen geschafft, ich bin tatsächlich in Neuseeland und es ist fast noch ein bisschen schöner, als ich es mir vorgestellt habe. Trotzdem fehlte dem kleinen Hobbit in mir noch das gewisse Etwas – deshalb war ich auch sofort Feuer und Flamme, als ich von dem Schultrip nach Matamata und somit nach Hobbingen hörte.

Mit dem Schulbus ging es früh am Sonntagmorgen los ins zweieinhalb Stunden entfernte Matamata. Schon wenn man in den Ort hineinfährt wird einem klar, dass man nun in Mittelerde angekommen ist. Das Informationscenter ist wie eine Hobbithöhle gestaltet, diverse künstlerische Malereien zeigen unmissverständlich, wo man sich gerade befindet und ein Schild «Welcome to Hobbiton» begrüsst jeden Besucher in Mittelerde.

Nach dem Lunch in Matamata fuhren wir noch etwa 15 Minuten weiter zu der Farm ausserhalb der Stadt, wo sich das «wahre» Hobbingen befindet. Auf einer kleinen Busfahrt vom Parkplatz zur Farm wurden wir und die anderen Tourmitglieder herzlich von unserem Tourguide begrüsst und schon einmal mit ein paar Hintergrundinfos gefüttert. Wir alle wollten aber nur eines, endlich das Auenland betreten, denn nach der 5 Minütigen Fahrt durch grüne Hügel und an friedlich grasenden Schafen vorbei, fühlten wir uns dem Auenland schon ganz nah.

Und dann waren wir endlich da:

 

Alles in Allem war es sehr cool den Drehort der Hobbit- und Herr der Ringe Filme zu sehen. Wie zu erwarten war es extrem touristig und ich fand es ein bisschen schade, dass wir immer in der Gruppe bleiben mussten. Man konnte nicht selber herumlaufen, wie und wo man wollte und die ganze Führung war an einen strikten Zeitplan gebunden. Auch wenn es auf den Fotos nicht so aussieht waren überall extrem viele Leute unterwegs. Dennoch fühlte sich mein innerer Hobbit sofort wie Zuhause und wollte am liebsten gar nicht mehr weg. Nach der Führung durch das Set bekamen wir im Grünen Drachen ein waschechtes Hobbit-Bier zu trinken und konnten uns auch noch ganz im Hobbit-Style einkleiden. Und so ging ein ereignisreicher Tag zu Ende.

«The road goes ever on and on, down from the door where it began, now far ahead the road has gone, and I must follow, if I can.»

1 Monat Neuseeland – Ein Update

Es scheint absolut unfassbar, dass ich genau heute schon seit einem ganzen Monat in Neuseeland bin! Vor einem Monat fand ich mich mit einem gewaltigen Schlafmangel und einem noch gewaltigeren Rucksack in Auckland am Flughafen wieder und konnte es kaum erwarten ins Hostel zu kommen und endlich schlafen zu können – von Aufregung endlich da zu sein, war in dem Moment nicht so viel zu spüren. Den Tag verbrachte ich halb schlafend in irgendwelchen Cafés, besuchte das Auckland Museum und begab mich möglichst bald ins Hostel und ins Bett.

Am nächsten Morgen sah die Welt dann schon ganz anders aus. Ich freute mich endlich nach Whitianga weiterzureisen, denn als Einstieg in einem fremden Land ist Auckland nur eines: Eine beängstigend grosse, ungemütlich überbevölkerte Stadt.

 

In Whitianga angekommen startete auch sofort die Schule und ich fühlte mich vom ersten Moment an sehr wohl. Trotzdem, jetzt rückblickend war der Anfang vermutlich ziemlich holprig. Inzwischen kann ich sagen, ich habe mich richtig gut eingelebt und möchte keinen Moment hier missen. Den Kurs habe ich wie geplant von Afternoon-Class auf Activity-Class geändert und das war definitiv die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.

Dreimal in der Woche kann ich jetzt an diversen Aktivitäten teilnehmen. In der ersten Woche war ich zum Beispiel mit Kim (Schul-Eigentümer) in seiner Nursery, was im Grunde nichts anderes als eine Pflanzenaufzucht ist, in der er seltene oder nützliche Pflanzen aufzieht, die er danach dem Department of Conservation (DoC) zur Verfügung stellt, die die Pflanzen wiederum zur Aufforstung von Wäldern und Küsten nutzen.

Am Mittwoch ging ich mit einer Gruppe von Schülern auf eine Aktivität, die sich „River Exploring“ nennt, mit Neoprenanzug ausgestattet machten wir uns auf in den Bush (Neuseeländischer Wald), wo wir einen Fluss bewanderten – ja genau, eine Wanderung IM Fluss. Dies war sehr cool, denn von der Strasse aus nie denken, was sich im Bush alles verbirgt und der Fluss hatte mehrere tiefe Wasserteiche, in denen man schwimmen und von Felsen springen konnte. Zu Beginn waren wir alle etwas skeptisch, ob wir uns wirklich ins Wasser wagen sollten, denn trotz den immer wärmeren Temperaturen und dem Neoprenanzug, war es doch immer noch ziemlich kalt. Doch mit etwas Überwindung und ein bisschen tatkräftiger Unterstützung von uns, plantschten schlussendlich alle im Wasser herum.

Nach dem Süsswasser am Mittwoch traute ich mich am Donnerstag das erste Mal ins Meer. Und zwar aufs Surfboard. Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel Wasser geschluckt! 😀 Mein Fazit von zwei Stunden Surflesson: Es sieht zwar einfach aus, aber das ist es nicht, ganz im Gegenteil! Ich bin schon glücklich, dass ich zweimal eine Welle auf den Knien halbwegs sicher bewältigen konnte, von Aufstehen auf dem Surfboard war aber nie die Rede. Mal sehen wie das weitergeht, nächste Woche steht wieder eine Surfing Activity an und ich bin noch nicht sicher, ob ich mich wirklich freuen soll.

Nach dem Surftraining am Donnerstag war wieder Open Night. Und was als ruhiges Barbeque angedacht war, artete schlussendlich ziemlich aus. Ich sag nur soviel dazu: Singende Schüler, tanzende Lehrer und jede Menge peinlicher Videos. Crazy ging es dann auch am Freitag weiter. Es war nämlich „Loud Shirt Day“. Diese Tradition existiert schon seit vielen Jahren an der Schule, Schüler, Lehrer und Ehrengäste kommen alle in den verrücktesten, buntesten und lautesten Kleidern und Kostümen, die wir finden konnten. In einem fairen Wettbewerb wird dann das „lauteste Kostüm“ ausgesucht und geehrt. Mein persönliches Highlight von diesem Tag –  ein 69-jähriger Japaner, der sich von mir die Haare blau färben liess.

 

Doch das eigentliche Highlight dieser Woche hatte nichts mit der Schule zu tun – seit dem 26. November bin ich nämlich stolze Eigentümerin eines graublauen Nissan Wingroad. Per Zufall hatte am Wochenende zuvor dieses Auto im Internet entdeckt und bin es sogleich mit meinem Hostvater, ein pensionierter Automechaniker, probefahren gegangen. Nachdem er es für tauglich erklärt hatte und nach kurzen Preisverhandlungen habe ich kurzentschlossen zugeschlagen und es seitdem keine Minute bereut! Die Rücksitze kann ich herunterklappen und habe bequem Platz zum schlafen darin und kann bei Bedarf trotzdem mit bis zu 5 Personen herumreisen.

Am Wochenende habe ich dann auch sogleich die erste Tour unternommen. Mein Weg führte mich über Coromandel bis zum nördlichsten Punkt der Coromandel Peninsula. Für alle, die denken das wäre eine gute Tour und man könne das ja mal machen: Ja kann man, aber nein ist nicht nötig. Nach 3 Stunden Fahrt und unzähligen Schotterstrassen bin ich dann umgekehrt, die Coromandel Peninsula ist sehr schön, aber ausser Bush findet man da oben im Norden nicht viel. 😉 Trotzdem war es die Reise wert, denn immerhin habe ich mich jetzt völlig ans Fahren auf der falschen Strassenseite gewöhnt.

 

Die Woche darauf war ich mit einigen Freunden am Hot Water Beach. An diesem Strand kommt eine heisse Wasserader sehr nahe an die Oberfläche und man kann sich seinen eigenen Heisswasserpool buddeln. Dabei muss man nur auf zwei Dinge achten. Erstens, dass man sich nicht verbrennt, denn es ist wirklich sehr heiss und zweitens, dass man nicht von einem der vielen anderen Buddler zerquetscht wird. Einen so touristischen Ort habe ich hier in Neuseeland noch nicht gesehen. Es war ein Erlebnis, aber ich denke nicht, dass ich das so bald nochmals mache. 😉

Der Rest der Woche verlief ziemlich normal. Zwischen Aktivitäten, Schule und Pub blieb nicht viel Zeit übrig, wenn man auch noch ein bisschen schlafen wollte. Wir hatten eine Culture Open Night am Donnerstag, was sehr interessant war, da alle Schüler ein traditionelles Gericht mitgebracht haben. Zwar war die Mehrheit Schweizerisch, aber ich habe trotzdem auch einiges über die asiatische, spanische und thailändische Küche gelernt. Ich wusste schon, dass die thailändische Küche sehr scharf isst – fast zu scharf für meinen Geschmack – was ich aber neu dazu lernte, ist, dass thailändische Gerichte nichts im Vergleich zu denen aus Südkorea sind. Mir brennen jetzt noch die Lippen, wenn ich an das unglaublich scharfe Hühnchen von Jun denke, wozu er nur sagte: „It’s NOT that spicy!“ – Der hat gut reden!

Am Sonntag unternahmen wir einen Ausflug nach Hobbiton – dem Filmset der Herr der Ringe- und Hobbit-Filme. Für mich als kleiner Mittelerde-Fan, war das natürlich ein riesiges Erlebnis. Zwar muss ich sagen, dass der Tourführer mir jetzt nicht viel Neues über das Set erzählen konnte (Ups..^^) aber es war trotzdem cool, das alles einmal Live zu sehen. Dazu dann aber in einem separaten Blogbeitrag mehr. 🙂

Dieses Wochenende fuhr ich mit meinen Gasteltern nach Hamilton, mein Gastvater wurde nämlich 80 Jahre alt und ich war eingeladen mit ihm und seiner Familie zu feiern. Wir gingen in einem Restaurant nett zu Abendessen und trafen uns am Morgen nochmals zum Brunch. Die Feier war ganz nett, aber so richtig warm geworden bin ich mit seiner Familie nicht. Ausser den Kindern (8 und 10 Jahre alt) wusste nämlich in meinem Gefühl niemand so recht, was man reden könnte und so war das ganze sehr reserviert. Da bevorzuge ich die lustigen und oft alles andere als ruhigen Feste und Treffen meiner Familie zu Hause um ein vielfaches! 😀

Und jetzt sitze ich hier und schreibe diesen Blog und kann immer noch nicht so ganz glauben, dass ich schon einen ganzen Monat hier bin. Zwar vermisse ich meine Familie und Freunde zuhause schon sehr, und es ist extremst komisch, dass hier – mitten im Sommer – Weihnachtslieder am Radio laufen, aber richtiges Heimweh ist das nicht und ich würde auch nichts an der Lage ändern wollen, selbst wenn ich könnte. Viele Schüler hier kommen für 4 bis 6 Wochen an die Schule, und jetzt vor Weihnachten verlassen uns sehr viele und wir haben kaum Neuzugänge. Das ist auf der einen Seite sehr schade, weil die erst neugewonnenen Freunde nun schon weiterziehen und sich in ihre Reiseabenteuer begeben, aber auf der anderen Seite würde ich Whitianga und das COLC im Moment für nichts in der Welt verlassen wollen. Ich würde mich jetzt noch nicht bereit fühlen, hier wegzugehen, wo ich mich doch gerade erst eingelebt habe. Noch zwei Wochen, dann sind Weihnachtsferien und auch ich kann mich auf meinen ersten kleinen Roadtrip begeben. 🙂

In diesem Sinne wünsche ich allen eine schöne Adventszeit!

 

Die erste Woche – Von Lehrern, Karaoke und anderen Begebenheiten

Schon seit einer Woche bin ich nun in Whitianga (welches übrigens mehr als Fitianga ausgesprochen wird) und es gefällt mir hier wirklich sehr gut.

Am Montag war der erste Schultag und meine Hostmum setzte mich pünktlich um 8.40 bei der Schule ab. Dort wurde ich sofort freundlich von Kim dem Eigentümer empfangen. Er stellte mir den Rest des Teams vor und danach wurden die zwei anderen neuen Schüler und ich von allen herzlich mit einem Maori-Lied in die COLC Familie aufgenommen. Nach einem kurzen Einstufungstest machten wir mit Kim eine Rundfahrt durch die Stadt und die Umgebung. Kim zeigte uns dabei nicht nur die besten Pubs und Cafés sondern erzählte auch allerlei über die Geschichte von Whitianga und die Bemühungen der Schule sich für die Natur und die Kiwis in der Umgebung einzusetzen.

Am Nachmittag startete dann der Unterricht und so nahm alles seinen Lauf. Ich wurde in die Advanced Class eingestuft, was sehr gut ist. Vor Weihnachten werde ich dann aber vermutlich die Klasse wechseln müssen, da dann zu wenige Schüler in der Advanced Class wären und diese dann nicht mehr stattfindet.

Unterricht haben wir am Morgen von 9.00 – 10.40 und nach der Pause von 11.00 bis 12.00 Uhr Unterricht. In der Mittagspause haben wir jeweils ein Schul-Taxi, wo jemand von der Schule, meistens Tom durch die Schule rennt, „Lunch Taxi“ schreit und die, die wollen dann in einem der Busse der Schule ins Zentrum fährt um Lunch zu kaufen oder dort zu essen. Wir haben aber auch in der Schule die Möglichkeit Dinge aufzuwärmen und unseren Lunch selber mitzubringen. Der Nachmittagsunterricht beginnt um 13.15 Uhr und dauert bis 14.45.

Zurzeit habe ich Morning und Afternoon Lessons, aber ich werde schon bald in die Activity Class wechseln, wo wir Dienstag-, Mittwoch- und Donnerstagnachmittag verschiedene Aktivitäten machen können.

Ich habe schon sehr schnell festgestellt, dass das Coromandel Outdoor Language Centre nicht wie jede andere Schule ist. Zum einen sind da einmal die Lehrer, ich habe im Moment 3 verschiedene Lehrpersonen und alle sind auf ihre Art einzigartig. Was aber alle gemeinsam haben, ist ihre schier endlose Motivation und die gute Laune, mit der sie jeden Tag starten. Zudem sind es nicht einfach nur Lehrer, sie sind auch voll im Freizeitprogramm integriert und es ist nicht selten, dass man sie am Abend ebenfalls im Pub auf einen Drink antrifft. Auf der anderen Seite ist aber auch der Lern-Stil am COLC völlig anders als an anderen Schulen. Wenn schönes Wetter ist, gehen wir nach draussen und halten die Lektion im Freien ab, oder machen draussen einen kleinen Postenlauf um das Voci zu repetieren, das wir am Vortag gelernt haben. Alles in allem herrscht am COLC eine total lockere und familiäre Atmosphäre.

Am Mittwoch war Quiz Night im lokalen Pub. In Gruppen von bis zu acht Spielern, kann man an dem Quiz mitmachen und am Schluss sogar einen kleinen Geldpreis gewinnen. Für uns Schüler sind die Fragen, die oft Neuseeland bezogen sind zwar etwas schwierig zu beantworten, doch die Lehrer waren diese Woche das zweite Mal in Folge auf dem ersten Platz.

Jeden Donnerstag ist Open Night. Das ist immer eine Art kleine Party, die normalerweise in der Schule stattfindet und die jeweils unter einem besonderen Motto steht. So könnte zum Beispiel eine Swiss Food Night, oder eine Halloween Night auf dem Programm stehen. Diese Woche gingen wir in ein indisches Restaurant. Zwei Schüler verliessen uns nach 18 Wochen diesen Freitag und zum Abschluss gingen wir Essen. Anschliessend gingen wir alle ins gegenüberliegende Pub, wo wie jede Woche die Karaoke Night stattfand. Das war auch mein Untergang, denn wie die anderen Schüler mir liebenswürdigerweise mitteilten, ist es am COLC Tradition, dass die neuen Schüler Karaoke sangen. Da ich nicht auf die Alternative zurückgreifen und allen eine Runde ausgeben wollte, ergab ich mich schliesslich in mein Schicksal und sang Lemon Tree, wobei mich die anderen alle lautstark unterstützten.

Der Freitagnachmittag ist immer für alle frei. Vor dem Mittagessen am Freitag verabschiedeten wir die fünf Schüler, die uns diese Woche verliessen. Dazu hält immer ein Lehrer eine Rede und dann hat man als Schüler selber das Wort. Als Abschluss singen wir dann den Goodbye-Song. Nach dem Mittagessen hatte ich einen Termin auf der Bank um ein Konto zu eröffnen.

Zum Abendessen traf ich mich mit ein paar Freunden zum Pizza-Essen in „Lukes Kitchen“ einem bekannten Restaurant in Kuaotunu ca. 20 Minuten von Whitianga entfernt. Nachdem wir anschliessend noch den Sonnenuntergang am Strand genossen hatten, ging es – wie könnte es anders sein – zurück nach Whitianga ins Pub.

Am Anfang der Woche hat mir jeder gesagt: „Die erste Woche ist die Schwerste! Wenn du die schaffst, dann schaffst du alles.“ Auch wenn man von meiner Karaokeeinlage einmal absieht, war diese Woche überhaupt nicht „schlimm“ im Gegenteil. Ich fühle mich wohl hier und freue mich auf die Wochen die kommen.

Gedanken aus dem Flugzeug

Ich sitze auf meinem Platz im Flugzeug direkt am Fenster und schaue hinaus in den strahlend blauen Himmel. Eine flauschig, weisse Wolkendecke trennt uns vom Rest der Welt und alles scheint friedlich. Ich habe eine ganze Sitzreihe für mich alleine und nutze die Freiheit und breite mich auf die Sitze aus. Meine Gedanken driften ab.

Es ist unglaublich, ich weiss ich wiederhole mich, aber es ist unglaublich wie schnell die Zeit vergangen ist. Ich weiss nicht genau, wie oft ich in den letzten paar Wochen gefragt wurde, ob ich schon nervös sei. Aber irgendwie war ich bis zum Tag der Abreise nie wirklich nervös. Zwischendurch hatte ich vielleicht mal einen kurzen „Nervositätsschub“, aber im Grossen und Ganzen, war ich extrem entspannt. Ganz einfach deshalb, weil ich es nie wirklich realisiert habe, dass es tatsächlich losgeht. Zu lange schon habe ich auf diese Reise gewartet und mich darauf gefreut, so dass es sich so kurz vor der Abreise nicht viel anders angefühlt hat als in den Monaten zuvor.

Heute Morgen bin ich dann extra früh aufgestanden, um noch meinen Papi zu verabschieden, da er leider Schule geben musste und nicht mit an den Flughafen kommen konnte. Danach machte ich mich gemütlich bereit, sodass wir um ca. 9.00 Uhr zum Flughafen aufbrechen konnten. Begleitet wurde ich von Mami und meinem Bruder und als Überraschungsgast bekam ich auch noch von meinem Gotti Besuch, was mich sehr gefreut hat!
Laut einem Hinweis von Swiss, wurde mir empfohlen, dass ich wegen meinem Flug in die USA früh genug am Flughafen sein sollte. So waren wir wie empfohlen 3 Stunden vor Abflug dort. Wie erwartet dauerte das Einchecken keine 20 Minuten und danach hatten wir genug Zeit um noch gemütlich etwas trinken zu gehen und uns zu verabschieden.

Der Abschied war schon etwas schwer, aber so richtig klargeworden ist es mir erst hier im Flugzeug. Ich werde über ein Jahr weg sein, meine Familie und meine Freunde alle ein ganzes Jahr nicht sehen. Wieso genau mache ich das eigentlich? Wenn ich mir nicht so sicher gewesen wäre, dass ich das wirklich machen will und es nicht schon seit so langer Zeit geplant hätte, wäre ich in diesem Moment vermutlich wieder aus dem Flugzeug gestiegen. Was ich natürlich nicht getan habe. Offensichtlich.
Jetzt bin ich tatsächlich auf dem Weg nach Neuseeland. Und während das Flugzeug irgendwo über Kanada Richtung San Francisco fliegt, steigt die Vorfreude auf das Bevorstehende mehr und mehr.

How to pack your life in a backpack?

Wie packt man sein Leben in einen einzigen Rucksack? Was soll man einpacken, wenn man für ein ganzes Jahr ins Ausland geht? Wie bringt man alles was einem zu Hause lieb und teuer ist in einen Koffer?

Ganz einfach – gar nicht.

Wenn man für so lange Zeit weggeht und einem nur begrenzter Platz zur Verfügung steht, ist es unmöglich alles einzupacken, was man gerne möchte. Man muss sich also entscheiden.

Auch ich stand vor der schwierigen Entscheidung und möchte euch hier etwas über meine Gedanken und meine schlussendlichen Entscheidungen erzählen.

Beim „Ich packe in meinen Koffer“-Spiel habe ich zuerst alle Dinge eingepackt, die teuer sind und die ich im Ausland sicher nicht neu kaufen wollte. Zum Beispiel Wanderschuhe, Regenjacke / -hose, Softshelljacke, Schlafsack, etc. Dazu kamen natürlich die ganzen elektronischen Geräte, wie Kamera mit Objektiven, Stativ, GoPro, Laptop und eBook-Reader. Nachdem all diese Sachen ihren Platz gefunden haben, kamen dann all die „unwichtigeren“ Dinge, oder besser gesagt die ersetzbaren. In diese Kategorie zähle ich vor allem Kleider.

Da in Neuseeland wenn ich ankomme bald Sommer ist, konnte ich auf dicke Pullover grösstenteils verzichten, es ist mir trotzdem mehr als schwer gefallen mich auf ein Minimum zu beschränken. Ich denke, wenn man auf einen Roadtrip geht, würde man etwas anders Packen als  ich es getan habe. Ich bin lange Zeit am gleichen Ort und habe einen festen Wohnsitz, weshalb ich nicht gespart habe und den Rucksack schlussendlich doch gefüllt habe. (Keine Ahnung, wie ich in einem Jahr alles wieder nach Hause nehmen soll, aber das sehe ich dann, wenn es soweit ist.

Falls euch die vollständige Packliste interessiert, könnt ihr Sie hier anschauen:

Packliste

Meine Bucketlist

Jetzt, da ich nur noch 15 Tage arbeiten muss, bis meine Reise endlich losgeht, und erst noch mein Visum endlich bewilligt wurde, ist es Zeit ein wenig über meine Ziele/Things to do/Wünsche zu reden.

Dass ich ein Jahr lang nach Neuseeland gehen möchte, weiss ich schon seit ziemlich langer Zeit. Zugegebenermassen bin ich erstmals durch die Herr der Ringe Verfilmungen auf Neuseeland aufmerksam geworden, das Land und vor allem die Natur, die man in den Filmen sieht, hat mich aber so in seinen Bann gezogen, dass ich mich mehr über das Land informiert habe und meine Faszination stetig gewachsen ist.

Nun habe ich endlich die Möglichkeit in dieses tolle Land zu reisen und obwohl ich versuche mir nicht allzu viele Vorstellungen zu machen, habe ich einige Dinge, die ich unbedingt erleben möchte. Aus meinen Recherchen und Entdeckungen habe ich deshalb eine Bucketlist zusammengestellt, mit all den Dingen die ich für sehens-/erlebenswert halte und die ich während meiner Zeit in Neuseeland gerne erleben möchte.

 

Nature

– Cape Reinga – Nördlichster Punkt von Neuseeland
– Kauribäume sehen – Waipoua Forest, Northland
– Mermaid Pools – Matapouri Bay, Nordinsel
– Cathedral Cove, Coromandel Halbinsel
– Hot Water Beach – Coromandel Halbinsel
– Pinnacles – Coromandel Halbinsel
– Glowworm Caves – Waitomo, Nordinsel
– Tongariro Crossing, Nordinsel
– Castlepoint, Nordinsel
– Wharariki Beach – Nelson, Südinsel
– Punakaiki, Westküste
– Franz Josef Gletscher, Südinsel
– Lake Matheson, Westküste
– Mount Cook National Park, Südinsel
– Lake Pukaki – Südinsel
– Lake Wanaka, Südinsel
– Roys Peak/Coromandel Peak – Lake Wanaka, Südinsel
– Moeraki Boulders, Waitaki, Südinsel
– Milford Sound, Südinsel
– Glenorchy, Queenstown (by night)
– Clutha, Südinsel
– Nugget Point, Südinsel
– Stirling Point, Südinsel (südlichster Punkt)
– Einen Kiwi Vogel sehen in der Natur
– Robben in der Freiheit sehen
– Vulkan besteigen
– Aurora Australis (südliches Polarlicht) sehen und fotografieren
– Sternen betrachten und fotografieren (Milchstrasse)
– Sonnenauf- und Sonnenuntergang am Meer
– Das Licht des ersten Tages im neuen Jahr am östlichsten Punkt Neuseelands sehen

 

Adventure

– Kanu/Kajak fahren im Meer
– Gletscherbesichtigung
– Bungee Jumping
– Skydiving
– Schwimmen mit Delfinen
– Tauchen lernen
– Surfen lernen
– Mehrtägige Wanderung
– Ein Great Walk machen
– Am Strand Reiten
– 90 miles Beach fahren
– Walk high above the forest floors – Rotorua, Nordinsel

 

Culture

– Auckland
– Sky Tower – Auckland
– Hobbiton Movie Set – Matamata, Nordinsel
– Mine Bay, Lake Taupo
– Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu – Ort mit zweitlängstem Ortsnamen auf der Welt
– Weta Workshop – Wellington
– Wellington
– Christchurch
– Cinema Paradiso – Wanaka
– Baldwin Street (Steilste Strasse der Welt)
– Rugby Game sehen
– Maori lernen
– Maori Zeremonie (Haka)
– Hokey Pokey und Pie’s Essen
– Hundertwassertoilette besuchen – Kawakawa
– Kiwi-Freunde finden

 

Das ist sicherlich nur eine unvollständige Liste von allem, was ich gerne erleben möchte. Am liebsten möchte ich einfach alles sehen und erleben, und ich habe mir als oberstes Ziel gesetzt dieses Jahr so gut wie möglich zu nutzen und nicht unnötig Zeit mit „herumhocken“ zu verbringen.

Ich bin gespannt, wie meine Bucketlist nach der Reise aussehen wird, was ich erlebt habe, was nicht und was sich vielleicht daran geändert hat.

 

5 Tipps, wie du dir die Zeit bis zur Reise verkürzt

Wenn die Reise erstmal gebucht ist, heisst es bis es endlich losgehen kann meistens Abwarten und Tee trinken. Besser ist es natürlich, wenn man die Zeit mit etwas Sinnvollem verbringt, das die Vorfreude auf das Bevorstehende noch steigert. Hier gebe ich dir fünf Ideen, wie man die Zeit bis zur Reise am besten rumkriegt.

 

1. Reiseführer

Wenn man in ein Land reist in dem man zuvor noch nicht war, empfiehlt es sich immer sich etwas über das Land zu informieren. Mit Reiseführern überbrückst du die Zeit optimal und kannst in Gedanken schon einmal in das Land reisen und auskundschaften, was es dort alles zu sehen gibt.

2. Lokale Spezialitäten

Um schon einen ersten Vorgeschmack auf die lokale Küche im Zielland zu bekommen, kannst du dich einmal selber an den typischen Spezialitäten des Landes probieren. Deine Freunde und Familie werden es sicher zu schätzen wissen und im Nachhinein kannst du dann vergleichen, ob deine Kochversuche mit den „originalen“ Köchen mithalten kann, oder ob die Köstlichkeiten doch ganz anders schmeckten.

3. Dokumentationen zum Land

Wenn dir das Lesen von Reiseführern nicht so zusagt, oder du einfach noch mehr in Bilder und Videos eintauchen und nicht alles deiner Fantasie überlassen möchtest, dann sind Dokumentationen über das Land deiner Träume die ideale Möglichkeit die Zeit zu überbrücken.

4. Erlebnisberichte und Reportagen

Ich persönlich möchte, wenn ich eine Reise geplant habe oft über nichts Anderes mehr nachdenken und reden. Und am schönsten ist es mit Personen darüber zu sprechen, die selber schon im Land waren und ebenso begeistert sind wie du. Wenn du jetzt nicht gerade Freunde, Verwandte oder Bekannte hast, die dieselbe Leidenschaft wie du haben, wenn es ums Thema reisen geht, dann empfehle ich dir, dich mal im Internet schlau zu machen, ob in deiner Nähe nicht bald ein Vortrag zum Land deiner Wahl stattfindet. Viele Globetrotter erstellen nach ihren oft mehrmonatigen Reisen Film- und Foto-Reportagen, die sie dann in einem Vortrag präsentieren. Über solche Erlebnisberichte erhältst du oft viele gute Tipps und eindrückliche, persönliche Eindrücke, die kein Reiseführer und keine Doku bieten können.

5. Ich mach mir einen Plan…

Wenn du noch nicht eine genaue Reiseroute gebucht hast, kannst du dir einen groben Reiseplan erstellen. Erstelle zum Beispiel mit Hilfe von Reiseführern und Internet eine Bucketlist, was du auf deiner Reise alles sehen und erleben möchtest und plane schon grob im Voraus, wie du dorthin kommst.

 

In Hinblick auf meine Reise nach Neuseeland werde ich auf jeden Fall noch einmal alle Hobbit und Herr der Ringe Filme schauen, einfach weil sie grossartig sind und weil man dort drin auch jede Menge Natur zu sehen bekommt. Da es aber nicht von jedem Land einen passenden Film gibt, sei dies hier nur als Abschluss erwähnt. 🙂