Jahr: 2018

4 month in Whitianga

Wieder ist es eine Weile her, dass ich meinen letzten Beitrag gepostet habe. Diesmal aber mit gutem Grund, ich habe an einem Video gearbeitet. Während meiner ganzen Zeit in Whitianga habe ich unzählige Videos gemacht, weil als ich überlegte einen Blogbeitrag darüber zu schreiben, habe ich schnell gemerkt, dass ich das mit Worten nicht richtig beschreiben kann. Es ist mir nicht möglich die richtigen Worte zu finden, die diese Zeit ausreichend beschreiben könnten. Und was eignet sich besser um Gefühle richtig rüberzubringen, als ein Video?

Und nun will ich gar nicht mehr schwafeln… Viel Spass!

Euro Moot 2018 – Scouting in New Zealand

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich hier etwas gepostet habe, und das tut mir meega leid! Es sind noch so einige Blogeinträge offen, aber in meiner Zeit in Whitianga, wollte ich einfach die Zeit, die ich dort hatte geniessen. Inzwischen ist meine Zeit dort zu Ende und ich bin jetzt in Wellington, doch wie das alles kam, wie es mir in Wellington gefällt und wie es jetzt weitergeht, das ist alles eine andere Geschichte.

Heute möchte ich euch über mein Oster-Wochenende berichten, das ich dieses Jahr auf eine ganz spezielle Weise verbringen durfte: in einem Pfadilager. Seit ich die Schweiz verlassen habe, hatte ich nicht viel mit der Pfadi zu tun, doch wie sehr ich das alles wirklich vermisst hatte, wurde mir erst letztes Wochenende bewusst, als ich das Pfadi-feeling wieder zurück hatte. Aber von Anfang an…

Letzten Sommer nahm ich an einem internationalen Pfadilager in Island teil. Das war ein absolut cooles Erlebnis und nebst vielen tollen Aktivitäten, habe ich auch viele Pfadis aus der ganzen Welt kennengelernt. Eine davon war Caitlyn aus Neuseeland. Als ich dann im November in Neuseeland ankam, hat sie mich kontaktiert und gefragt, ob ich nicht an einem neuseeländischen Pfadilager teilnehmen möchte, das über Ostern stattfinden würde. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, was ich im April machen würde, so konnte ich leider nicht zusagen. Anfangs März kam ich dann ich Wellington an und mir war ziemlich schnell klar, dass ich übers Osterwochenende nichts vorhaben würde. So habe ich Caitlyn wieder kontaktiert – im Bewusstsein – dass es jetzt zwei Wochen vor dem Lager, wahrscheinlich viel zu spät sein würde, um sich noch fürs Moot anzumelden. Zu meiner Überraschung und Freude jedoch konnte Caitlyn noch alles für mich organisieren, so dass ich zwei Wochen später im Lager mit dabei war.

 

Das Lager fand auf der Südinsel statt in der Nähe von Christchurch. Über Facebook konnte ich Kontakt zu einigen Rovers aufnehmen, die von Wellington zum Lagerplatz fahren würde und so kam es, dass ich mich ihrer Crew (Gruppe von Rovern) anschliessen konnte. Am Sonntag vor dem Lager traf ich die Crew dann zum ersten Mal. Im Lager gab es jeden Abend eine Kostümparty, zu der man sich mit der Crew verkleidete. Das Motto des Lagers war „Euro Moot“ und demensprechend waren auch die Themen für die Kostümpartys gewählt. Am ersten Abend stand alles unter dem Motto „Oktoberfest“, am zweiten Abend hatten wir das Thema „Eurovision Song Contest“ und am dritten Abend „Night in Monaco“. Die Victoria Crew welcher ich mich anschliessen durfte, ist berühmt dafür die Mottos besonders kreativ zu interpretieren. Anstelle von Oktoberfest wählten wir deshalb ein anderes Fest im Oktober und so verkleideten wir uns passend zum Thema Halloween. Anstelle von Eurovision Song Contest, legten wir den Fokus auf „Euro Vision“ und organisierten übergrosse Brillen, auf deren Gläser wir ein Euro Zeichen malten. Und die Vorgaben für Night in Monaco waren klar – bitte kommt in formaler Kleidung – aber als zusätzliche Accessoires organisierten wir Masken und Pistolen, und räuberten das Casino aus.

 

Es war gut, die ganze Crew schon einmal kennenzulernen und auch meine zwei Roadtrip-Gefährten Adam und Steph im Voraus zu treffen, bevor wir uns am Donnerstag zusammen auf eine 8 Stündige Autofahrt begaben.

Am Donnerstagmorgen in aller Frühe, nahmen wir drei gemeinsam die Fähre von Wellington nach Picton. Auf der dreistündigen Überfahrt konnten wir uns alle schon ein bisschen besser kennenlernen und ich war erleichtert, dass wir uns alle gut verstanden.

In Picton bestiegen wir dann das Auto, das dank all unserem Gepäck ziemlich voll war und machten uns auf den Weg nach Süden. Wir folgten der Strasse nach Süden und kamen auf dem Weg nach Kaikoura an einigen eindrücklichen Erdrutschen vorbei, die noch von einem Erdbeben im November 2016 übrig waren. Zwar ist die Strasse inzwischen wieder befahrbar, aber man sieht noch immer genau, wie viel Zerstörung das alles angerichtet hatte.

In Kaikoura machten wir dann einen ersten Stopp, einige Selfies mit „Friend“ dem Maskottchen der Regal Crew, ein Glacé und eine Runde Riesen-Vier-Gewinnt später, ging es weiter. Unterwegs hatten wir selbstgemachte Brownies und viel gute Musik und in Rolleston machten wir auf einem Parkplatz von McDonalds halt, um unser selbstgemachtes Abendessen zu essen.

 

Gegen 8 Uhr kamen wir dann im Mania-O-Roto Scout Park in Ashburton an, wo wir zuerst einmal eincheckten und unsere Zelte bezogen. Danach machten wir uns auf den Weg zur Pfadibar, wo ich jede Menge neuseeländischer und australischer Pfadis kennenlernte.

Am Freitagmorgen in aller Frühe trafen wir uns alle zur Eröffnungszeremonie. Ca. 150 Rover nahmen am Moot teil, mehrheitlich kamen sie aus Neuseeland, aber es waren auch ca. dreissig Australier, ein Engländer und eine Person aus der Schweiz dabei. Nach der Eröffnungsfeier und dem Gruppenfoto ging es dann direkt los mit dem Cross-Country. An diesem drei Kilometer langen Lauf nahm jeder teil und am Ende gab es für den Sieger und die Siegerin eine Trophy (Wanderpreis) zu gewinnen. Dazu muss man wissen, dass sich das ganze Wochenende alles mehr oder weniger um das Gewinnen von Trophys drehte. Die Rovers melden sich in Crews (Gruppen) ans Moot an und in diesen Crews gab es diverse Trophys zu gewinnen.

 

Nach dem Cross-Country Lauf fuhren wir in verschiedenen Gruppen zu einem von mehreren Service Projekten. Ein grosser Teil des neuseeländischen Rover-Alltags ist nämlich das Absolvieren von Community Projekten. Die Idee dahinter ist, dass die Pfadi nicht nur zum Spass da ist, sondern dass sie auch etwas Gutes für die Bevölkerung tut. Ganz abgesehen davon hatten wir beim Service Projekt auch ziemlich viel Spass! In meiner Gruppe haben wir zum Beispiel, einen neuen Gartenweg verlegt, Holz gehackt, einen Zaun aufgestellt und die Fenster und Fassade eines Hauses geputzt. Anschliessend sind wir zum Lagerplatz zurückgefahren und haben dem Team, das dort Hand anlegte beim Verlegen von Platten in einer Kapelle geholfen.

 

Am zweiten Tag gingen wir alle auf einen Tagesausflug. Meine Gruppe hatte die „Tour de France“ gewählt und so fuhren wir nach Akaroa, einer ehemals französischen Siedlung, wo wir eine Kajaktour unternahmen. Anschliessend an ein typisch neuseeländisches Mittagessen – es gab Fish und Chips – spielten wir eine Partie Minigolf, bevor wir am Ende des Tages eine Alpakafarm besuchten. Alpakas sind übrigens nicht nur zum Anschauen super süss, aber auch extrem flauschig und knuddelig zum Anfassen.

 

Schon bald brach der dritte und letzte Tag im Moot an. Zwar waren wir alle schon ziemlich müde, was uns aber nicht davon abhielt beim Tug-o War und der Shooting Trophy noch einmal alles zu geben. Tug-o War ist ein Riesen-Seilziehen, bei dem wir jeweils in vierer Teams gegeneinander angetreten sind. Was mir dabei besonders imponiert hat, ist die Motivation, die alle in die Sache gesteckt haben. Jedes einzelne Team wurde lautstark angefeuert und bejubelt und jeder hat sein absolut Bestes gegeben.

Nach dem Tug-o War kam dann die Shooting Trophy. Bei diesem Postenlauf ging es nicht nur ums Gewinnen, sondern es wurden auch Punkte für Teamfähigkeit, Gruppenzusammenhalt und Strategie vergeben. Dieser Postenlauf dauerte den ganzen restlichen Tag. An einem Posten mussten wir zum Beispiel eine gewisse Strecke überbrücken indem wir die zur Verfügung gestellten Stühle benutzten. Alle Teammitglieder mussten immer auf den Stühlen sein und alle Stühle mussten immer von mindestens einem Teammitglied berührt werden. An einem anderen Posten spielten wir Hockey auf einer Plastikplane mit Wasser und Seife, was nicht nur extrem rutschig, aber auch extrem lustig war. An einem dritten Posten mussten wir uns an den Beinen zusammenbinden und einen Parcours absolvieren, gestartet haben wir mit zwei zusammengebundenen Personen, nach der Runde kam eine dritte, dann eine vierte usw. dazu, bis alle Teammitglieder zusammengebunden waren. Dieser Postenlauf hat mir viel Spass gemacht und wir hatten ein super Team!

Viel zu schnell kam mit dem Montag auch der Tag des Abschieds. Mit der Schlusszeremonie und der diesjährigen Vergabe der Trophys ging das Moot 2018 zu Ende. Das Wochenende war ein voller Erfolg und auch wenn ich zwischendurch mal mit meinem Englisch an die Grenzen gestossen bin – wenn über zehn Personen in einer Gruppe durcheinanderreden, wird’s schwierig – konnte ich viele neue Freundschaften schliessen und hatte eine super Zeit!

Ich habe gelernt, dass die neuseeländische Pfadi in einigen Punkten genau gleich ist, wie die schweizer Pfadi, in vielen Punkten aber auch ganz verschieden. Für mich war es zum Beispiel extrem eindrücklich, wie selbstverständlich die Rovers hier einander halfen. Gut zu sehen war das am Beispiel mit der Kapelle. Dieses Serviceprojekt konnten wir am Freitag nicht beenden, und so entschlossen sich drei Rover am Sonntag nach der Shooting-Trophy noch einmal an der Kapelle zu arbeiten. Es dauerte jedoch keine 5 Minuten und es fanden sich etwa 30 freiwillige Rover, die mithalfen die Kapelle fertigzustellen, ganz ohne dazu aufgefordert gewesen zu sein. Und auch während der Shooting Trophy war Gruppenzusammenhalt gross geschrieben. In meiner Gruppe hatten wir jemanden, der fast taub war und jemanden der nicht rennen konnte. Wir beschlossen daher einstimmig nur zu laufen, und nicht zu rennen und jeder gab sein Bestes unser Hörschwaches Teammitglied in die Diskussionen mit einzubeziehen.

Ich war wirklich sehr beeindruckt von dem grossartigen Teamgeist, den die neuseeländischen und australischen Pfadis an den Tag legten.

 

Ich bin jetzt schon wieder seit einer Woche zu Hause und in meinem Alltag, aber dank dem Moot konnte ich neue Freunde in und um Wellington herum gewinnen und die Victoria Crew hat mich eingeladen, mich ihnen für die Zeit die ich in Wellington verbringe anzuschliessen. Das Moot ist also nicht das letzte Pfadierlebnis gewesen, das ich hier haben werde und ich freue mich auf die nächsten Abenteuer die ich mit ihnen erleben.

 

Roadtrip von Whitianga nach Wellington

Da ich zwischen Dezember und April einiges zu bloggen verpasst habe, habe ich beschlossen die Sache nun von hinten aufzurollen. Deshalb möchte ich euch heute über meinen kleinen Roadtrip berichten, den ich zwischen meinen längeren Aufenthalten in Whitianga und Wellington unternommen habe.

Am 4. März 2018 war offiziell mein allerletzter Tag in Whitianga. Der Abschied viel mir unendlich schwer und nachdem ich mich von meiner Gastfamilie und all meinen Freunden verabschiedet hatte, machten wir uns auf den Weg. Wir, das sind in diesem Fall Javier aus Spanien und ich. Da wir beide Whitianga am selben Wochenende verlassen wollten (mussten) und auch Javier in Richtung Wellington wollte, ergab es sich, dass wir zusammen auf einen einwöchigen Roadtrip quer durch die Nordinsel gingen. Javi war ebenfalls Schüler am COLC und obwohl wir uns nicht soo gut kannten, stürzten wir uns gemeinsam in Hector (das ist der Name meines Autos – doch wie Hector zu seinem Namen kam, ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzählt werden) ins Abenteuer.

 

Am ersten Tag (Sonntag) hatten wir nur eine relativ kurze Strecke von Whitianga nach Mount Maunganui vor uns. Auf der ca. zweieinhalbstündigen Fahrt unterhielten wir uns sehr gut. In Mt. Maunganui angekommen, suchten wir als erstes ein Hostel für die Nacht. Danach erkundeten wir zu Fuss die Stadt, wir waren uns dabei beide einig, dass die Stadt an sich nicht so viel hergab und der „Hausstrand“ übermässig touristig war. Nach dem Abendessen in einem thailändischen Restaurant, machten wir uns dann aber doch noch auf den Weg auf den Mt. Maunganui, denn wie der Ortsname schon verriet, war der an die Stadt angrenzende Berg das eigentliche Ziel jedes Besuchers. Bei dieser Gelegenheit machte ich dann auch die Erfahrung, das Javi sehr fit ist, denn um den Mt. Maunganui zu erklimmen, muss man sich ca. 50 Minuten lang unzählige Treppenstufen hinaufquälen und Javi rannte beinahe den Berg hinauf… Oben angekommen, wurden wir dann jedoch mit einem fantastischen Ausblick und wenig später von einem noch fantastischeren Sonnenuntergang belohnt.

Am nächsten Morgen standen wir schon in aller Frühe auf denn das Hostel war nicht allzu gut, oder respektive ein wenig zu laut, und viele der „Bewohner“ waren Langzeit-Gäste, die in der Stadt arbeiteten. Wir verliessen Mt. Maunganui und fuhren weiter nach Te Puke. Te Puke ist vor allem für seine Kiwifruchtplantagen bekannt und Javi wollte sehen, ob es dort allenfalls einen Job für ihn geben könnte. Nachdem wir den Jobmarkt und die Stadt selbst ausgekundschaftet hatten, machten wir uns auf den Weg nach Waitomo. Unterwegs machten wir kurz an den Mclaren Falls Halt, was sich als ziemliche Zeitverschwendung herausstellte. Die Wasserfälle sehen auf den Bildern im Internet zwar ganz nett aus, aber in Wirklichkeit ist es mehr die Idee von einem Wasserfall. So ging es auch ganz schnell weiter. In Waitomo machten wir uns im Information Center über die berühmten Waitomo Caves schlau und buchten eine Führung um die berühmten Glühwürmchen darin zu sehen. Die Tour war –  naja – ganz nett. Für mich war das Preis-Leistungsverhältnis bei dieser Führung definitiv nicht erfüllt, zumal wir im Bereich wo man die Glühwürmchen sehen kann, nicht mehr als 15 Minuten verbrachten und die restlichen 45 Minuten in den Höhlen mit den anderen Touristen Schlange standen. Die Glühwürmchen an sich waren mega cool, und erinnern an einen Sternenhimmel, aber in Anbetracht dessen, dass man mit etwas Glück, bei einer Nachtwanderung durch den neuseeländischen Busch, auch Glühwürmchen sehen kann, ganz ohne etwas zu bezahlen, ist ca. 50 Dollar einfach zu viel.

Nach der Führung unternahmen wir einen kurzen Spaziergang über die Hügel von Waitomo, bevor wir hungrig wie wir waren, in einem nahen Restaurant eine Portion Spaghetti vertilgten. Das coole am Reisen mit Javi war, dass er extrem spontan war. So haben wir die ganze Woche über nichts im Voraus gebucht und immer von Tag zu Tag geschaut, wonach uns der Sinn gerade stand. So beschlossen wir zum Beispiel am frühen Nachmittag, dass wir gegen Abend zum Tongariro National Park fahren würden und am nächsten Tag den berühmten Tongariro Crossing machen würden. Bevor wir aber losfuhren, wollten wir noch die Umgebung von Waitomo etwas genauer erkunden. So entdeckten wir zum Beispiel die Marokopo Falls und Mangapohue Natural Bridge, welche beide ziemlich eindrücklich waren.

Anschliessend fuhren wir los in Richtung Tongariro National Park und weil es inzwischen doch schon ziemlich spät war, suchte ich im Auto schnell nach einigen Hostels und sicherte uns einen Platz für die Nacht. In einem nahen Supermarkt versorgten wir uns noch mit Proviant, der vorwiegend aus Baumnüssen, Toast, Tomaten und Tunfisch bestand ein, denn am nächsten Morgen würde es früh losgehen.

 

Um 6 Uhr klingelte dann auch schon wieder der Wecker und nachdem wir unsere Sandwichs zubereitet und gefrühstückt hatten, buchten wir um 6.55 Uhr den Shuttle der um 7.00 Uhr startete und uns zum Startpunkt des Tongariro Crossings brachte. Es war noch früh genug, dass wir den Sonnenaufgang sehen konnten, und doch waren, als wir den Startpunkt erreichten schon jede Menge anderer Busse und Autos dort. Der zweite eher negative Punkt war, dass der Gipfel des Mount Tongariro in den Wolken steckte. Dies ist zwar laut Reiseführer nichts ungewöhnliches, da sich die Wolken oft um den Gipfel sammeln, dennoch waren wir ein bisschen enttäuscht. Natürlich machten wir uns trotzdem auf den Weg. Wieder zeigte sich, dass Javier ziemlich fit war, zudem war er auch ziemlich ehrgeizig. Am Startpunkt wies uns ein Schild den Weg, das besagte, dass man für den Tongariro Crossing zwischen 6.5 und 8 Stunden einrechnen sollte. Javi jedoch wollte, wie es schien, einen neuen Rekord hinlegen, denn er marschierte extrem schnell. In der ersten Stunde war noch alles mehr oder weniger flach, danach jedoch kam der grosse Aufstieg. Treppen, Treppen und noch mehr Treppen, zwar ist es wahrscheinlich besser, dass man Stufen hat um den Berg hochzulaufen, auf der anderen Seite verfluchte ich nach einer Weile die vielen Stufen und ich musste Javi schon bald um eine Pause bitten – die er mir gnädigerweise auch gönnte. 😛 Nach ca. eineinhalb Stunden hatten wir den Gipfel dann aber doch erreicht und schon ein bisschen stolz auf uns genossen wir nicht nur den Ausblick aber auch unser Picknick. Der Abstieg auf der anderen Seite war dann schon schwerer. Es war extrem viel Geröll und man rutschte mehr den Berg hinunter, als dass man wanderte. Bald darauf wurde es aber einfacher und der Rest der Wanderung war ziemlich einfach, auch wenn es sich gegen Ende hin ziemlich zog.
Als wir die knapp 20 km in gut 6 Stunden erfolgreich hinter uns gebracht hatten, waren wir beide gleichermassen müde aber glücklich. Wir sattelten Hector und ritten nach Taupo – oder so. In Taupo brauchten wir zuerst einmal eine heisse Dusche und eine kurze Pause, bevor wir uns auf Erkundungstour durch Taupo machten. Nach einem frühen Abendessen ging es zurück ins Hostel und ins Bett.

 

Am nächsten Morgen erwartete uns ein wolkiges und recht verregnetes Taupo. Wir versuchten uns nicht unterkriegen zu lassen und besichtigten die Huka Falls, die Craters of the Moon und einige kostenlose, heisse Quellen, in denen man baden konnte. Dies war speziell lustig, denn wir wanderten durch einen Park, eingehüllt in unsere Regenjacken, denn es regnete in Strömen und dann, als wir zum Fluss hinunterkamen, sahen wir auf einmal ca. 20 Leute in einer kleinen Einbuchtung des Flusses hocken und sich im warmen Wasser suhlen. Ich war nicht so überzeugt, dass ich mich wirklich zu ihnen gesellen wollte, aber Javi war kalt und so fanden wir uns 2 Minuten später im erstaunlich heissen Wasser wieder.
Nachdem wir uns genug entspannt hatten, beschlossen wir aber eine Pause im Hostel einzulegen, denn es regnete immer noch und es schien nicht so bald besser zu werden. Wir trauten uns erst am Abend wieder heraus, als wir einen Spaziergang am See entlang unternahmen. Zwar regnete es noch immer, aber dieses Mal liessen wir uns nicht unterkriegen. Nach einem Bier in einem Pub machten wir uns ein einfaches Abendessen im Hostel, bestehend aus – wie könnte es auch anders sein – Toast, Tomaten und Tunfisch.

 

An unserem zweiten vollen Tag in Taupo unternahmen wir einen weiteren extrem spontanen Trip. Wir hatten schon am Vortag überlegt auf dem See eine Kayaktour zu unternehmen. Diese Idee mussten wir dann aber wegen dem schlechten Wetter wieder verwerfen. Um 9.00 Uhr beim Frühstück, checkten wir das Wetter und sahen, dass es am Nachmittag nach einigen Stunden Sonnenschein wieder zu regnen beginnen sollte. Eine Kayaktour würde in 20 Minuten starten und das war, wie es aussah unsere einzige Chance. So packten wir in Windeseile unsere Sachen, checkten aus dem Hostel aus und fanden uns rekordverdächtige 15 Minuten später beim Veranstalter der Kayaktouren ein. Weitere 15 Minuten später waren wir mit Kayaks, Sicherheitswesten und Paddles ausgestattet und ready um uns auf den See zu wagen. Mit zwei weiteren Paaren und unserem Guide Adam paddelten wir drauf los. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase hatten Javi und ich schon bald den Dreh aus und paddelten im Sonnenschein. 40 Minuten später erreichten wir dann das Ziel der Tour ein in Stein gemeisseltes Maori-Carving Bild. Zwar ist das Bild nur knapp 40 Jahre alt und stammt von einem Künstler aus der Umgebung, es war aber trotzdem ein Ausflug wert. Auf dem Rückweg war das Wasser dann aber nicht mehr so ruhig wie zuvor und kurz darauf begann es dann doch noch zu regnen. Wir legten eine kurze Pause ein und genossen einen heissen Tee und einige Kekse und als sich der Regen etwas gelegt hatte, paddelten wir den letzten Rest zurück.
Etwas später trafen wir uns mit Marie. Marie, ist aus Belgien und sie war in Whitianga für drei Wochen meine Gastschwester. Es war super sie wiederzusehen, da sie schon seit einer Weile am Reisen war und wir sie eine Zeit lang nicht gesehen hatten. Wir verbrachten gute zwei Stunden in einem Café und erst als es uns wirklich zu kalt wurde verabschiedeten wir uns. Für Javier und mich hiess es – bye Taupo – denn wir hatten beschlossen an diesem Abend noch nach Napier zu fahren. Die Fahrt durch die Hügel wurde alles andere als angenehm, da wir direkt in den Nebel und Regen hineinfuhren, aber zum Glück stoppte der Regen, als wir in Napier ankamen. Von Napier hört man immer sehr viel Gutes, es soll eine hübsche, kleine Stadt sein. Leider war unser Eindruck von der Stadt nicht so gut.
Wie immer erkundeten wir den Ort zu Fuss, aber obwohl es erst ungefähr 19.00 Uhr war und noch dazu ein Donnerstagabend, war die Stadt absolut menschenleer. Wir sahen niemanden und wir hörten niemanden und fühlten uns ziemlich allein. So assen wir nur Abendessen im Hostel – Toast, Tomaten und Tunfisch (es war inzwischen ein Running Gag zwischen uns) – und gingen schon bald zu Bett.

 

Am nächsten Morgen war das Wetter nicht viel besser und nachdem wir im Information Center nachgefragt hatten, was man bei schlechtem Wetter in Napier machen konnten – nicht viel – beschlossen wir weiterzuziehen. Kurz nach Napier, in der Nähe von Hastings machten wir Halt auf dem Te Mata Peak, von diesem Aussichtspunkt hätte man vermutlich eine wirklich gute Aussicht, in unserem Fall war es aber vor allem unglaublich windig und diesig, so dass wir nicht allzu viel sahen. Weiter ging es nach Taumatawhakatangihangakoauauotamateaturipukakapikimaungahoronukupokaiwhenuakitanatahu (ja, das ist wirklich ein Name und ja, ich habe das selber getippt). Taumatawhaka…. ist nicht wirklich ein Ort, es ist mehr ein Hügel, der diesen Namen trägt. Was wir allerdings nicht wussten, war, dass sich an dem Ort nichts weiter befand als ein Namenschild. Ein beeindruckend grosses und langes Namenschild zwar, aber im Endeffekt nur ein Namenschild. Kein Café, keine Häuser, kein gar nichts. Javi und ich fuhren ca. 1 Stunde lang über Gravel Roads und enge Strassen, um schliesslich vor einem Namensschild zu stehen. Wir fühlten uns schon ein bisschen vera****. Doch wir konnten uns das Lachen nicht verkneifen, als wir sahen, dass noch ein anderer Tourist an diesen verlassenen Ort gefunden hatten.
Unsere Unterhaltung lief ungefähr wie folgt ab:
Wir: Hi
Sie: Hi
Wir: Sollen wir ein Foto von euch machen?
Sie: Ja bitte

Sie: Sollen wir eines von euch machen?
Wir: Ja bitte!

Beide: Okay, bye!
Und wir beide fuhren in verschiedene Richtungen davon. Ich fühlte mich ein bisschen schlecht, weil ich Javi davon überzeugt hatte, dass wir unbedingt an diesen Ort fahren mussten und dort am Ende nicht mal ein Dorf in der Nähe vorfanden… Aber hey, das kann passieren, wenn man so spontan reist und sich nicht wirklich informiert. Aber für alle, die vorhaben dorthin zu gehen, hier ist das Foto von dem Schild. Jetzt müsst ihr nicht mehr zwei Stunden Autofahrt investieren, denn ihr habt nun alles gesehen, das es dort zu sehen gibt.

Nachdem wir wieder auf der Hauptstrasse waren, brauchten wir erst mal eine Pause. Die Mittagszeit war lange vorüber, aber dennoch assen wir unser mitgebrachtes Essen – für einmal nicht Tunfisch auf Toast, sondern Pasta – und nach einem Tee zum Aufwärmen, beratschlagten wir, was wir als nächstes machen wollten. Wir beschlossen jetzt nach Wellington durchzufahren und die letzte Nacht dort zu verbringen. Gesagt getan und 4 Stunden später erreichten wir Wellington, wo wir uns ein Hostel suchten. Nach einer kurzen Verschnaufpause und Abendessen machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Wir wanderten herum bis unsere Füsse müde waren und genehmigten uns dann noch ein Bier im Irish Pub.

 

Ich glaube am Samstagmorgen waren wir beide etwas traurig, dass unser gemeinsamer Roadtrip schon vorüber war, denn obwohl ich in Kürze zu meiner neuen Gastfamilie ziehen würde, verbrachten wir die restlichen Stunden gemeinsam. Ich begleitete Javi als er seinen neuseeländischen Führerschein beantragte und er half mir ein Gastgeschenk für die Familie auszuwählen. Anschliessend erkundeten wir gemeinsam die Stadt, nahmen die Zahnradbahn die zum Botanischen Garten führte und tranken noch einen letzten Tee/Kaffee, bevor ich mich beim Hostel von Javier verabschiedete.

 

Die Woche war wirklich super cool und ich habe den Roadtrip in vollen Zügen genossen. Das Reisen mit Javi hat wirklich Spass gemacht und obwohl wir zwischendurch manchmal Verständigungsprobleme hatten, haben wir uns gut ergänzt und konnten viel zusammen lachen. Während es für mich zu meiner Gastfamilie ging, reiste Javi nach Te Puke zurück um dort die Kiwi Saison auszunutzen. Sein ursprünglicher Plan war, nach einigen Wochen zurück nach Wellington zu kommen und sich hier einen Job zu suchen, doch zur Zeit plant er nach der Kiwi Saison auf die Südinsel weiterzureisen und sich einen Job im Skigebiet zu suchen. Ich bin mir jedoch sicher, dass wir uns früher oder später wiedersehen werden. 🙂

My last day in Whitianga

Nach genau 68 Schultagen, 36 Activitys, 14 Open Nights, 3 Test-Montagen und 2 Loud Shirt Days war es am 2. März 2018 dann soweit: Mein letzter Schultag am Coromandel Outdoor Language Centre brach an. Nicht, dass das etwa ein Tag zum Feiern gewesen wäre, nein, ganz im Gegenteil. Schon ein Monat vor meinem letzten Schultag hatte ich jedesmal, wenn mich jemand fragte, wie viele Wochen ich noch am COLC hatte, ein ganz komisches Gefühl im Bauch. Dieses verstärkte sich in Laufe der Zeit mehr und mehr, und zwei Wochen später, konnte ich es nicht mehr leugnen, ich war traurig. Jedesmal, wenn ich an den Abschied dachte, oder mich meine Freunde darauf ansprachen, hätte ich heulen können – und das ist, wie jeder bestätigen kann, der mich kennt – eine Seltenheit. 🙂

Naja, auf jeden Fall konnte ich die Zeit natürlich nicht aufhalten – so sehr ich mir das auch gewünscht habe – und am Dienstag meiner letzten Woche startete ich dann, meine Rede zu schreiben. Am COLC ist es eine Tradition, dass am letzten Tag, jeder Schüler, nachdem er sein Zertifikat erhalten hat, eine Rede hält. Ich finde das eine sehr schöne Tradition, denn vor allem in einer so kleinen Schule wie dem COLC, wo jeder jeden kennt, ist es toll noch einmal offiziell danke sagen zu können. Die Rede zu schreiben war gar nicht so einfach, das Schwierigste war meine Gefühle wirklich in Worte zu fassen. Einfach „Danke“ zu sagen, schien nicht genug, aber es gab nicht wirklich Worte um zu beschreiben, wie ich mich fühlte. Im Übrigen kann ich das auch jetzt noch nicht so richtig beschreiben und wenn man es nicht selbst erlebt hat, ist es vermutlich schwierig nachzuvollziehen, aber um es einfach zu sagen: der Abschied war sau schwer! 🙂

Der Freitag war jedoch nicht nur ein trauriger Tag, es war nämlich auch gleichzeitig mit meinem letzten Tag am COLC auch ein „Loud Shirt Day“ angesagt. Am Morgen verkleidete ich mich also passend mit meinem Loud Shirt Day Outfit und ging zur Schule. Loud Shirt Days sind immer besonders lustige Tage, da sich jeder vom Schulleiter bis zum 70 Jahre alten japanischen Mitschüler in ein farbenprächtiges, crazy und oft bad-taste mässiges Outfit schmeissen und dann so im Unterricht sitzen. Um 11 Uhr gibts dann die Parade, bei der eine externe Jury die besten Kostüme auswählt und schlussendlich einen Gewinner verkünden. Am Loud Shirt Day sieht man am COLC einfach alles, Männer in Kleidern und Highheels, farbenfrohe Perücken und verrückte Brillen, Hüte und andere Accessoires.

 

Nach der Parade hätten wir eigenlich nochmals Unterricht gehabt, aber irgendwie schafften wir das dann nicht mehr. Alle waren am Fotos machen und einfach die Zeit zusammen geniessen und so war auch niemand böse, dass die Pause mal etwas länger dauerte.

 

Um 11.30 Uhr dann kam die von mir lang gefürchtete Zeit der Speeches, nicht, weil ich Angst hatte die Rede zu halten, aber einfach weil ich nicht gehen wollte. Da ich die Person war, die am längsten da war, würde meine Rede ganz zum Schluss kommen. Als es dann soweit war, freute ich mich riesig, dass Kim meine Abschlussansprache hielt. Die Rede selber ging dann eigentlich auch ganz gut, ich riss mich gut zusammen und war entgegen meiner Befürchtung überhaupt nicht nervös. Nach der Speech gings mir naja, gelinde gesagt, nicht so toll. Trotzdem freute ich mich mit all meinen Freunden Mittagessen zu gehen und im Anschluss gingen wir noch zu Kim und Robyns Haus um ein paar Kauribäume einzupflanzen und umzutopfen.

 

Alles in allem war es ein guter letzter Tag, der, wenn auch nicht ganz tränenfrei, doch grösstenteils toll war und mir immer gut in Erinnerung bleiben wird.

Thank you COLC-family! You will be missed!

Am Freitag war jedoch nur mein letzter Schultag, noch nicht der absolut letzte Tag in Whitianga. Das war nämlich der Sonntag, ich hatte es am Vorabend, vor dem Pub-Besuch, tatsächlich geschafft meinen Rucksack fertig zu packen und so blieb mir am Sonntagmorgen nicht mehr viel übrig, als mich von meiner Gastfamilie und meinem Zimmer im Centennial Drive zu verabschieden. Joan and Ron haben mir aber immer wieder versichert, dass ich jederzeit willkommen sei um wieder mit ihnen zu Wohnen, von dem her werde ich sie sicher nochmals besuchen. 🙂

 

Anschliessend an diesen Abschied, musste ich mich von all meinen Freunden verabschieden. Wir hatten einen kleinen Brunch in einem Restaurant organisiert und es freute mich riesig, dass so viele kamen!

Anschliessend ans Essen, wollte niemand so recht gehen und der entgültige Abschied war noch einmal so richtig schwer! Das Problem ist, dass man bei vielen seiner neuen Freunde nicht weiss, ob und wann man sie je wiedersehen wird. Und auch wenn ich sicher bin, dass ich irgendwann auf Thailand reisen werde, wird das nicht gerade morgen oder übermorgen sein und obwohl wir uns alle erst vergleichsweise kurz kennen, sind die Freundschaften schon unglaublich tief und auf eine Art ganz anders als mit Freunden von zuhause, die man schon seit so langem kennt.

Zum Glück musste ich Whitianga dann nicht ganz alleine verlassen, für mich stand ja eine Woche Roadtrip mit Javi an, und das war wohl meine Rettung, sonst hätte ich es vielleicht nicht über mich gebracht abzureisen.